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Exkursion zur Dornburg: Auf den Spuren der Kelten

Von Zu einer Tour in die Vergangenheit machte sich eine Gruppe geschichtsinteressierter Wanderer auf. Ihr Ziel war die Dornburg.
So könnte die Schale ausgesehen haben. Bilder > Foto: Klaus-Dieter Häring So könnte die Schale ausgesehen haben.
Wilsenroth. 

„Das Stück ist 2 000 Jahre alt“. Fast ehrfurchtsvoll nahm Hubert Hecker einen eher unscheinbaren Klumpen in die Hand, um ihn nach eingehender Begutachtung sicher weiter zu geben. Das, was Hubert Hecker da im Rahmen der Begehung der keltischen Dornburg in den Händen hielt, war den Aussagen vom Organisator und Leiter dieser Exkursion Joachim Habel zufolge ein Stück Hüttenlehm, das extra für diese Begehung von Karl-Heinz Röhrig mitgebracht worden war. Dieser fand das Stück aus der Keltenzeit, auf dem der Verlauf von Holz zu sehen war, in einem Gebiet in der Nähe von Elz. Dieses mitgebrachte Einzelstück ergänzte die Exponate, die von Joachim Habel und Klaus Habel am Treffpunkt im Wald von Wilsenroth zu Beginn der Begehung gezeigt wurden.

Hier nutzten die Organisatoren die Gelegenheit, in anschaulichen Worten und mit Schautafeln auf die Geschichte der Kelten im Bereich der Dornburg zu verweisen. So wird in der Archäologie die Dornburg als Oppidum bezeichnet. Diesen Begriff benutzte Cäsar in seinem Bericht über den gallischen Krieg und meinte damit befestigte Stadtanlagen der Kelten, die starke Bollwerke im Krieg und wichtige Handels- und Handwerkszentren im Frieden waren. Hier saßen auch die Herrscher. „Von den Kelten spricht man ab 750 v. Chr., dem Beginn der Eisenzeit“, erklärte Joachim Habel. Die Kelten waren große Meister in der Erzeugung und Verarbeitung von Eisen und hervorragende Handwerker und Kunsthandwerker. Die ältere Keltenzeit, die sogenannte Hallstattzeit, ging um 450 vor Christus in die Latènezeit über. Sie endete auf dem Festland kurz vor der Zeitwende. Aus Funden von der Dornburg geht hervor, dass diese schon im 6. vorchristlichen Jahrhundert besiedelt war und dass die Blüte des Oppidums im 2./1. Jahrhundert vor Christus lag. Weiter berichtete Habel vom Handel, den die Kelten mit Keramik und Eisen trieben.

Holzbalkenkonstruktionen

Beim weiteren Marsch zur Dornburg wurde die Umwallung des Plateaus deutlich erkennbar; ursprünglich waren es Mauern. Da die Kelten keinen Mörtel verwendeten, sondern die aufgesetzten Steine mit einer Holzbalkenkonstruktion zusammenhielten, brachen die Mauern nach dem Vergehen der Hölzer im Laufe der Zeit zusammen. Am eindrucksvollsten ist der Abschnitt „Rödches Mauer“, der zehn bis elf Meter ragt.

Die Überreste des Dornburg-Oppidums befinden sich auf einem Basalt-Plateau von ehemals 650 Meter Länge und 350 Meter Breite, etwa 200 Meter über dem Talgrund des Elbbaches und 395 Meter an der höchsten Stelle. Die Fläche betrug etwa 34 Hektar. Ab Ende des 19. Jahrhunderts gruben sich von drei Seiten her Steinbrüche in das Plateau vor. So sind von ehemals 3 400 Meter Gesamtlänge der Umwallung heute nur noch 1 200 Meter erkennbar. Rund 18 Hektar Hochfläche sind übriggeblieben.

Außer Keramik liegen eine Reihe von Metallfunden vor, eisernes Werkzeug, ein Messer, einige Goldmünzen, ein bronzener Schlüssel, bronzene Fibeln, das Endstück eines Goldschmuckes. Die letzte Ausgrabung fand 1960 unter Professor Schoppa aus Wiesbaden statt. Besonders reizvoll an der Tour waren freilich der Hildegardisfelsen. Hier zu sehen sind Brandgräber und der Blick zum Heidenhäuschen.

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