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Falkensteiner Burgturm: Schönster Blick auf Frankfurt

Von Was Ritter Frank IX. von Cronberg im 15. Jahrhundert erbauen ließ, erfreut nicht nur die Falkensteiner bis heute. Am Samstag war der Turm der Burgruine ausnahmsweise geöffnet. Sein Potenzial kann das Gelände derzeit jedoch nur begrenzt ausspielen.
Ein weiter Blick bietet sich den beiden Besuchern, die den Hof der Falkensteiner Burg erklommen haben. Foto: David Schahinian Ein weiter Blick bietet sich den beiden Besuchern, die den Hof der Falkensteiner Burg erklommen haben.
Falkenstein. 

„Da sitzt keiner drin“, sagte das kleine Mädchen, als es am Kassenhäuschen vor der Falkensteiner Burg vorbeilief. Glück gehabt, der gesparte Euro konnte später in eine Eiskugel investiert werden. Der Heimatverein Falkenstein hatte am Samstagnachmittag den Zugang zum Burgturm geöffnet und freute sich über viele Gäste, die die Aussicht genießen wollten. Einige brachten ihre Fotoausrüstung mit, um das Panorama oder das Bauwerk selbst in Szene zu setzen.

Es ist ein Pfund, mit dem man mehr wuchern könnte. Das zeigen beispielsweise die Kommentare von Besuchern im Internet: „Für mich die schönste Aussicht auf Frankfurt“, kommentierte einer vor wenigen Tagen bei Google. „Wenn Sie in Frankfurt sind und wahre Kultur und Geschichte sehen wollen, ist das der Ort, den Sie besuchen sollten“, schreibt ein anderer in englischer Sprache.

Ein dritter schreibt lapidar: „Voll geil.“ Allein, der Zugang zum Turm ist meist verschlossen. Es müsste permanent jemand anwesend sein, um aufzupassen – und auch, um gegebenenfalls Eintritt zu kassieren. Damit wenigstens ab und zu die Möglichkeit besteht, aufzusteigen, haben Mitglieder des Heimatvereins an einigen der vergangenen Wochenenden für ein paar Stunden Dienst geschoben.

Am Samstag waren das Hermann Groß und Peter Majer-Leonhard. Sie berichten von 100 bis 120 Menschen, die das Gelände an Wochenenden besuchen – freilich, ohne den Turm betreten zu können. Das Publikum reicht von Wanderern und Mountainbikern über Picknicker bis hin zu Jugendlichen, die dort gerne mal entspannen. In der Regel gibt es wenig Probleme: „Es ist nur die Frage, wie es hier manchmal am nächsten Morgen aussieht…“, so Groß.

Auch vom Fuße des Turms aus ist die Sicht bei gutem Wetter klar und sagenhaft weit. Zumindest noch und an den meisten Stellen. Der Heimatverein hat allerdings die Sorge, dass die Natur weiter überhand gewinnt. Die Sicht nach Königstein ist selbst von der Turmspitze auf dem rund 500 Meter hohen Burgberg aus gesehen stark zugewachsen.

Bausubstanz gefährdet

Umgekehrt gilt gleichfalls, dass auch die Falkensteiner ihr Wahrzeichen von zahlreichen Stellen nicht mehr sehen können. Hinzu kommt, dass das Wachstum früher oder später die Bausubstanz angreifen kann. Beides sind Themen, die auch bei der Königsteiner Burg seit Jahren diskutiert werden.

Der Burghain ist Naturschutzgebiet, und diverse Vorstöße bei der Oberen Naturschutzbehörde, dem Regierungspräsidium Darmstadt, den Bewuchs behutsam und punktuell ein wenig zurückzuschneiden, fruchteten bisher nicht: „Leider ist im jetzigen Stadium noch keine Kompromissbereitschaft da“, formuliert es Majer-Leonhard diplomatisch. Er sei selbst Verfechter des Naturschutzes, doch habe das zugrundeliegende Gesetz an einer wichtigen Stelle eine Lücke. Ihm fehlt ein Satz wie: „Die Belange des Denkmalschutzes sind angemessen zu berücksichtigen.“ Keinesfalls geht es den Aktiven darum, die Burg, wie es vor gut zehn Jahren einmal im Gespräch war, freizustellen. Mit einem leichten Baumbeschnitt an einigen Stellen wäre aus ihrer Sicht schon viel gewonnen.

Die nächste Möglichkeit, den Burgturm zu besteigen, bietet sich am Sonntag, 11. September, dem Tag des offenen Denkmals.

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