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Strategiegespräch nach Baustopp: Sanierung des Falkensteiner Burgturmes wankt

Von Erst stand das Gerüst zwei Tage zu früh und jetzt soll es schon bald wieder abgebaut werden – die Sanierungsarbeiten am Falkensteiner Burgturm werden wohl nicht weitergeführt. So will es die Untere Denkmalschutzbehörde. Der Grund: Es fehlt im konkreten Fall die schriftliche Genehmigung und generell ein Konzept.
Hier steht das Gerüst noch am Burgturm. Geht es nach den Denkmalschützern, soll es allerdings bald abgebaut werden. Foto: Jochen Reichwein Hier steht das Gerüst noch am Burgturm. Geht es nach den Denkmalschützern, soll es allerdings bald abgebaut werden.
Falkenstein. 

Ratlosigkeit macht sich in diesen Tagen im Schatten des Falkensteiner Burgturms breit. Wie geht es weiter? Lässt sich vielleicht noch ein Weg finden, die begonnenen Sanierungsarbeiten am Turm zum geplanten Ende zu führen?

Fragen, auf die Gerd Böhmig, der Leiter des Fachbereichs „Planen, Umwelt, Bauen“ im Königsteiner Rathaus, heute in einem Krisengipfel gemeinsam mit Evi Dorn und Karl-Erich Giese vom Falkensteiner Heimatverein eine Antwort finden wollen und müssen. Denn: So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen.

Die beim Hochtaunuskreis angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde nämlich hat der Fortsetzung der erst vor etwas mehr als zwei Wochen gestarteten Sanierungsarbeiten einen Riegel vorgeschoben. Warum? Weil vorab offensichtlich keine schriftliche Genehmigung für die Maßnahme bei den Denkmalschützern eingeholt wurde.

„Der zuständige Mitarbeiter bei uns im Haus hat sich in dieser Sache zwar schon Anfang des Jahres mit den Verantwortlichen in Bad Homburg telefonisch in Verbindung gesetzt und ihnen die Planungen auch grundsätzlich erläutert“, betonte Gerd Böhmig gestern auf Anfrage der TZ.

Bedauerlicherweise jedoch habe der Kollege es versäumt, einen Antrag mit detaillierten Informationen zur offiziellen Genehmigung nachzuschieben. Will heißen: Es gab seitens der Denkmalschützer kein grünes Licht für die Maßnahmen. Das aber wäre erforderlich gewesen. Das weiß auch Böhmig, der durchaus Verständnis für das Handeln der Kollegen im Bad Homburger Landratsamt äußert. Auch wenn der von dort verhängte Baustopp die Verantwortlichen in Königstein kalt erwischt hat.

Stand jetzt, so Böhmig, sei von der Denkmalschutzbehörde lediglich zugestanden worden, dass die begonnenen Arbeiten noch abgeschlossen werden können und dann das Gerüst abgebaut werden muss.

Ob sich im heutigen Strategiegespräch mit den Verantwortlichen des Heimatvereins noch ein Königsweg finden lässt, der es ermöglicht, die Arbeiten fortzusetzen. Suchen, so Böhmig, wolle man ihn auf jeden Fall. Schließlich habe der Heimatverein bereits viel Engagement und Geld in die Maßnahme gesteckt. Zudem tue man ja „nichts Unrechtes“. Im Gegenteil. So habe man unter anderem Kontakt mit dem „Institut für Steintechnik“ aufgenommen, um eine möglichst authentische Mörtelmischung abzustimmen. In der Sache sei man also auf dem richtigen Weg. Einzig im Genehmigungsverfahren sehe er den Fehler.

Böhmig: „Wir werden deshalb am Donnerstag eine Bestandsaufnahme machen und schauen, was noch gemacht werden müsste. Danach werden wir natürlich auch den Kontakt mit der Denkmalschutzbehörde suchen.“

Allerdings will der Leiter des Baudezernats die Hoffnungen nicht zu hoch hängen. Zum einen würde selbst ein nachträglich eingeleitetes Genehmigungsverfahren vermutlich so lange dauern, dass an eine Fortsetzung der Arbeiten in diesem Jahr kaum noch zu denken sei. Der Winter kommt.

Zum anderen habe man aus Bad Homburg bereits das Signal erhalten, dass man dort ein konkretes Pflegekonzept für die Falkensteiner Burg sehen wolle, wie es gerade für die Königsteiner Festungsruine erarbeitet werde. Auf dessen Basis sollten weitere Sanierungsmaßnahmen festgelegt werden.

Enttäuschung beim Verein

Beim Falkensteiner Heimatverein hat man den ersten Schock und vermutlich auch Ärger mittlerweile verdaut. „Natürlich sind wir enttäuscht. Aber Fehler passieren nun mal, und es bringt jetzt auch nichts, darauf herumzureiten“, konstatierte Vorstandsmitglied Karl-Erich Giese gestern auf Anfrage der TZ. Letztlich bleibe dem Verein auch gar nichts anderes übrig, als sich das Armdrücken der Behörden aus der zweiten Reihe anzuschauen. Giese: „Wir geben zwar mit 16 000 Euro den Löwenanteil zur Sanierung dazu. Aber die Stadt ist Eigentümer und Auftraggeber. Wir können da nur abwarten.“

Grundsätzlich hoffe man seitens des Vereins natürlich, dass die Arbeiten am Turm bereits möglichst weit fortgeschritten sind und noch weiter vorankommen können. Denn dass das Mauerwerk des Rundturms stabilisiert werden müsse, stehe für ihn und seine Mitstreiter außer Frage.

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