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Schleiereulenkästen angebracht: Ornithologische Gesellschaft kämpft gegen den Vogel-Schwund

Von Wer im Feld wanderte, sah früher Spatzenschwärme aus frisch abgeernteten Feldern aufsteigen. Amseln konnten zur Plage werden, wenn sie sich über herabgefallenes Obst hermachten oder die Kirschen vom Baum fraßen. Die Gefahr besteht heute kaum noch, denn viele Vögel sind rar geworden. Vogelschützer ziehen jetzt die Notbremse und schaffen Nistplätze für Schleiereulen.
Kameramann Oliver Klös blickt in den Schleiereulenkasten und entdeckt dort lediglich ein Wespennest. Foto: Gerrit Mai Kameramann Oliver Klös blickt in den Schleiereulenkasten und entdeckt dort lediglich ein Wespennest.
Hochtaunus. 

Spatzen zwitschern, Amseln singen, hin und wieder ist auch das Schwätzen eine Gartengrasmücke zu hören. Auf dem Naturkornhof von Werner Etzel scheinen Flora und Fauna noch in Ordnung. „Das ist kein Wunder, hier wird ja auch nicht gespritzt“, sagt Daniel Neubacher von der Kreisgruppe der Hessischen Ornithologischen Gesellschaft (HGON). Deshalb haben sie sich diesen Hof nördlich Wehrheims als einen von zehn Standorten für Schleiereulenkästen ausgewählt. In diesem Jahr war die Wohnung aber noch nicht bewohnt.

„Wir waren einfach zu spät“, nennt HGON-Mitglied Uwe Kühn den Grund. Schleiereulen-Weibchen beginnen schon im März mit der Suche nach einem geeigneten Nistplatz, und achten dabei genau auf die Voraussetzung für ihre Jungen. „Die Weibchen wissen genau, was sie erwartet.“ Sind sie erst am Brüten, muss der Gatte täglich 40 bis 50 Feldmäuse herbeischaffen, im Notfall tun es auch Spitz- oder Hausmäuse.

Früher wimmelte es

Aber um alle ist es nicht gut bestellt, das weiß auch Bauer Paul Erich Etzel. „Auf dem Bauernhof hat es früher von Vögeln nur so gewimmelt.“ Vom gemeinen Spatz über Schwalben bis hin zu den Schleiereulen. Mit ihrer ausdrucksvollen Erscheinung hatten die es dem Landwirt besonders angetan. „Deshalb setze ich mich dafür ein, dass sie eine Zukunft haben.“ Und dass sich im nächsten Jahr ein Paar dieser imposanten Vögel in Etzels Scheune niederlässt.

Majestätisch thront diese Schleiereule auf einem Stein. Vogelschützer kümmern sich nun darum, dass die Vögel nicht ganz aus dem Hochtaunus verschwinden. Bild-Zoom Foto: C.Robiller/naturlichter.de
Majestätisch thront diese Schleiereule auf einem Stein. Vogelschützer kümmern sich nun darum, dass die Vögel nicht ganz aus dem Hochtaunus verschwinden.

Das hoffen auch die Vogelschützer der HGON, die mit der Unterstützung der Umweltlotterie „Genau“ (Gemeinsam für Natur und Umwelt) die Voraussetzungen dafür schaffen möchten. Wie es die Bedingungen vorsehen, hatten sie sich bei „Genau“ mit dem Schleiereulenprojekt beworben. Nachdem der Hochtaunuskreis ausgelost wurde, hatten sie dann 5000 Euro bekommen und diese gleich in zehn Brutkästen umgesetzt, zehn weitere sollen folgen.

Viel Arbeit

Aber mit dem Geld allein ist es nicht getan. Sie – neben Kühn und Neubacher nicht mehr als eine Handvoll Ehrenamtlicher – müssen die Vögel beobachten, mögliche Standorte festlegen, die Nistkästen beschaffen, aufhängen und den Werdegang beobachten.

Info: Nur noch vier oder fünf Brutpaare im Kreis

Im Hochtaunus geht’s der Schleiereule schlecht, es gibt nach Auskunft der Vogelschützer von Hessischen Gesellschaft für (HGON) noch gerade mal vier oder fünf Brutpaare.

clearing

Beobachtet hat auch TV-Moderatorin Jennifer Sieglar das Treiben rund um den Naturkornhof. Kameramann Oliver Klös hielt sein Objektiv – in schwindelerregender Höhe – auf das Innere des Eulenkastens. Allerdings war nicht mehr zu entdecken als ein Wespennest. „Das werden wir im Herbst entfernen“, versichert Uwe Kühn. Also weitere Arbeit für die Vogelschützer. Am Einzug hätten die Wespen die Eulen nicht gehindert, denn: „Die Eulen sind schon viel früher da.“

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