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Ausbau: Breitbandausbau für schnelles Internet ist abgeschlossen

Von Schnelles Internet ist ein klarer Standortfaktor – und nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Bürger bei ihrer Wohnortwahl inzwischen sehr wichtig geworden. Im Kreis hat das Warten auf schnelle Surfgeschwindigkeiten nun ein Ende – bis auf zwei Ausnahmen.
Zu Beginn der Bauarbeiten im Winter 2017 war es noch zu leichten Verzögerungen gekommen – jetzt ist der Breitband-Ausbau abgeschlossen. Symbolfoto: dpa Foto: Carsten Rehder (dpa) Zu Beginn der Bauarbeiten im Winter 2017 war es noch zu leichten Verzögerungen gekommen – jetzt ist der Breitband-Ausbau abgeschlossen. Symbolfoto: dpa
Kreis Offenbach. 

Der Nachwuchs liegt auf der Couch und schaut Netflix, Kind Nummer zwei lädt bei YouTube Videos hoch und der Vater der Familie will wichtige E-Mails verschicken. Da wird es bei einer durchaus noch gängigen Übertragungsrate von 16 Mbit pro Sekunde durchaus schon mal langsam und das Netflix Programm beginnt möglicherweise zu ruckeln.

Im Kreis Offenbach sollen diese Probleme jetzt Geschichte sein: Der lange angestrebte Breitbandausbau für schnelles Internet ist abgeschlossen. Mehr als 120 000 Haushalte können ab sofort hohe Übertragungsraten von 100 MBit pro Sekunde nutzen. „Unsere Bürger können in der Fläche jetzt die schnellen Übertragungsraten buchen“, ist Landrat Oliver Quilling zufrieden.

Im Dezember 2016 hat der Kreis mit der Telekom den Vertrag über den Ausbau im gesamten Kreisgebiet abgeschlossen, die letzten Baustellen in Rödermark sind inzwischen aufgeräumt. „Wir waren vor zwei Jahren ja schon so weit, dass wir einen Ausbau bezuschusst hätten“, betont Landrat Oliver Quilling. Das schnelle Internet sei nämlich ein klarer Standortfaktor – und nicht bloß für Unternehmen, auch für die Wohnortwahl inzwischen sehr wichtig.

Näher an die Häuser

In Zusammenarbeit mit den 13 Städten und Gemeinden standen im Kreishaushalt schon 3,2 Millionen Euro bereit. Der magentafarbene Riese hat jetzt auf eigene Kosten mit zwanzig bis dreißig Kilometer Tiefbauarbeiten rund hundert Kilometer modernste Glasfaserkabel durch den Kreis verlegt. Mit dem Aufbau von rund 800 grauen Kästen in den Straßen, konnten so die Glasfaserkabel näher an die Häuser gebracht werden.

Darin steht jetzt die Hardware zur Verfügung, über die sogenannte Vectoring-Technik die Glasfaser mit den Kupferkabeln in den Hausanschlüssen zu verbinden und die schnellen Übertragungsraten zu ermöglichen. Einen zweistelligen Millionenbetrag hat die Telekom investiert, genauere Angaben wollte Fuat Dalar, Leiter des Außendienst-Infrastrukturvertriebs der Region Mitte nicht machen.

Pro Kilometer Tiefbauarbeiten müsse man zwischen 70 000 und 80 000 Euro rechnen, die grauen Kästen kosten rund 30 000 Euro – das summiere sich schon auf. Glasfaser bis in die Haushalte hinein hätten sich in der Vergangenheit nicht bewährt: „Wir haben ja in Neu-Isenburg schon reine Glasfaserkabellösungen bis ans Haus realisiert. Dort hat sich aber gezeigt, dass die Leute nicht bereit sind für ganz schnelles Netz bis zu einem Gigabyte pro Sekunde über hundert Euro monatlich zu bezahlen“, erklärt Dalar.

„100 Mbit reichen absolut“

Der Fachmann betont, dass 100 Mbit pro Sekunde für den privaten Verbraucher auch eine absolut ausreichende Übertragungsrate ist. Er ging sogar so weit zu sagen, dass die Download-Leistung von 50 auf 100 Mbit gar nicht mehr so spürbar sei.

Wichtig sei es für den Verbraucher dann eher, auf die Upload-Geschwindigkeiten zu achten. Höhere Übertragungsraten könnten in Zukunft aber noch bedeutsam werden. Die Entwicklung zum Smart-Home mit Internet gesteuerter Haustechnik und Küchen sei nicht mehr aufzuhalten und benötige dann noch schnelleres Netz.

Zu Beginn der Bauarbeiten im Winter 2017 war es noch zu leichten Verzögerungen gekommen. Lieferengpässe der Zulieferer sorgten sogar für Verärgerung in den Kommunen. „Der ehrgeizige Zeitplan wurde aber eingehalten. Die Bauarbeiten sind sogar vier Monate vorher fertig als geplant“, sagte Oliver Quilling. Zwei Ausnahmen gibt es im Kreisgebiet noch: Mainhausen und der Stadtteil Froschhausen von Seligenstadt profitieren nicht vom Telekom Ausbau. Hier hat das Unternehmen OR Network das Monopol über die Kabel. In Mainhausen sorgt derzeit die Deutsche Glasfaser für schnelleres Internet. Für Froschhausen müsse noch eine Lösung gefunden werden. Dort hat OR Network noch bis Ende 2019 einen Vertrag mit der Stadt.

Den Vertrieb des schnelleren Internets würde die Telekom natürlich am allerliebsten selbst übernehmen, aber auch die Konkurrenz kann die 100 Mbit Leitungen jetzt anbieten, eine umfassende Recherche für das günstige Angebot mit den besten Up- und Download-Raten lohnt sich also.

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