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Rund 40 Millionen Euro Kosten: Bad Camberger B-8-Umgehung ist auf der Zielgeraden

Von Die Klagefrist ist abgelaufen, mit dem Planfeststellungsbeschluss liegt Baurecht für die Bad Camberger B-8-Umgehung vor. Wann geht es los? Das steht noch nicht fest. Die Bestandskraft der Planung muss noch erklärt werden.
Der Verkehr wälzt sich durch Bad Camberg. Der Verkehr wälzt sich durch Bad Camberg.
Bad Camberg. 

Es gibt keine Klage gegen die Bad Camberger B-8-Umgehung. Dies bestätigt Hessen Mobil auf Anfrage der NNP. Das 40-Millionen-Euro-Projekt kann also in die Realisierung gehen. Die Streckenlänge der geplanten Trasse beträgt 6,66 Kilometer. Wann wird Baubeginn sein? In dieser Frage laufen derzeit die Abstimmungsgespräche zwischen Hessen Mobil und dem Wirtschaftsministerium. Daher: „Wir können zum voraussichtlichen Baubeginn der B-8-Ortsumgehung Bad Camberg derzeit noch nichts sagen“, beantwortet Sonja Lecher von Hessen Mobil eine Anfrage der NNP. Ähnlich äußert sich Wolfgang Harms, Pressesprecher im Verkehrsministerium. Es gelte, eine Vielzahl von Details zu berücksichtigen.

Gemeinsame Initiative

Bis zuletzt haben sich die örtliche Politik und die Bürgerinitiative „B-8-Umgehung. Jetzt!“ dafür stark gemacht, zum Schluss sogar im größeren Verbund: Vier Bürgerinitiativen für eine Umgehungsstraße, Lindenholzhausen, Bad Camberg, Brechen und Esch, schlossen sich im April zusammen, um gemeinsam dafür zu streiten. Allerdings: So weit wie in Bad Camberg ist die Planung in keinem der anderen Orte gediehen, auch wenn der Bundesverkehrswegeplan die Umgehungen quasi als Gesamtprojekt vordringlich eingestuft hat.

Der Streckenverlauf der Bad Camberger B-8-Umgehung. Bild-Zoom
Der Streckenverlauf der Bad Camberger B-8-Umgehung.

Deshalb kommt es nun auch für die anderen Gemeinden darauf an, ihre Planungen voranzutreiben. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hatte bei der Vorstellung des Bundesverkehrswegeplans angekündigt, dass alle Projekte des vordringlichen Bedarfs bis 2030 Baurecht erhalten sollen. Konkret wird sich die Bad Camberger Umgehungsstraße auf den Waldemser Ortsteil Esch auswirken. Der dortige Bürgermeister Markus Hies (CDU) formulierte es so: „Nach der vorliegenden Prognose würden, wenn die Bad Camberger B-8-Umgehung gebaut ist, 4000 Fahrzeuge mehr durch Esch fahren. Das wird ein Problem. Deshalb hoffen wir, dass beim Hessischen Verkehrsministerium klar ist, dass es auch in Esch bald weitergehen muss.“

Pro und Kontra

Gegen die vorliegende Planung der Bad Camberger Umgehungsstraße hatte sich bis zuletzt die Bürgerinitiative „Lebenswerter Goldener Grund“ ausgesprochen. Hauptkritikpunkt: Die Umgehung sei überdimensioniert und erziele nicht den gewünschte Effekt. Die Initiative hatte eine Klage in Erwägung gezogen, ebenso die Stadt Idstein, gerade im Hinblick auf die Auswirkungen auf Walsdorf. Idstein hatte im März angekündigt, diesen Weg nicht zu beschreiten. Die Kommunalverbände hatten empfohlen, davon abzusehen, erläuterte der dortige Erste Stadtrat Felix Hartmann im Gespräch mit der NNP. Der Grund: Eine Kommune habe nur dann ein Klagerecht, wenn ihre künftige Entwicklung von einem solchen Projekt betroffen sei, also im Hinblick auf Bebauungspläne oder die weitere städtische Planung. Das sei hier nicht der Fall.

Die BI „B-8-Umgehung. Jetzt.“ wirbt offensiv für ihre Ziele. Bild-Zoom
Die BI „B-8-Umgehung. Jetzt.“ wirbt offensiv für ihre Ziele.

Für die Bad Camberger Initiative pro B-8-Umgehung um Ulrich Menken ist der Forschritt nun eine positive Nachricht. Ebenso bewertet es Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD): „Die Umsetzung der Umgehung erhöht auch den Druck bezüglich noch anstehender Umgehungen in den Nachbarkommunen der Region. Wir sind und bleiben da solidarisch mit den anderen durch Ortsdurchfahrten der B 8 betroffenen Kommunen.“

Abstimmung der Bürger in Erbach: Sie wollen die Umgehung. Bild-Zoom
Abstimmung der Bürger in Erbach: Sie wollen die Umgehung.

Für Bad Camberg selbst finde nun ein jahrzehntelanger Leidensprozess der Anwohner ein Ende und die betroffenen Stadtteile würden nicht noch länger durch eine Verkehrsader praktisch zerschnitten. „Die Lebensqualität in der Stadt generell und direkt angrenzend an Frankfurter/Limburger Straße wird deutlich verbessert, und es ergeben sich neue, bessere Möglichkeiten auch für die Ansiedlung von Gewerbe, wenn sich praktisch die Geschäfte auch aus dem Kern der Altstadt ausdehnen. Es wird damit interessanter, einen Einkaufsbummel in Bad Camberg zu machen. Stichwort Ladensterben Innenstadt.“

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