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Unfallstatistik: Handy am Steuer: "Gigantische Dunkelziffer" bei Unfällen

2016 gab es in Stadt und Kreis Offenbach insgesamt 6987 registrierte Verkehrsunfälle mit 1354 Verletzten. Bei elf Verkehrsunfällen verloren elf Menschen ihr Leben. Hauptursache für Unfälle sei überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit.
Das Polizeipräsidium Südosthessen, vertreten Stefan Kaaden (von links), Alexander König, Roland Ullmann, Andrea Ackermann und Ralf Hesseling, legte den Verkehrsbericht für 2016 vor. Bilder > Das Polizeipräsidium Südosthessen, vertreten Stefan Kaaden (von links), Alexander König, Roland Ullmann, Andrea Ackermann und Ralf Hesseling, legte den Verkehrsbericht für 2016 vor.
Kreis Offenbach. 

Es gibt gute und schlechte Nachrichten aus dem Polizeipräsidium Südosthessen zu melden: Aus dem Verkehrsbericht für das Jahr 2016 geht hervor, dass die Gesamtzahl der Verletzten im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, doch dafür findet auch das Rekordtief der Verkehrsunfallzahlen sein Ende.

„Nachdem die Unfallzahlen seit 2012 jährlich gesunken waren und im Jahr 2015 der niedrigste Stand seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen erreicht wurde, stieg nun die Zahl der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle wieder an“, so Polizeipräsident Roland Ullmann. Insgesamt 14 325 Unfälle haben sich auf den Straßen in der Region ereignet, ein Anstieg um 5,27 Prozent und damit derselbe Stand wie im Jahr 2012. Langfristig betrachtet gehe der Trend aber zurück, betont Ullmann. Die Zahl der verunglückten Personen wiederum sank erneut und erreichte mit 3683 den tiefsten Stand in den zurückliegenden fünf Jahre.

Thema Ablenkung

Dass im Jahr 2016 insgesamt 28 Menschen bei 27 Unfällen starben, bestätigt das Polizeipräsidium Südosthessen in seiner Verkehrssicherheitsstrategie: „Oberste Priorität ist und bleibt die Verhinderung von Verkehrsunfällen mit schweren Folgen.“ Auf Bundes- und Landstraßen sei das Risiko am größten, zu Tode zu kommen. Und „nach wie vor ist überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptursachen für schwere Unfälle“, erklärt Alexander König, Leitender Polizeidirektor.

Die Entwicklung der Zahlen im Stadtgebiet und Landkreis Offenbach sehen ähnlich aus: Während mit 6987 registrierten Verkehrsunfällen die Zahl um 231 gestiegen ist, ist der Rückgang von Verletzten auf 1354 erfreulich. Allerdings verloren mit elf Menschen bei elf Verkehrsunfällen noch fast genauso viele wie im Vorjahr ihr Leben. Ursachen für die Unfälle seien zu 39 Prozent „andere Fehler beim Fahrzeugführer“, informiert Stefan Kaaden, Leiter Polizeidirektion Offenbach, und schneidet damit das Thema der Ablenkung an, dass bereits heute und noch in Zukunft von großer Relevanz sein werde.

Präventionsprojekte

„Es gibt keinen beweisbaren Zusammenhang zwischen Unfällen und Handynutzung“, räumt Kaaden ein, „aber es ist ein riesiges Problem mit einer gigantischen Dunkelziffer.“ Bisherige Repressionen schrecken hier offensichtlich nicht ausreichend ab, und die Nachweisbarkeit sei in der Praxis problematisch. Um die Zahl der Feststellungen hierbei zu erhöhen, wäre eine sehr aufwendige Beweisführung wie das Nachvollziehens des Handyverlaufs nötig.

Gerade die nachkommenden Autofahrer gehören der „Generation Smartphone“ an und müssten sensibilisiert werden. Über soziale Medien soll diese Risikogruppe wie beim Aktionstag „EDWARD“ (European Day Without a Death Road) oder dem „Speedmarathon“ erreicht werden. Derzeit machen die jungen Fahrer (18 bis 24 Jahre) einen Anteil von knapp 20 Prozent an der Gesamtunfallzahl aus, wobei mehr als die Hälfte davon selbst verschuldet ist.

Doch auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Senioren ist gestiegen, besonders auffällig ist dabei die Verursacherquote bei den 75-Plus-Verkehrsteilnehmern, die 2016 bei mehr als 66 Prozent lag. Präventionsprojekte wie beispielsweise die landesweite Aktion „MAXimal mobil bleiben“ sollen daher fortgesetzt werden.

(nab)
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