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Tödliche Schüsse auf 43-Jährigen: Mord in Mörfelden-Walldorf: Soko hofft auf den Durchbruch

Die Soko „BMW“ tappt nach den tödlichen Schüssen auf einen 43-jährigen Familienvater in Mörfelden-Walldorf etwas im Dunkeln. Auch der Fernsehbeitrag im „Maintower Kriminalreport“ hat nicht die erhoffte heiße Spur gebracht.
Tatort Sudetenstraße in Mörfelden-Walldorf: Eine Überwachungskamera hat die Schüsse auf offener Straße gefilmt. Foto: unknown Tatort Sudetenstraße in Mörfelden-Walldorf: Eine Überwachungskamera hat die Schüsse auf offener Straße gefilmt.
Mörfelden-Walldorf. 

Die Fahnder der Sonderkommission (Soko) „BMW“ haben nach den tödlichen Schüssen auf einen 43-jährigen Familienvater in Mörfelden-Walldorf verstärkt die Öffentlichkeit eingebunden – bisher aber ohne den gewünschten Erfolg. Nachdem weder die Veröffentlichung einer Täterbeschreibung, noch die des Phantombilds zu einem Verdächtigen führte, entschieden sie sich zur Zusammenarbeit mit dem Fernsehen. Doch auch die Ausstrahlung des Falls im „Maintower Kriminalreport“ im Hessischen Rundfunk hat keine heiße Spur gebracht.

„Wir haben uns viel davon erhofft, bislang aber ohne Erfolg“, erklärt Robert Hartmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, gegenüber dieser Zeitung. Er schließt aber nicht aus, dass es in den kommenden Tagen noch Hinweise gibt. „Die Sendung ist erst ausgestrahlt worden. Hoffentlich kommt in dieser Woche noch etwas.“

Tat professionell ausgeführt

Seit der Veröffentlichung des Phantombilds vor rund zwei Wochen gingen lediglich zwei Hinweise ein. „Eine heiße Spur ist wahrscheinlich nicht dabei“, sagt Hartmann. Die Fahnder gehen den Hinweisen derzeit nach. Sie ermitteln ebenfalls im Umfeld des Opfers und befragen Zeugen. Dabei steht im Vordergrund, wer selbst ein Motiv haben oder den entscheidenden Hinweis liefern könnte.

Die Polizei geht mit diesem Phantombild an die Öffentlichkeit: So soll der mutmaßliche Schütze von Mörfelden-Walldorf aussehen. Bild-Zoom
Die Polizei geht mit diesem Phantombild an die Öffentlichkeit: So soll der mutmaßliche Schütze von Mörfelden-Walldorf aussehen.

Die Ermittlungen gestalten sich jedoch sehr schwierig – zu viele Fragen sind noch offen. Wer ist der Schütze? Wo hält er sich auf? Weshalb musste der Familienvater sterben? In welcher Beziehung stehen Täter und Opfer zueinander? „Wir stecken nicht in einer Sackgasse, aber ein schneller Fahndungserfolg wird schwierig. Dazu war die Ausführung der Tat zu professionell“, erläutert Hartmann.

Ein Unbekannter hatte am 18. August gegen 9 Uhr auf offener Straße auf den 43-jährigen Familienvater geschossen, als dieser gerade seine zweijährige Tochter in seinem schwarzen BMW anschnallen wollte. Sie waren auf dem Weg zur Kindertagesstätte. Mutter und Tochter sahen dabei zu, wie der 43-Jährige auf dem Bürgersteig zusammenbrach und dort seinen Verletzungen erlag.

Ob es sich um eine Hinrichtung im Rockermilieu handelt und der Familienvater Kontakte zu Rockern hatte, wie es die „Bild“-Zeitung berichtete, will die Staatsanwaltschaft weder bestätigen, noch dementieren. „Dazu liegen uns derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor“, sagt Hartmann.

Wenig ergiebig waren am Ende auch die Bilder einer privaten Überwachungskamera, die den Verdächtigen filmte. Zwar konnten die Ermittler so noch besser den Tatverlauf rekonstruieren, den Todesschützen selbst fing die Kamera aber nicht optimal ein.

„Man sieht sein Gesicht auf den Aufnahmen nicht. Er ist nicht eindeutig zu identifizieren“, berichtet Hartmann. Generell sei er recht unauffällig gekleidet gewesen. „Es gab keine besonderen Merkmale, keine Auffälligkeiten an der Kleidung oder seinem Erscheinungsbild“, sagt der Oberstaatsanwalt. „Von dieser Spur versprechen wir uns nichts mehr.“

Neuer Ermittlungsansatz?

Seit der Tat fehlt von dem glattrasierten, eher dunkelhäutigen Mann mit längeren schwarzen Haaren, dunklen Augen und einer Basecap jede Spur. Er soll zwischen 20 und 30 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, mit einem dunklen Kapuzenpulli und einer hellen Jeans bekleidet gewesen sein.

Sollten die Ermittlungen in dieser Woche keine neue Erkenntnisse liefern, wird sich die Soko einen neuen Ansatz überlegen. Eine Möglichkeit wäre, die Öffentlichkeit noch stärker einzubinden. So könnte der Fall beispielsweise in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gezeigt werden. „So weit sind wir noch nicht, aber es wäre eine Möglichkeit. Die Sendung ist sehr bekannt, sie sehen viele Menschen, die vielleicht noch nichts von dem Fall gehört und gelesen haben“, weiß Hartmann aus Erfahrung.

Die Ermittler suchen weiterhin Zeugen, die den Verdächtigen erkannt haben oder denen er vor oder nach der Tat im Bereich der Bamberger Straße, Sudetenstraße oder den angrenzenden Straßen aufgefallen ist oder die ihn möglicherweise bei seiner Flucht beobachtet haben. Sie werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Rüsselsheim unter der Telefonnummer (0 61 42) 69 62 30 zu melden.

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