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Birkenblätter als Ersatzseife

Die Feierlichkeiten zum 1250-jährigen Bestehen Seulbergs haben am Wochenende mit einem bunten mittelalterlichen Spectaculum begonnen. Das Wetter spielte am ersten Tag zwar nicht so ganz mit, trotzdem bestach das Fest mit viel Liebe zum Detail und einem großen Einsatz der Organisatoren.
Die Bohemian Bards traten beim Mittelaltermarkt in Seulberg auf. Bilder > Foto: Jochen Reichwein Die Bohemian Bards traten beim Mittelaltermarkt in Seulberg auf.
Seulberg. 

Ein Mann brachte viele Besucher, egal, ob gewandet in mittelalterlichen Roben oder eingepackt in warme Jacken, ins Staunen. Govan der Schamane trotzte am Samstag dem kühlen und regnerischen Wetter. Das mittelalterliche Festwochenende stellt den Auftakt zu den vielen Feierlichkeiten zum 1250-jährigen Bestehen Seulbergs dar. Barfuß stand der Bärtige vor seinem Zelt, in dem er selbst,gezogenen saftig grünen Bärlauch und mit Runen bedruckte bunte Wimpel anbot.

„Das ist wie bei einem Kochtopf“, lachte er verschmitzt und zeigte auf seine warme Pelzkappe. „Wenn oben der Deckel drauf ist, ist es unten warm.“ Wer mit ihm ins Gespräch kam, konnte außerdem erfahren, dass nasse Birkenblätter, kräftig zwischen den Händen gerieben, ein prima Seifenersatz sind. „Ich gebe gerne altes Wissen weiter und zeige auch, wie man aus Bienenwachs und Ringelblumen eine Salbe macht“, so Govan.

Er war einer von rund 60 Händlern und Ausstellern, die ihre Zelte rund um die Evangelische Kirche aufgestellt hatten. Fahnenmacher waren da, Korbflechter, Schmuck- und Gewandverkäufer. Andere boten Schnitzarbeiten, Felle oder den Blick in die Zukunft an. Leckeres aus Pfanne, Ofen und von Grill und Spieß gab es außerdem.

Wenn nur das regnerische Wetter am Samstag nicht gewesen wäre. „Das ist wirklich schade, denn die Organisatoren sind alle mit Herzblut dabei und haben sich eine riesige Mühe mit der Planung gemacht“, war anerkennend von den angereisten Händlern über die Arbeit der Organisatoren und Mitwirkenden vom Seulberger Verein für Geschichte und Heimatkunde und dem Seulberger Vereinsring und seinen Mitgliedern zu hören. Was für eine Belohnung, dass am Sonntagnachmittag dann der Himmel aufriss und die Sonne zum Vorschein kam.

Konzipiert als Fest für Familien, hatten die Kinder eine eigene Spielstraße mit Bauernkegeln und Ritterprüfung und einem Streichelzoo mit Schaf und Esel. Bogenschießen bei den Seulberger Schützen und eine kleine Geschichtsstunde mit von Kindern gespielten lebenden Bildern sorgten für Abwechslung.

Publikumsmagneten waren die beiden Musikensembles „Maleficium“ und die Prager „Bohemian Bards“. Ein Volltreffer war außerdem der umherziehende Gaukler Hubertus mit seinen witzigen Jonglagen.

Die Liebe zum mittelalterlichen Detail machte diese Spectaculum-Premiere aus, deren Konzept in nächtelangen Abstimmungstreffen erarbeitet und umgesetzt wurde. Fast alle Mitwirkenden waren historisch verkleidet – so taten die Mitglieder vom SV Seulberg in Mönchskutten ihren Dienst hinter der Theke.

Hüpfburg aus Stroh

Schon die feierliche Eröffnung am Samstagvormittag mit gewandeten Vertretern aus Stadt- und Ortsspitze lief launig in schönstem Mittelalter-Sprech. Die Hüpfburg war nicht aus aufblasbarer Kunststoffplane, sondern aus Strohballen gestapelt. Pommes suchte man vergeblich, denn die gab es im Mittelalter noch nicht.

Zum Ausgleich sorgten rund 80 selbst gemachte Kuchen und Torten, die die Landfrauen im Heimmuseum anboten, für ein gutes Bauchgefühl. Genauso wie das über offenem Feuer gebackene Stockbrot der Messdiener von St. Bonifatius.

Die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Stadtarchivarin Dr. Erika Dittrich, die das gute Verhältnis zu den angereisten Händlern betonte, und der Vorsitzende des Seulberger Vereinsrings, Sven Rehe, zogen eine insgesamt positive Zwischenbilanz. „Wir haben gezeigt, dass unser Spectaculum funktioniert und gut angenommen wird“, so Rehe, der sich über die gute Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Verkehrswacht freute.

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