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Neuer Verein in Falkenstein für Rehasport: Was kann man vom "Neuen" erwarten?

Sport ist besonders wichtig für behinderte Menschen und Personen, denen eine körperliche Behinderung droht. Doch gerade für sie sind Sportangebote rar. Das will ein neuer Verein ändern.
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Falkenstein. 

Es ist bekannt, dass Bewegung fit hält. Umso mehr gilt dies für Menschen mit einer bestehenden oder drohenden körperlichen Behinderung sowie einer internistischen Erkrankung. Mit „Rehasport an Land und zu Wasser“ will daher ein neuer Verein mit Sitz in Falkenstein für mehr Lebensqualität für diese Patienten sorgen.

Gerhard Kuhn (60) besitzt langjährige Erfahrung als Übungsleiter Rehabilitationssport (Rehasport). In vielen Vereinen war und ist er tätig, aktuell zudem in einem Frankfurter Krankenhaus. Sport ist seine Leidenschaft. Triathlon, Rennrad, Marathon – seine Bestzeit liegt bei 2:47 Stunden. Doch nach und nach stellten sich bei dem ambitionierten Hobbysportler gesundheitliche Probleme ein, die Bewegungen fielen immer schwerer, schließlich musste er seine Zielsetzung ändern: Statt neuen Bestleistungen ging es fortan darum, möglichst lange möglichst fit zu bleiben.

Selbst Kursleiter

Aus der Not machte der Königsteiner, der heute selbst zu 40 Prozent körperbehindert ist, eine Tugend, schließlich habe er „schon immer etwas für die Mitmenschen tun wollen.“ Er absolvierte Aus- und Fortbildungen im Reha- und Präventionssport und leitet seitdem Kurse im Rhein-Main-Gebiet.

Die Ideen dazu gehen dem agilen Sportfan nicht aus: Qui Gong möchte er anbieten und Muskelentspannungskurse. Der Ideenreichtum und die Dynamik des 60-Jährigen sind immens – überfordern jedoch manch alteingesessenen Verein. Also beschloss er, mit Ehefrau Gabriele Herbach-Kuhn (59), einer ausgebildeten Hauswirtschaftsmeisterin, und weiteren Mitstreitern einen eigenen Verein zu gründen.

Gesagt, getan: Am 26. Oktober wurde der „Präventions- und Rehasportverein Falkenstein-Taunus“ ins Königsteiner Vereinsregister eingetragen. Kuhn betont, dass man keinesfalls in Konkurrenz zu den gesundheitsbezogenen Angeboten anderer Königsteiner Vereine treten wolle: „Wir wollen lediglich die Versorgungslücke schließen, die es vor allem bei Reha-Kursen im Wasser gibt.“

Grundlegendes Ziel des Rehasports sei es, die Ausdauer und Kraft der Patienten zu stärken, ihre Koordination und Flexibilität zu verbessern sowie das Selbstbewusstsein insbesondere von behinderten Menschen zu festigen. Natürlich dürfe auch der Spaß nicht zu kurz kommen.

Betreuender Arzt

Die Teilnahme an den Reha- und Präventionskursen wird ärztlich verordnet und von den Krankenkassen bezuschusst. Anbieten dürfen sie nur gemeinnützige Vereine, die Mitglied im Landessportbund und im Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS) sind. Außerdem muss ein betreuender Arzt benannt sein, der den Übungsleitern bei fachlichen Fragen zur Seite steht oder mit den behandelnden Ärzten der Patienten in Kontakt treten kann.

Trotz großer Nachfrage sind Rehasportangebote rar. „Die Patienten müssen teilweise lange auf einen Platz warten und nehmen sogar weite Fahrten dafür in Kauf“, weiß der Übungsleiter.

Insofern sind die Kuhns zuversichtlich, dass sich die ersten Kurse füllen werden, die der Verein ab Mitte März im Schwimmbad des Hotels Kurhaus „Ochs“ in Schmitten anbietet. „Einen Kurs haben wir bereits voll“, erzählt Gabriele Herbach-Kuhn. Als Nächstes sollen dann Wasserkurse in der Familienferienstätte in Schmitten-Dorfweil folgen, später auch Kurse „an Land“ im Gemeindesaal Christkönig in Falkenstein.

Passende Zeiten in Schwimmbädern zu bekommen, sei eine der größten Herausforderungen nach der Vereinsgründung gewesen, berichtet Gerhard Kuhn. „Das Schwimmbadsterben macht es uns nicht leichter.“ Für die Premiereveranstaltung ist jedenfalls alles vorbereitet: Sämtliche Lizenzen sind vorhanden, Schwimmbretter und Wassernudeln liegen parat und die passende Musik ist bereits ausgewählt.

Infos zum neuen Verein gibt es unter Telefon (0 61 74) 2 59 67 03.

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