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Naturdenkmal: Kein Extrawasser für die alte Linde in Oberursel

Ein Leser ist wegen der anhaltenden Trockenheit in Sorge um das alte Lindenbäumchen im Feld zwischen Oberursel und Bad Homburg. Die untere Naturschutzbehörde will den Baum aber nicht bewässern.
Das Lindenbäumchen ist am Sonntagnachmittag wieder Schauplatz einer Lesung. Foto: Matthias Reichwein Das Lindenbäumchen ist am Sonntagnachmittag wieder Schauplatz einer Lesung.
Oberursel. 

Der Leser, der sich mit einer E-Mail an die Taunus Zeitung gewandt hat, ist in Sorge um das alte Lindenbäumchen im Feld zwischen Oberursel und Bad Homburg. Er ärgert sich, dass Geld für einen Rahmen um den Baum ausgegeben wurde – dieser wurde vom Künstlerduo Winter/Hoerbelt gestaltet und im Oktober 2017 eingeweiht –, aber nun trotz langer Trockenheit niemand den Baum wässere.

Letzteres ist auch gar nicht vorgesehen. Für das Lindenbäumchen als Naturdenkmal ist die Untere Naturschutzbehörde des Hochtaunuskreises zuständig. Deren Fachleute teilen über Kreissprecherin Andrea Herzig mit, dass Bäume üblicherweise nur dort bewässert werden, wo die Versorgung andernfalls nicht sichergestellt wäre. Als Beispiel werden frisch gepflanzte Bäume ohne voll ausgebildetes Wurzelsystem oder Straßenbäume in stark versiegelten Bereichen genannt.

Der Kreis betreue mehr als 60 als Naturdenkmal eingestufte Bäume. Der Aufwand, diese mit Wasser zu versorgen, übersteige die Möglichkeiten des Kreises bei weitem.

„Die Linde ist mehr als 400 Jahre alt und hat in dieser Zeit sicherlich ähnliche Trockenperioden auch ohne künstliche Bewässerung überstanden“, sagt Herzig. Zudem entwickele sich der Baum seit langem zurück und sei teilweise bereits abgestorben. Die Pflege dieses Baums diene allein der Verkehrssicherheit.

Trockenheit hin, Trockenheit her: Am kommenden Sonntag ist das Lindenbäumchen von 15 Uhr an Schauplatz einer Lesung, die der Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO) organisiert. Vorgetragen wird die vierte Episode der Geschichte „Der Baum denkt“ von Saskia Hennig von Lange.

Die Autorin trägt selbst vor. Im Mittelpunkt steht eine neue Episode aus der langen Lebenszeit des Baumes, die eng mit der Lebensgeschichte des Mädchens Marie verwoben ist. Eingeflossen sind Überlieferungen und Erinnerungen von Menschen aus der Region.

Gerne hört sich Saskia Hennig von Lange nach der Lesung die persönlichen Erlebnisse der Besucher und Teilnehmer an – alternativ können diese per E-Mail an
Lindenbaum.Oberursel@gmx.de geschickt werden. Besucher werden gebeten, am Sonntag Geschichten und alte Fotos zum Thema mitzubringen.

Die Linde an der verlängerten Freiligrathstraße ist nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.

(she)

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