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Falkensteiner Eltern machen Ärger Luft: "Skandalöse" Zustände: Stopp dem Schulbus-Chaos

Von Draußen an der Haltestelle 35 Schüler, drinnen im Bus gerade mal Sitzplatz für 16 von ihnen – das klingt nach Chaos. Und genau das herrscht auch, meinen die betroffenen Eltern.
Kinder steigen in einen Schulbus ein. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv Kinder steigen in einen Schulbus ein. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv
Falkenstein. 

Einen gewichtigen Rucksack im Kreuz, dazu Sporttasche oder Geigenkasten in der linken Hand und mit der rechten versuchen, sich irgendwie sicheren Halt zu verschaffen, um die steile Abfahrt von Falkenstein nach Königstein im Shuttlebus stehend unbeschadet zu meistern – das wäre schon für Erwachsene ein ziemlicher Balanceakt. Für Kinder jedoch ist es ein echtes Risiko und eine absolute Zumutung. Davon ist Professor Dr. Ulrich Burgard überzeugt. Und mit dieser Überzeugung steht der empörte Vater eines Falkensteiner Schulkindes keineswegs allein da.

In einem offenen Brief samt Unterschriftenliste machen betroffene Eltern Front gegen die in ihren Augen unhaltbaren Szenen, die sich allmorgendlich an der Bushaltestelle „Auf dem Seif“ abspielen. Dort nämlich rollt um 7.11 Uhr der Bus der Linie 84 an, um die Falkensteiner Schulkinder einzusammeln und zu den weiterführenden Schulen in der Kernstadt zu bringen.

Allein, das Gefährt ist viel zu klein, um allen Kindern einen Sitzplatz zu bieten. Burgard: „Eingesetzt wird zu dieser Zeit nur ein kleiner Bus mit 16 Sitzplätzen. Tatsächlich drängen an dieser Haltestelle täglich aber mindestens 35 Schüler in den Bus. Die meisten von denen müssen also stehen, zumal zum selben Zeitpunkt auch häufig Erwachsene diesen Linienbus benutzen.“ Für den Vater eines Sohnes ein „geradezu skandalöser“ Zustand.

Risiken und Verspätungen

Gerade Schüler unterer Jahrgänge verfügten meist weder über die Kraft noch die Aufmerksamkeit, sich richtig festzuhalten. „Kaum auszudenken, was geschehen würde, wenn der Bus eine Vollbremsung machen müsste oder gar in einen Unfall verwickelt würde“, skizziert Burgard den Ernstfall.

Dem nicht genug, sei der Andrang an der Haltestelle an manchen Tagen derart groß, dass der Busfahrer nicht alle Schüler mitnehmen könne. Dies betreffe insbesondere die Schüler, die erst eine Station später am Ehrenmal einsteigen wollten. Diese Schüler seien gezwungen, auf den nächsten Bus zu warten, der allerdings erst 13 Minuten später um 7.24 Uhr fahre und später den Umstieg auf eine andere Buslinie notwendig mache. Burgard: „Mit diesem Bus kommen die Kinder dann fahrplanmäßig über 15 Minuten zu spät zum Unterricht. Das ist natürlich besonders schlimm, wenn in der ersten Stunde eine Klassenarbeit geschrieben wird.“

Die geringe Buskapazität, so der Eindruck des Vaters, sei zudem nicht der einzige Grund für Verspätungen. Es sei sogar schon vorgekommen, dass der Busfahrer am Königsteiner Bahnhof vor der Weiterfahrt erst einmal in aller Ruhe gefrühstückt habe, so dass alle Schüler in diesem Bus, die zur Bischof-Neumann-Schule hätten fahren wollen, zu spät zur Schule gekommen seien. Oder der Fahrer habe, mit dem gleichen Ergebnis, auf eine verspätete Bahn gewartet.

Verständnis für Eltern

Burgard: „Diese Verhältnisse bestehen seit Jahren.“ Und das, obwohl sich seines Wissens schon mehrere Eltern beim Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) für den Einsatz eines größeren Busses stark gemacht hätten – vergeblich. Bis jetzt.

Von der TZ mit den Vorhaltungen der Eltern konfrontiert und um eine Stellungnahme gebeten, signalisierte der VHT, dass noch in diesem Jahr Abhilfe geschaffen werden soll. Im Rahmen des neuen Fahrplankonzeptes, das im Dezember in Kraft treten soll, werde der VHT hierauf reagieren – spätestens. Wenn möglich, wolle man schon früher einen größeren Bus anrollen lassen. Das werde derzeit gemeinsam mit dem beauftragten Busunternehmen geprüft, ließ der VHT über die Pressestelle des Landratsamtes verlauten.

Dass die Eltern zu Recht verärgert seien, steht für die Verantwortlichen beim VHT außer Frage. Dafür habe man „vollstes Verständnis“. Schließlich sähen auch der VHT und der Kreis als Schulträger die ordentliche und qualitativ hochwertige Regelung des Schulbusverkehrs als wichtig an.

Warum aber dann das lange Warten auf eine entsprechende Reaktion? Die Frage stellt sich nicht nur Professor Dr. Ulrich Burgard. Von der TZ über die vom VHT angekündigten Verbesserungen informiert, zeigte sich der verärgerte Vater zwar zufrieden. Grund, Entwarnung zu geben, sieht Burgard ob der Erfahrungen der Vergangenheit jedoch noch nicht: „Damit warten wir, bis der größere Bus wirklich zum ersten Mal fährt.“

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