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Streifengänge: Ordnungshüter sollen nachts in der Hugenottenstraße für Ruhe sorgen

Friedrichsdorfer Stadtpolizisten und Beamte der Polizeistation Bad Homburg sollen künftig nachts gemeinsam durch die Hugenottenstraße patrouillieren: Ziel ist, dass in der Randale-Straße wieder Ruhe und das Gefühl von Sicherheit einkehren.
Tagsüber wirkt die Hugenottenstraße nahe der Einmündung Talstraße ruhig, doch abends wird es laut und unangenehm. Foto: Jochen Reichwein Tagsüber wirkt die Hugenottenstraße nahe der Einmündung Talstraße ruhig, doch abends wird es laut und unangenehm.
Friedrichsdorf. 

Unruhe herrscht in der Hugenottenstraße nahe der Einmündung Talstraße. Mehrere kleine Lokale mit Spielautomaten und Wettbüros – die Anwohner sind genervt und verängstigt. Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) hat sich deswegen jetzt mit Kriminaldirektorin Antje van der Heide, Leiterin der Polizeidirektion Hochtaunus, getroffen und die Lage besprochen.

Der Grund: Einige Gäste der Spielstätten verschwinden nicht still und dezent hinter den Lokaltüren und treten später auch nicht diskret den Heimweg an. Stattdessen machen sie mitten in der Nacht Lärm und rauben Nachbarn den Schlaf.

Anlieger berichten von röhrenden Motoren, quietschenden Reifen und lautstarken Streitereien. Sogar von Rauschgifthandel und Waffen ist die Rede, außerdem von Schlägereien und Sachbeschädigungen. Manche Anwohner fürchten sogar um ihr Leben, andere finden die Sorgen übertrieben und nennen die Situation eher harmlos.

In der Tat bestätigte die Polizei seit Ende Dezember einen merklichen Anstieg von Straftaten in der Hugenottenstraße. Zwischen Weihnachten und Ende Januar sei es zu zwei Sachbeschädigungen, zwei Körperverletzungen, einer gefährlichen Körperverletzung, einer Beleidigung, einem Verstoß gegen das Waffengesetz und einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz gekommen sowie zu einem Diebstahl aus einem Auto. Repräsentativ für die Hugenottenstraße sei das aber nicht, dort sei kein Brennpunkt, hieß es. Trotzdem sei die Beunruhigung der Anwohner nachvollziehbar.

Nur eine Stunde Sperrzeit

Fakt ist auch: Es gibt nur eine einzige Stunde Sperrzeit: Von 5 bis 6 Uhr früh. Andererseits gilt, wie überall, auch in der Hugenottenstraße Nachtruhe. Das heißt, von 22 Uhr an müssen Fenster und Türen der Spiel- und Gaststätten geschlossen sein. „Wir werden auf jeden Fall künftig starke Präsenz zeigen“, sagt Burghardt. Friedrichsdorf habe drei neue Stellen für Stadtpolizisten geschaffen. Pro Stelle und Jahr seien das für die Stadt inklusive Arbeitsplatzkosten rund 65 000 Euro. Zwei der Stellen davon seien inzwischen so gut wie besetzt. „Die Personen haben zugesagt, aber bei ihren derzeitigen Arbeitgebern Kündigungsfristen einzuhalten“, sagt Burghardt.

Die Stadtpolizisten sollen künftig gemeinsam mit Beamten der Polizeistation Bad Homburg (die auch für Friedrichsdorf zuständig ist) nachts in der Hugenottenstraße Streife laufen. Das habe Burghardt mit van der Heide vereinbart. Er hoffe, dass es spätestens im April, wenn es draußen wieder wärmer ist, so weit sein werde. Und zwar auch in den späteren Abendstunden: „Das heißt auf jeden Fall bis Mitternacht und je nach Erfordernis auch darüber hinaus.“

Zusätzlich sollen künftig noch zwei Mitarbeiter eines privaten Wachdienstes durch die Straße patrouillieren und so mehr Sicherheit vermitteln. Auch da lägen die Bruttokosten pro Person für die Stadt bei rund 65 000 Euro pro Jahr. Welche Firma den Zuschlag bekomme, werde sich ebenfalls bald entscheiden. Der Rathauschef stellte aber auch klar: 24 Stunden, rund um die Uhr, Streifengänge seien nicht möglich. Trotzdem glaube er, dass sich die Lage mit der stärkeren
Ordnungskräfte-Präsenz entspannen werde.

Eine weitere Handhabe gegen allzu viele Spielstätten-Besucher sei die Vorschrift, dass in kleinen Lokalen nur jeweils maximal drei Automaten erlaubt seien. „Wir kontrollieren das regelmäßig. Stellen wir fest, dass gegen die Vorschrift verstoßen wird, droht dem Betreiber ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.“ Wenn das auch nichts nütze, könne die Stadt Ersatzvornahme androhen.

Schon Automaten entfernt

Burghardt: „Wir haben auch schon nicht legale Spielautomaten entfernt.“ Das strengere Spielhallengesetz dagegen gelte für die „Daddelbuden“ nicht. Dieses schreibe für größere Automaten-Salons beispielsweise einen Abstand von mindestens 300 Metern zu Schulen vor.

Die Stadt habe aber auch schon Strafzettel an nächtliche Falschparker verteilt. Anwohner hatten unter anderem berichtet, dass beispielsweise die Bushaltestelle an der Hugenottenstraße oft von parkenden Autos blockiert sei, so dass der Stadtbus behindert werde. Laut Burghardt hätten zudem nicht alle Lokalbetreiber die vorgeschriebene Zahl an Stellplätzen nachgewiesen.

Übrigens: Bereits 1996 gab es Beschwerden über Lärm und den Verdacht auf Rauschgifthandel rund um die Einmündung der Talstraße. Der Bereich wurde damals „Bermuda-Dreieck“ genannt.

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