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Chöre aus Falkenstein, der Kernstadt und Wehrheim: Diese Kooperation klingt nach mehr

Zwei Dirigenten, eine beeindrucken Zahl an Sängerinnen und Sänger – zu seinem Adventskonzert hatte der MGV Falkenstein sich stimmstarke Unterstützung aus der Nachbarschaft eingeladen. Ein Gewinn für alle Beteiligten – vor allem für das Publikum.
In der Falkensteiner Christkönigkirche gaben die Sängerinnen und Sänger mehr als nur eine Kostprobe ihres Könnens. Foto: Jens Priedemuth Tel. 0173-3110088 In der Falkensteiner Christkönigkirche gaben die Sängerinnen und Sänger mehr als nur eine Kostprobe ihres Könnens.
Falkenstein. 

Fast 50 singende Männer auf einer Bühne – das hat heute Seltenheitswert. Denn um die Männergesangvereine ist es nachweislich nicht mehr gut bestellt. „Ein toller Anblick“ befand da zu recht Markus Schleicher, der Vorsitzende des MGV 1875 Falkenstein, und fügte hinzu: „Wir kämpfen darum, dass wir den Männergesang noch lange erhalten.“

Dass so viele Männerstimmen die Christkirche füllten, war einem guten Einfall des Vereins zu verdanken: Die Mitglieder wollten dem Publikum wieder etwas Besonderes zum Weihnachtskonzert bieten. Deshalb hatten sie sich Anfang des Jahres an die Singgemeinschaft 1860/1893 Königstein gewandt und sie zum gemeinsamen Konzertieren eingeladen.

Obwohl die beiden Chöre eigentlich nur eine Stadtteilgrenze trennt, hatte es noch nie einen gemeinsamen Auftritt gegeben. Die nun sehr gelungene Premiere könnte den Auftakt zu mehr bieten.

Durch die zwei Chorleiter Mark Opeskin und Wolfgang Gatscher bekam das Publikum nicht nur ein sehr gemischtes und interessantes Programm geboten, sondern es konnte nebenbei auch noch zwei Dirigiermethoden kennenlernen. Dass die Männer und Frauen zum ersten Mal gemeinsame Sache machten, fiel nicht auf. Die Chöre harmonierten gut miteinander.

Um den „tollen Anblick“ erlebbar zu machen, reichten allerdings die Nachbarn aus Königstein nicht ganz aus. Mark Opeskin hatte Verstärkung aus dem Hintertaunus mitgebracht: den Chor Cantus Wirena aus Wehrheim. Im Gepäck war auch ein eher ungewöhnliches Stück für das Weihnachtskonzert eines Gesangvereins: eine Messe für Männerchor und Orgel von Charles Gounod. Der französische Komponist ist heute nur noch berühmt für sein „Ave Maria“. Er hat aber zahlreiche geistliche Stücke komponiert und den Gesangvereinen gewidmet. Da diese kaum noch aufgeführt werden, konnten die Zuhörer nicht nur den vollen Klang eines großen Männerchores unter Begleitung des Organisten Torsten Mann genießen, sondern auch die romantische Musik des fast vergessenen Komponisten.

Anspruchsvoller Mix

Auch das restliche Programm setzte auf Ungewöhnliches: Statt sich nur auf deutsche Weihnachtslieder zu beschränken, gewährten die Chöre einen Einblick in verschiedene Lied- und damit auch Weihnachtskulturen. Während die amerikanischen Versionen eher jazzig daherkamen, hatte das schwedische Weihnachtslied „Jul, jul, stralande jul“ einen sehr schwermütigen Grundton.

Besonders gelungen waren die Interpretationen von „Macht hoch die Tür“ und „Fröhliche Weihnacht überall“. Bei der Mischung aus Tradition und Moderne zeigte sich der Falkensteiner Chor auch offen für die zeitgenössische Musik: Er führte das „Ave Maria“ des Finnen Jaakko Mäntyjärvi (*1963) auf, der gesprochenen Text mit Gesang und gehaltenen Tönen überlagert. Für den ein oder anderen Zuhörer sicher unerwartet und gewöhnungsbedürftig. Aber zugleich ein Beleg dafür, dass Gesangvereine durchaus mit der Zeit gehen.

(krg)
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