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Umquartierung: Somalierin hat das soziale Umfeld verloren

Von Die Flüchtlingsunterkunft An den Drei Hasen 28 ist geschlossen, die Bewohner sind woanders untergebracht worden. Dass eine Somalierin mit ihrem Sohn nach Königstein umquartiert wurde, missfällt Flüchtlingshelfern.
Flüchtlinge mussten aus dem Haus An den Drei Hasen 28 ausziehen. Sie wurden in andere Städte umquartiert. Foto: Jochen Reichwein Flüchtlinge mussten aus dem Haus An den Drei Hasen 28 ausziehen. Sie wurden in andere Städte umquartiert.
Oberursel. 

Kurz vor Weihnachten, konkret am 21. Dezember, kam das Taxi. Mit dem Wagen wurden die aus Somalia stammende Frau und ihr kleiner Sohn in Oberursel abgeholt und nach Königstein gebracht. Seit Februar 2017 hatten die Asylsuchenden in Oberursel gelebt, waren in der kleinen Flüchtlingseinrichtung An den Drei Hasen 28 untergebracht. Doch die wurde jetzt geschlossen, für die letzten Bewohner wurden neue Unterkünfte gesucht.

So auch für die Somalierin und ihr Kind. Der für die Flüchtlinge zuständige Hochtaunuskreis wies sie in die Gemeinschaftsunterkunft im Forellenweg 5 in Königstein ein. Laut Kreis wurden insgesamt fünf Menschen (zwei Familien) in Königstein untergebracht; vier bleibeberechtigte Personen wurden von der Stadt Oberursel untergebracht, eine Familie habe in Usingen eine Wohnung gefunden.

Der Fall der Somalierin hat Flüchtlingshelfer auf den Plan gerufen, die die Frau kennen und sie unterstützen. „Für uns vom Refugee-Café ist die plötzliche, unerwartete Verlegung ein Affront“, sagt Gisela Dutzi, die sich in dem Café engagiert. Wie sie in einer Information an die Presse schreibt, hätten die Bewohner vom Kreis erst in einem Brief vom 14. Dezember, der am 15. Dezember zugestellt worden sei, erfahren, dass das Haus geräumt werden solle.

„Kein Platz frei“

Dabei sei den Behörden schon länger bekannt gewesen, dass das Gebäude geräumt werden solle. Seitens des Hochtaunuskreises heißt es auf Anfrage dieser Zeitung, die Bewohner seien bereits Ende November, Anfang Dezember vom Betreiber informiert worden, dass die Unterkunft geschlossen werden müsse.

Und schon Ende November sei der Frau bei deren Vorsprache beim Kreis mitgeteilt worden, dass es keine Möglichkeit gebe, sie in Oberursel unterzubringen, erklärt Kreissprecherin Andrea Nagell. „In Oberursel war zu diesem Zeitpunkt leider kein Platz in einer Unterkunft frei“, erklärt Nagell. Flüchtlingshelfer hingegen wollen von „mindestens fünf freien Zimmern“ in der nahe gelegenen Unterkunft an der Karl-Hermann-Flach-Straße Kenntnis haben.

Dass die Somalierin weiter in Oberursel leben könne, halten ihre Unterstützer für äußerst wichtig. Ein wesentlicher Grund ist der Kindergartenplatz, den der Sohn in Oberursel bekommen hat und der seiner Mutter wichtig sei.

Angebote angenommen

Dazu komme, dass sich die Frau in der lokalen Infrastruktur gut zurechtgefunden habe, um sich das Leben zu organisieren, sagt Gisela Dutzi. Im Refugee-Café sei die Somalierin wöchentlich zu Gast. Fast täglich besuche sie zudem den Willkommenstreff im katholischen Gemeindehaus Liebfrauen. Außerdem nehme sie an Deutschkursen teil. „Alle Arbeit an den sozialen Kontakten, an Entwicklung von Vertrauen und Beziehung, wird von einer Woche auf die andere zunichte gemacht“, ärgert sich Dutzi.

Bleibt die Frage, warum die Flüchtlingsunterkunft geschlossen wurde. „Uns wurde vom Betreiber mitgeteilt, dass die Nutzung als Unterkunft für Flüchtlinge untersagt werden soll“, sagt Kreissprecherin Andrea Nagell. Warum das untersagt wird, bleibt unklar. Dem Vernehmen nach gibt es veränderte Pläne zur Nutzung des Hauses.

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