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Flanier- und Fressmeile: Partystimmung auf der Hugenottenstraße

Einmal im Jahr verwandelt sich die Hugenottenstraße anlässlich des Hugenottenmarktes in die Flanier- und Fressmeile der Stadt. Auch dieses Mal wurde an den zahlreichen Buden wieder kräftig gefeiert und geschlemmt. Live-Musik gab’s am Samstagabend jedoch nur auf dem Landgrafenplatz.
Sehen und gesehen werden: Die Hugenottenstraße wurde bei dem nach ihr benannten Fest zur Flanier- und Fressmeile. Bilder > Foto: Jochen Reichwein Sehen und gesehen werden: Die Hugenottenstraße wurde bei dem nach ihr benannten Fest zur Flanier- und Fressmeile.

Dicht an dicht stehen die Buden auf der Hugenottenstraße. Verführerisch duftet die Luft nach verschiedensten Leckereien. Schweine-Spieße, Nackensteaks, Fritten, Crêpes – all das, was das Herz glücklich macht und einem beim Arzt die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Ins Schwitzen kommt man auch angesichts der warmen Temperaturen. Ein wenig Linderung verschaffen Cocktails, Mispelchen oder ganz klassisch das kühle Nass an einem der zahlreichen Getränkestände.

Traditionell kann auf dem Hugenottenmarkt natürlich auch ein wenig geshoppt werden. Im Angebot haben die Stände Lederwaren wie Taschen, Portemonnaies oder Gürtel, aber auch bunte Tücher, Lampenschirme oder geflochtene Weidenkörbe. Richtig viel los ist am frühen Abend noch nicht. „Das kommt aber“, sagt Standbetreiberin Ursula Witte (54), die gegenüber dem Kinderkarussell Lederwaren und Schmuck verkauft. Sie feiert heute ihr 25. Hugenottenmarkt-Jubiläum und weiß daher: „Das Hauptgeschäft ist etwas später am Samstagabend und natürlich vor allem am Sonntag.“

Viele Meter Erdbeerlimes

So langsam füllt sich die Hugenottenstraße denn auch. Die kühler werdende Luft treibt die Friedrichsdorfer auf die Straße und sorgt für reichlich Gewusel auf dem Festgelände. Ordentlich Betrieb ist am Getränkestand vor dem Phillip-Reis-Haus. Mehrere Meter Erdbeerlimes machen die Runde, während knallharter Rock von Iron Maiden aus den Boxen schallt. „Tja, das ist der Stand, der immer geht“, lacht Fleming Johannson (44), der die private Bude gemeinsam mit Freunden betreibt. Zum insgesamt dreizehnten Mal sind die zehn waschechten Friedrichsdorfer Jungs mit ihrem Stand beim Hugenottenmarkt dabei, gehören zum Inventar der Veranstaltung. „Wir feiern hier bereits seit unserer Jugend zusammen und hatten damals schon die Idee irgendwann einen eigenen Stand zu haben“, erinnert sich Henning Löw. Der 43-Jährige gerät ins Schwärmen: „Der Hugenottenmarkt ist immer so eine Art Revival des alten Freundeskreises. Man sieht sich ansonsten einfach viel zu selten.“

Coverband spielt

Auf der Bühne am Landgrafenplatz hat unterdessen der Auftritt von NiteShift begonnen. Mit einem Mix aus Soul, Pop und aktuellen Charthits sorgt die Coverband für beste Unterhaltung. „I feel good“, schmettert Sänger George Davis und trifft die allgemeine Stimmungslage auf dem Landgrafenplatz damit wohl ganz gut.

Etwas abseits der Musik steht der Seulberger Michael König gemeinsam mit seiner Ehefrau und den Nachbarn Rosemarie und Günther Heyl (82). Am Stand der DLRG lassen die vier es sich bei frittierten Champignons im Teigmantel gut gehen. „Sehr lecker“, lobt der 72-Jährige. „Hier kommen wir immer gerne hin. Auch die selbstgemachten Erdbeerlimes sind wirklich gut.“ Etwas schade findet König, dass es auf dem Hugenottenmarkt keinen richtigen Weinstand mehr gibt. „Das war immer sehr schön“, pflichtet ihm Rosemarie Heyl bei. „Dabei trinken gerade viele ältere Besucher sehr gerne guten Wein“, sagt die 81-Jährige. Die Gruppe ist sich einig: Der Hugenottenmarkt ist heutzutage stärker auf jüngere Leute ausgerichtet als noch vor einigen Jahren.

Solche junge Leute sind Markus Schöngens und Felix Kuhlmann. Die Mitglieder der „besten Männer-WG Köpperns“ sind gerade erst aufs Fest gekommen und stehen jetzt am Getränkestand der Jungen Union. Bis 21 Uhr ist hier Happy Hour, für die zwei 24-Jährigen der ideale Startpunkt der weiteren Abendplanung. „Wir laufen die Straße dreimal rauf und runter und schauen mal, was wir machen und wen wir treffen“, blicken die beiden etwas voraus. So machen es am heutigen Tag die meisten Besucher.

Wer die Budenreihen auf der Hugenottenstraße dabei bis zum Ende durchgeht, landet beim mobilen Irish Pub von Joachim Remhof. Auf der kleinen Bühne gegenüber der Bude hat am gestrigen Abend „The Original Andy Sommer“ gespielt, auch für heute war ein Auftritt des Schmittener Künstlers eingeplant. Allerdings hat sich der Musiker bei seinen Terminen vertan und musste absagen. „Schade, dass es nicht geklappt hat“, gibt sich Budenbetreiber Remhof leicht zerknirscht. „Ich versuche eigentlich immer Live-Musik anzubieten.“ Trösten können sich die Gäste mit leckerem irischen Guinness-Bier, britischem Cider und dreißig verschiedenen Sorten Whiskey. Dass es im Irish Pub nun etwas beschaulicher zugeht, gefällt Kimberley Kastens (20) und Philipp Heil (24) sogar ganz gut. „Hier ist es grad ein bisschen ruhiger als mitten im Trubel des Festes. Deswegen sind wir hergekommen“, erklärt die 20-jährige Friedrichsdorferin. Der Pub ist für die beiden dabei die letzte Station des heutigen Abends. Heil: „Danach geht’s eher unspektakulär direkt nach Hause.“

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