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Stadt warnt: Vorsicht – Giftköder in der Kurstadt!

Von Geht in Bad Homburg ein Irrer um, der versucht Hunde zu vergiften? Angeblich wurden im Feld und im Park Giftköder gesichtet. Die Polizei ist wachsam und die Hundebesitzer sind alarmiert.
Symbolbild Foto: imago stock&people Symbolbild
Bad Homburg. 

Für die Bad Homburger Tierärztin Dr. Beate Zimmermann sind solche Personen „kranke Menschen“. Die Vorsitzende des Bad Homburger Tierschutzvereins, Renate Echterdiek, spricht von „Hundehassern“. Und in den sozialen Netzwerken fallen den Bad Homburgern noch ganz andere Bezeichnungen für Menschen ein, die offensichtlich für Hunde gedachte Giftköder auslegen – und da ist „Ekelmensch“ noch die harmloseste Variante. In den vergangenen Wochen sollen an verschiedenen Stellen in der Kurstadt – unter anderem werden das Kirdorfer Feld, der Kur- und der Jubiläumspark genannt – Giftköder ausgelegt worden sein. Tatsache ist, dass bei Bad Homburger Tierärzten Vierbeiner mit Vergiftungssymptomen behandelt wurden. Zunächst hieß es sogar, zwei Hunde seien verendet – was von offizieller Seite allerdings nicht bestätigt werden konnte.

Ein Dilemma

„Ich hatte sechs solcher Fälle in meiner Praxis“, sagt Dr. Zimmermann. Zum Glück hätten aber alle sechs Patienten überlebt. Sie weiß, dass in einem Fall im Jubiläumspark ein Köder eingesammelt und bei der Polizei abgegeben wurde. Das bestätigt auch deren Sprecher, Hauptkommissar Volker Hammann. Zurzeit werde geprüft, ob es sich dabei tatsächlich um einen Giftköder handelt. In diesem Zusammenhang habe es auch eine Anzeige gegen Unbekannt gegeben. Dass bereits ein Hund gestorben ist, konnte man bei der Polizei jedoch nicht bestätigen.

Und auch sonst steht die Polizei vor einem Dilemma – denn man hat keine weiteren handfesten Beweise, dass tatsächlich eine oder mehrere Personen unterwegs sind, die solche Köder auslegen. Erstaunlich: Nicht nur aus Bad Homburg wurden solche Fälle gemeldet, sondern auch aus Oberursel, Kronberg und Königstein. „Wir haben das Thema im Blick“, so Hammann.

Tierschützerin Echterdiek weiß, dass solche Fälle immer mal wieder vorkommen. Es versteht sich von selbst, dass sie als Frauchen von drei Hunden für mögliche Gift-Attacken absolut kein Verständnis hat, dennoch appelliert sie an die vielen „unvernünftigen Hundehalter“, die ihre Hunde überall frei laufen und auch ihr Geschäft verrichten lassen. „Wir haben in Bad Homburg mittlerweile 95 Dogstationen aufgestellt, dennoch stößt man auf Schritt und Tritt auf Hundehaufen“, so Echterdiek. Auch würden freilaufende Hunde Jogger anspringen und Wild jagen. Das verärgere Menschen, die in Parks oder im Umfeld einfach nur spazieren gehen wollen. Was raten die Experten den Hundehaltern? „Man muss aufpassen, wenn Hunde im Freien etwas essen“, sagt Zimmermann. Das lasse sich beispielsweise durch das Tragen eines Maulkorbs verhindern. Sollte sich später Blut im Stuhl finden oder der Hund erbrechen, rät sie dazu, sofort einen Tierarzt zu kontaktieren, der dann ein Brechmittel initiieren könne.

Keine Bestätigung

Abgesehen davon, dass Hunde im Feld oder in Parks ohnehin an die Leine gehörten, lässt Echterdiek ihre Hunde zurzeit nicht frei laufen. Wenn man einen Giftköder findet, sollte man den einsammeln und wenn möglich bei der Polizei abgeben. Das Problem sei, dass man die Köder – häufig Fleisch- oder Wurststückchen – nur schlecht sehen könne. Die Tierschützerin hat im Schaukasten des Tierheims und an den betroffenen Orten Aushänge aufgehängt und gewarnt. Dass bereits zwei Hunde gestorben seien, habe sie zwar auch gehört, aber es gebe dafür keine Bestätigung. „Allerdings können Giftköder schwere gesundheitliche Probleme auslösen, die tatsächlich zum Tod führen können.“

Über die zwei Todesfälle wurde vor allem auf Facebook berichtet – allerdings ohne eine Quelle zu nennen. Einen Hinweis auf die Situation in der Kurstadt findet sich auch auf der Seite www.giftkoeder-radar.com. Hier berichtete am 29. Januar ein namenloser Teilnehmer davon, dass ihm zwei Hunde bekannt seien, die Giftköder in Form von Hähnchenfleisch zu sich genommen hätten. Einer sei beim Tierarzt zum Erbrechen gebracht worden – dabei seien zwei Hähnchenfleischstücke mit bläulicher Verfärbung aufgetaucht.

Und auch auf der Homepage der Stadt wird vor Giftködern beziehungsweise vergifteten Hähnchenteilen gewarnt. Wer Köder entdeckt, soll sich unter der Telefon (0 61 72) 6 77 50 beim Betriebshof melden.

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