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Leben verändert: Bilder vom Scheunenbrand lassen Landwirt Karl Mielke nicht los

Von Binnen weniger Stunden hat sich das Leben von Karl Mielke entscheidend verändert. Seine Scheune brannte bis fast auf den Grund nieder, doch die Aufräumarbeiten haben noch nicht einmal begonnen.
Karl Mielke schmerzt der Blick durch die Boxenöffnungen, denn genau an dieser Stelle kam sein Pony ums Leben. Karl Mielke schmerzt der Blick durch die Boxenöffnungen, denn genau an dieser Stelle kam sein Pony ums Leben.
Usingen. 

Der Geruch von verbranntem Holz liegt gestern noch immer in der Luft zwischen dem Wohnhaus und der Scheune von Karl Mielke auf dem Sonnenhof. Wasser tropft von den verbrannten Überresten und schwarze Schlacke bedeckt den Boden. „Wir sind froh, dass er überhaupt noch lebt“, sagte seine Tochter Martina Hartman, die dieser Tage nach ihm schaut und in ihrer Stimme schwingt noch immer Besorgnis mit.

In der Tat hatte Karl Mielke Glück im Unglück. Denn als in der Nacht von Samstag auf Sonntag seine Scheune gegenüber dem Wohnhaus im Achtzehnmorgenweg in Flammen steht, zögert der 79- Jährige nicht, ruft erst die Feuerwehr und läuft dann gen Stall. Er will Pony Caro retten, das dort seine Box hatte. Meter hoch schlugen da schon die Flammen gen Himmel, die sich in dem Bau aus Holz, Stein und Ethernitplatten ausbreiteten. „Als ich zu der ersten Tür kam, schlug mir schon dichter Rauch entgegen“, schilderte Mielke drei Tage nach dem Brand. Dass die Holzdecke nicht auf ihn stürzte war Glück im Unglück. Er kommt mit dem Leben davon. Doch sein Pony kann er nicht retten.

Hilflosigkeit ist schlimm

Noch immer schmerzt ihn der Gedanke und Tränen standen in seinen Augen. Caro war nämlich nicht irgendein Pony, sondern ein Siegertyp mit dem Enkel Torben im ersten Jahr gleich 18 Mal unter den ersten drei Gewinnern bei Turnieren war. Mit 21 Jahren war Caro inzwischen genauso in Rente wie Karl Mielke selbst. Doch das Tier war immer noch etwas Besonderes. „Das Schlimmste in so einem Moment ist die Hilflosigkeit. Du siehst alles verbrennen und kannst nichts tun. Und dann kamen die ganze Zeit über die Gedanken, wie das Pony wohl gestorben ist“, sagte Mielke. Diese Bilder in seinem Kopf lassen den Landwirt auch heute nicht zur Ruhe kommen und hielten ihn die letzten Tage wach. Auch als er in der Nacht ins Krankenhaus kam, da sein Blutdruck förmlich zu explodieren schien. Immer wieder quälen ihn die Bilder von dem Feuer.

Sein Lieblingstraktor mit dem Mielke seinem Sohn Jörg bei der Landwirtschaft zur Hand geht – ein Opfer der Flammen. „Das war schon ein Oldtimer“, sagte Mielke mit Blick auf den verkohlten Trümmerhaufen, der zusammengeschmolzen noch in der abgebrannten Ruine steht. Die Scheune hat Karl Mielke Ende der 40er eigenhändig mit aufgebaut, als er den Hof noch gemeinsam mit seiner Frau bewirtschaftete.

Als sie 2009 starb, war das ebenfalls ein harter Schicksalsschlag für den aus Rummelsberg stammenden Landwirt. Den Kontra-Punkt dazu setzten die Erfolge von Enkelsohn Torben mit Pony Caro. Ein Lichtblick für den Landwirt aus Usingen, die nun nur noch Erinnerungen sind.

Heu abgelöscht

Wie es nun weiter geht, weiß Mielke noch nicht. „Die Feuerwehr hat das Heu noch einmal abgelöscht. Inzwischen hängen Eiszapfen von dem Rest des Zwischenboden“, sagte Mielke. Nun hofft er, dass die Versicherung bald einen Gutachter schickt, um zu klären wie es weiter geht und auch einen Statiker, der prüft, ob die Reste der Scheune noch standfest sind. Und auch die Frage, ob die teuren landwirtschaftlichen Maschinen ersetzt werden, ist noch nicht geklärt. Sorge hat Mielke vor allem, dass die Mauerreste auf Grund von Wasser und Frost platzen könnten. Dann würden die Reste der Scheune womöglich auch noch einstürzen.

Heu, Stroh und Maschinen seien zwar monetäre Werte, „aber der Verlust des Lebens tut am meisten weh.“ Der Anblick wird ihn noch eine lange Zeit begleiten, ebenso der verkohlte Geruch. Die Brandursache ist noch immer unklar, die Kriminalpolizei ermittelt.

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