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Karriere-Anfänge: Ausstellung mit georgischem Künstlerehepaar im Altkönig-Stift

Giorgi Gugushvili und Ketevan Matabeli sind ein Künstlerehepaar, das sich aus Georgien heraus einen Namen in der ganzen Welt gemacht hat. Ausstellungen in New York, Dubai oder Paris sind Zeugnis ihres Schaffens. Das Altkönig-Stift zeigt in einer Ausstellung nun einige Bilder des Paares. Kontakte zum georgischen Generalkonsulat und zum Verein Tiflis machen es möglich.
Georgi Gugushvili erläutert, was ihn zu seinen Bildern inspiriert und wie er seine Technik einsetzt. Georgi Gugushvili erläutert, was ihn zu seinen Bildern inspiriert und wie er seine Technik einsetzt.
Kronberg. 

Barbara Schwarz ist begeistert. Die Kunstliebhaberin wohnt im Altkönig-Stift und freut sich, „dass hier immer wieder Künstler die Gänge schmücken und zum Verweilen einladen.“ Doch dieses Mal findet Barbara Schwarz die Werke ganz besonders „reizend“, wie sie sagt. Noch dazu, dass gleich zwei Künstler die Räumlichkeiten mit Kunst bereichern.

Die Anwohnerin des Altkönigstifts sitzt gemeinsam mit weiteren Bewohnern, Gästen und Vertretern des georgischen Konsulats im Speisebereich bei Sekt und Saft. Man ist gespannt, wie die Künstler wohl sein werden. Unnahbar? Oder doch ganz bodenständig?

Ganz bodenständig

Giorgi Gugushvili und seine Frau Ketevan Matabeli sind zweifelsohne der zweiten Kategorie zuzuordnen. Bereits vor der offiziellen Begrüßung durch Annette Wittkopf und Vorstand Thekla Thiede-Werner unterhielten sich die Künstler mit den anwesenden Gästen angeregt. Das Eis war sofort gebrochen.

Giorgi Gugushvili und Ketevan Matabeli kennen sich seit 1973. Beide studierten an der Staatlichen Akademie der Künste in Tiflis. Gugushvili gesteht: „Ich war von den Arbeitsmaterialien meiner Frau fasziniert und wollte damit malen.“ In der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik sei es schwierig gewesen, an gutes Arbeitsmaterial heranzukommen. Pinsel, Stifte und Leinwände waren knapp. „Die Grenzen waren geschlossen und ein künstlerisches Schaffen nur innerhalb enger Grenzen möglich“, so der Künstler in Retrospektive an die Anfänge seiner Zeit.

Gugushvili und Matabeli verband damals wie heute die Liebe zur Kunst. „Auch wenn wir beide einen komplett anderen Stil haben, sind wir im Herzen Künstler“, gesteht Ketevan Matabeli.

Beginn der Karriere

Die beiden haben sich im Laufe der Jahre einen anerkannten Ruf auf der ganzen Welt „ermalt“. Doch erst mit dem Ende der Sowjetunion nahm ihre Karriere international Fahrt auf. „Wir haben unseren heutigen Erfolg auch Deutschland zu verdanken“, gibt Giorgi Gugushvili unverblümt zu. Eine Einladung einer Sparkasse in Baden-Württemberg habe sie im Jahre 1989 zum ersten Mal nach Deutschland gebracht. „Die Leute waren sehr freundlich und interessiert“, erinnert sich das Künstlerehepaar. Danach ging alles recht schnell. Gugushvili, der Ölfarben auf spezielle Kartonagen arbeitet und mit feinen Spateln filigrane Figuren ritzt, fasziniert nicht nur durch seine angewandte Technik. Die Farbgebung variiert, besitzt aber häufig den Grundton weiß. Unter den ausgestellten Bildern mag er besonders das „Schachbrett“ und die „Begegnung“.

Ketevan Matabeli hat sich auf eine gänzlich andere Technik spezialisiert. Sie kombiniert Klebe- und Collagetechniken. Bei vielen ihrer Werke wurde sie durch Erzählungen des georgischen Dichters Schota Rustaweli inspiriert, einem der bedeutendsten Literaten des Mittelalters. Er schrieb zwischen 1196 und 1207 auf Geheiß der Königin Tamara von Georgien das höfische Epos „der Recke im Tigerfell“, in dem es um Ritterlichkeit und Edelmut geht, die sich über Religion und Nation erheben.

Gugushvili lehrt seit 2004 an der Akademie der Künste in Tiflis und ist dort seit vier Jahren Direktor. Seine Ehefrau ist Ehrenbürgerin der Stadt Tiflis und Direktorin des Art Center „Foliant“ in Tiflis. Die vielfach ausgezeichneten Künstler gaben zu, trotz ihres kurzen Aufenthalts bis zum heutigen Freitag noch einen Blick in die kleinen Gassen Kronbergs werfen zu wollen. Georgien, das in diesem Jahr Gastland bei der Buchmesse sein wird, rechtfertigt bereits ihren nächsten Besuch Anfang Oktober. Spätestens dann probiere er auch den hiesigen Apfelwein, bekannte Giorgi Gugushvili augenzwinkernd.

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