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Hitze: Gefährdungslage in den Wäldern im Taunus spitzt sich zu

Von Hessische Waldbesitzer sind besorgt. „Solange es nicht ergiebig regnet, spitzt sich die Gefährdungslage weiter zu“, sagt der Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Christian Raupach, am Rande einer Löschübung.
Stadtbrandinspektor Thomas Schaub leitete die Übung. Foto: Frank Saltenberger Stadtbrandinspektor Thomas Schaub leitete die Übung.
Neu-Anspach. 

Verheerende Waldbrände in Spanien, Portugal, den USA, Griechenland und kürzlich erst in Schweden, die Bilder, die das Fernsehen oder die Presse liefern, lassen die Alarmglocken auch hierzulande schrillen. Auch in Hessen hat die anhaltende Trockenheit die Gefahr von Waldbränden dramatisch ansteigen lassen, und die hiesigen Wehren mussten bereits einige Male ausrücken. Dabei haben sie ihre Schlagkraft unter Beweis gestellt. „Jede Wehr ist gehalten, mindestens einmal im Jahr eine Waldbrandübung durchzuführen“, sagte Norbert Fischer, Vorsitzender der Kreisfeuerwehrverbandes Hochtaunus.

Ehrenamt an den Grenzen Waldbrände machen Kommunen zu schaffen

Die Freiwilligen Feuerwehren in der Region haben aktuell alle Hände voll zu tun. Vor allem kleinere Waldbrände halten die Ehrenamtlichen auf Trab. Weil immer mehr Menschen nicht dort arbeiten, wo sie wohnen, ist eine Umstrukturierung der Gefahrenabwehr nötig.

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Bei der jetzigen Lage würden gleich Feuerwehren aus der Nachbarschaft mit alarmiert, um die Wasserversorgung der Wehren vor Ort zu gewährleisten. Genau das trainierten die Wehren von Hausen-Arnsbach und Rod am Berg bei einer Übung, die zusammen mit dem Hessischen Waldbesitzerverband ausgerichtet wurde.

Leicht entflammbar

„Die seit Wochen anhaltende Trockenheit, verbunden mit extrem hohen Temperaturen, hat die Wälder ausgetrocknet. In weiten Teilen der Wälder verdorrt die Bodenvegetation und ist leicht entflammbar“, so der Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Christian Raupach. Die für Hessen hohe Zahl von 75 Waldbränden seit Mai zeigten, wie angespannt die Lage sei. Solange es nicht ergiebig regne, spitze sich die Gefährdungslage weiter zu, so Raupach weiter, der anlässlich der Übung auf das Zusammenspiel von Forst, Kommunen und Feuer- wehren hinwies. Deshalb gehe es auch ohne die örtlichen Förster nicht. Revierförster Hans-Peter Groos von Hessen Forst war bei der aktuellen Übung dabei und hatte auch die Stelle ausgesucht, wo der Ernstfall geprobt wurde: Es war eine Fläche zwischen Neu-Anspach und Schmitten, wo der Orkan Kyrill 2007 erheblichen Schaden angerichtet hatte. Der Hang wird seit dem als Mischwald wieder aufgeforstet.

Christian Raupach, Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes. Bild-Zoom Foto: Frank Saltenberger
Christian Raupach, Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes.

Der Zustand der Vegetation und die Hangneigung spielten bei der Brandbekämpfung eine große Rolle, sagen die Fachleute. Besonders gefährdet seien Nadelwälder mit Grasbewuchs auf dem Boden.

Auf Ortskenntnisse der Förster sind die Brandbekämpfer in hohem Maße angewiesen, denn entscheidend sei das rasche und nahe Anfahren der Brandstellen. „Wir haben hier eine sehr gute Wegeinfrastruktur“ erklärte Groos. Eine beunruhigende Komponente, aber: Im Wald seien keinen Hydrante. Deshalb war die Sicherstellung des Wassernachschubs ein Schwerpunkt der Übung. Für den Erstangriff führen die Tanklöschfahrzeuge Wasser mit, aber mit zu den ersten Maßnahmen gehört der Aufbau einer Wassernachführung.

Info: Das Land Hessen hat die meisten naturnahen Wälder

Der hessische Waldbesitzerverband vertritt und bündelt die Interessen kommunaler, körperschaftlicher und privater Waldbesitzer in Hessen. Sitz der Geschäftsstelle ist in Friedrichsdorf.

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Die Übung wurde vom Neu-Anspacher Stadtbrandinspektor Thomas Schaub geleitet: „Wir werden nachher genau analysieren, wie lange wir für was gebraucht haben“, sagte er kurz während des Übungseinsatzes.

Die Beobachter, zu denen auch der Neu-Anspacher Erste Stadtrat Dr. Gerriet Müller (b-now), Pressevertreter und das Hessenfersehen gehörten, konnten sich ein Bild vom Ablauf machen. Einsatzleitung und Forst waren als erste zur Stelle, die Fahrzeuge mit Löschwasser und Ausrüstung rückten nach und begannen mit dem Ausrollen der Schläuche, dem Herstellen von Verbindungen und Verteilern und brachten Einsatzgeräte im Position.

Wasser aus dem Bassin

Dazu gehörte ein Wasserbassin. Es ähnelt einem großen Wasserbeutel, dessen Rand aufgepumpt wird und in Sekundenschnelle Wasser aufnehmen kann. Im Ernstfall hätten dies in einem ringförmig geführten Pendelverkehr Tankfahrzeuge übernommen. Beim derzeitigen Zwang zum Wasser sparen ließ die Einsatzleitung nur wenig Wasser in das Bassin sprudeln und verspritzen. Aber ganz ohne ging es dann auch wieder nicht. Aufbau von Bassin und Pumpe und der Schlauchleitung zur Brandstelle liefen fast zeitgleich und in Windeseile ab, in Sekunden blähten sich die Schlauchleitungen auf, und die Männer an den Spritzen warteten auf den Moment, gezielt die Flammen bekämpfen zu können.

„Die Situation hier ist mit den Gegebenheiten beispielsweise in Griechenland nicht vergleichbar“, erklärte Norbert Fischer und sprach damit noch einmal die gute Erschließung der Wälder das Wegenetz an. Aber schwer zugängliche Stellen gebe es hier auch. Deshalb mahnten alle Beteiligten noch einmal höchste Vorsicht an: Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Wald verboten, auch Grillplätze sollten derzeit nicht benutzt werden, Fahrzeuge nicht im Wald oder auf grasbewachsenen Wegen parken, im Brandfall über die Notrufnummer 112 alarmieren und sich umgehend von der Brandstelle entfernen.

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