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Nein zur großen Fusion: Mammolshainer und Schneidhainer sprechen sich gegen Doppelpass mit FC-TSG aus

Die große Fusion der Königsteiner Kicker ist vom Tisch – zumindest vorerst. Trotz der Avancen aus der Kernstadt winken Mammolshainer und Schneidhainer dankend ab.
Nicht nur in Mammolshain wollen die Fans auch weiterhin die Fahne für ihren Stadtteil-Verein hochhalten. Eine Fusion mit der Kernstadt ist für sie aktuell kein Thema. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Nicht nur in Mammolshain wollen die Fans auch weiterhin die Fahne für ihren Stadtteil-Verein hochhalten. Eine Fusion mit der Kernstadt ist für sie aktuell kein Thema.
Königstein. 

Alle vier Fußballteams der Kurstadt in einer Spielgemeinschaft vereint – zumindest den Verantwortlichen der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Falkenstein und des 1. FC Königstein könnte dieser Gedanke gefallen. Schließlich spielen beide Vereine auf dem Fußballfeld ohnehin schon seit 2003 den Doppelpass.

Diese Zusammenarbeit hat der FC zwar zum 30. Juni aufgekündigt. Aber nur, um sie in Zukunft formell noch intensiver auszugestalten. Über die Hintergründe wurden die Mitglieder der TSG Falkenstein bei ihrer Hauptversammlung im April informiert (wir berichteten. Und dabei ließen die Verantwortlichen auch anklingen, dass man Gespräche mit allen Fußballvereinen der Stadt beziehungsweise den jeweiligen Fußballabteilungen führen, um zu einem großen Verein in der Gesamtstadt zu fusionieren und um „Kräfte zu bündeln“.

Zum damaligen Zeitpunkt lautete die Information, dass sich die Sportgemeinschaft Blau-Weiß Schneidhain (SG BW) „offen“ für Gespräche zeige und sich der 1. FC Mammolshain gegen eine Fusion ausgesprochen habe. Seitens der TSG „sehe der Vorstand die Entwicklung positiv“. Das Konzept des 1. FC Königsteine sehe vor, bei einer Fusion „lediglich die Hülle zu stellen“. Es entstünde ein komplett neuer Verein mit einem neu zu wählenden Vorstand und unter einem neuen Namen.

Mittlerweile bezeichnet auch der TSG-Vorsitzende Jörg Pöschl das Vorgehen des 1. FC Königstein „als etwas forsch“. Denn derzeit steht fest: Unter den gegebenen Umständen kommt keine Fusion der vier Vereine zustande. Selbst Pöschel hält es für sinnvoll, „dieses Jahr noch mal alles so laufen zu lassen wie gehabt und weiter die Gespräche zu suchen“.

Angst vor Übernahme

Allerdings: Ganz so offen, wie im April avisiert, stehen auch die Schneidhainer dem Projekt nicht gegenüber, Auf Nachfrage der TZ war zu erfahren, dass der Leiter der Fußballabteilung der SG BW Schneidhain, Dietmar Möser, derzeit dagegen ist. Und steht damit nicht allein. „Den Jugendlichen ist nicht gewährleistet worden, dass sie als Mannschaft zusammenbleiben. Bei einer Mitgliederversammlung haben sich die Eltern ganz klar gegen eine Fusion ausgesprochen“, erklärt Möser. Außerdem habe er den Eindruck, dass der 1. FC dringend Trainingsmöglichkeiten benötige. „Es hört sich zwar toll an, dass es mittlerweile 27 Mannschaften gibt, der Platz ist aber begrenzt.“ Als in Schneidhain Geborener habe er ein massives Problem damit. Für Möser käme eine Fusion mit dem 1. FC Königstein einer Aufgabe der SG BW Schneidhain gleich.

Bereits bei der Mitgliederversammlung der TSG Falkenstein hatte Vereinschef Pöschl darauf hingewiesen, dass die Sportanlage am Altkönigblick primär der TSG vorbehalten bleibe. Auch der Vorsitzende des 1. FC Mammolshain, Bernd Reimann, winkt ab. „Wir haben mit viel Aufwand die Anlage in Mammolshain saniert. Viele Mitglieder haben hier handwerkliche Eigenleistungen erbracht. Zusätzlich zu den Zuschüssen der Stadt, hat der Verein noch erhebliche Gelder gesammelt und in die Anlage gesteckt und das Vereinsheim umgebaut. Das haben die Mitglieder für ihren Verein getan.“ Ihm und den Mitgliedern, mit denen er bisher gesprochen habe, widerstrebe der Gedanke der Fusion. Der Verein sei über 100 Jahre alt und gehöre zu Mammolshain. Man würde hier einen Verein kaputt machen“, so Reimann.

Der Vorsitzende des 1. FC Königstein, Ari Bizimis, sieht weiterhin eine Fusion als „gute Plattform“. Der 1. FC biete ein ganzheitliches Training, das über die Ortsteile verteilt auch den anderen Vereinen zugute kommen würde. Die Fußballer, Trainer und Betreuer des 1. FC würden hinter der Sache stehen. Man müsse „alte Zöpfe abschneiden“.

Bizimis ist sich sicher, dass eine Fusion, vor allem für die Jugendlichen und für die Vereine die beste Lösung sei. Die anderen Vereine hätten keine durchgängigen Mannschaften von den Jüngsten bis zum Seniorenbereich. Von einem gewissen Jahrgang an müssten die Jugendlichen sowieso den Verein wechseln, wenn sie weiterspielen wollten. Bizimis: „Und, natürlich wollen wir mit den Angeboten auch weiterhin Fußball als Leistungs- und Breitensport anbieten.“

Die Reformen innerhalb des 1. FC Königsteins seien auch erst einmal mit einem „Nein“ beschieden worden. „Das demotiviert uns nicht. Der Erfolg gibt uns Recht.“ Der Vorwurf, dass der 1. FC die Vereine übernehmen wolle, sei ihm bekannt. „Von uns klebt keiner an seinem Posten. Es soll fair bleiben. Wir arbeiten lediglich daran, die Kräfte zu bündeln.“

Im September wird es erneut Gespräche geben. Bernd Reimann betont allerdings schon jetzt: „Das derzeitige Konzept des 1. FC Königstein ist mit uns in der Form nicht umzusetzen.“ juba

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