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Gefahr: Anhaltende Trockenheit: Wenn es im Wald brennt

Von Tausende Erholungssuchende tummeln sich täglich im Naturpark Taunus. Wegen der anhaltenden Trockenheit steigt im Feldberggebiet und im Wald südlich des Hauptkammes die Gefahr von Waldbränden. Nördlich des Feldberges im Usinger Land hat sich die Lage dagegen zumindest etwas entspannt.
Auch unterhalb des Kleinen Feldbergs hat es in diesem Jahr schon gebrannt. Die Waldbrandgefahr ist derzeit nicht überall im Taunus gleich hoch. Foto: Sven-Sebastian Sajak Auch unterhalb des Kleinen Feldbergs hat es in diesem Jahr schon gebrannt. Die Waldbrandgefahr ist derzeit nicht überall im Taunus gleich hoch.
Hochtaunus. 

In Hessen hat es seit Wochen kaum noch geregnet. Das Hessische Umweltministerium bittet deshalb alle Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. „Im südlichen Bereich des Taunus und im Feldberggebiet herrscht nach wie vor mittlere Waldbrandgefahr“, teilt Sprecherin Annette Zitzer mit. „In Bereichen, in denen es am Donnerstag zu intensiveren Niederschlägen gekommen ist, ist die Gefahr vorübergehend geringer.“

Da die auftretenden Starkregen und Gewitter nur lokal waren, ist die Gefahrenlage von Ort zu Ort sehr unterschiedlich. Wie kleinräumig die Niederschläge fallen, zeigt der Starkregen vom Donnerstag im Hochtaunuskreis. Nach Angaben des Forstamtes in Königstein blieb der komplette Taunus-Südhang zwischen Bad Homburg und Königstein völlig trocken, während im Usinger Land Wald und Feld kräftige Niederschläge abbekommen haben.

Info: Was zu beachten ist

„Rauchen ist im Wald grundsätzlich nicht gestattet. Waldbrandgefahr geht ebenfalls von liegengelassenen Flaschen und Glasscherben, aber auch entlang von Straßen durch achtlos aus dem Fenster geworfene

clearing

Doch für die Feuerwehren der Feldberg-Anrainer-Kommunen bleibt die Lage weiterhin angespannt. Nicht zuletzt durch die unheimliche Serie von Brandstiftungen im Taunus-Wald. Jüngst hatten Polizei und Feuerwehr Recherchen dieser Zeitung bestätigt, wonach seit mehr als fünf Jahren eine unheimliche Serie von Brandstiftungen die Feldberg-Region erschüttert.

Immer zur gleichen Zeit

Am vergangenen Sonntag hatte es erneut gleich zwei Mal in Schmitten nahe des Parkplatzes „Teufelslai“ und im Wald in Glashütten in der Nähe der Kittelhütte gebrannt. „Ich bin kein Gutachter. Doch es ist sehr auffällig, dass die Feuer meist zur gleichen Uhrzeit an den Wochenenden gemeldet werden“, sagt Oberreifenbergs Wehrführer Martin Ringwald, der am vergangenen Wochenende abermals mit seinen Mannen ausrücken musste.

Um den Brand schneller auffinden zu können, habe der Feuerwehrverein der Oberreifenberger Brandbekämpfer jüngst eine Drohne angeschafft, die über Spenden finanziert wurde. „Nach der Alarmierung können wir den Brandort schnell aus der Luft lokalisieren und verlieren keine Zeit“, sagt Ringwald. Außer den Bildern taucht auf dem Display nämlich auch eine elektronischen Karte auf.

Bereits beim Eingang eines Notrufes bittet die Leitstelle die Augenzeugen zu einem nahen Punkt im Wald zu kommen, der dann auch von der alarmierten Feuerwehr angesteuert wird. Vom Treffpunkt aus steuert die Besatzung des zuerst eintreffenden Feuerwehr-Fahrzeuges mit den Augenzeugen den entdeckten Waldbrand an, der zumeist abseits der Waldwege liegt.

Hilfe je nach Bedarf

„Unsere Einsatzkräfte nehmen den Brand in Augenschein und fordern je nach Bedarf Unterstützung an“, schildert Lothar Müller, der Gemeindebrandinspektor aus Glashütten das weitere Prozedere. Am Sonntag seien die Tanklöschfahrzeuge verschiedener Wehren zur Kittelhütte gelotst worden. Von dort aus ging es auf der Hühnerstraße durch den Wald in Richtung Großer Zacken. Dort sei ein Feuerwehrfahrzeug nach dem anderen auf dem Waldweg vor gefahren.

„Für unsere Kameraden ist das alles andere als schön, wenn sie bei Hitze sich in voller Brandschutzbekleidung vom Weg mit den Schläuchen 100 Meter den steilen Hang hinunter zum Brandort vorkämpfen müssen“, beschreibt Lothar Müller die Belastung. „Am Brandherd wird das Feuer mit speziellen Strahlrohren und Feuerpatschen von vier Seiten eingedämmt.“ Nach 20 bis 30 Minuten am Brandort wird eine Mannschaft komplett ausgewechselt.

Weil der Einsatz erst fertig ist, wenn der Brand gelöscht, im Gerätehaus die Fahrzeuge gereinigt und Schläuche zum Trocknen aufgehängt sind, dauert so ein Einsatz mindestens zwei Stunden. Schnell können es aber auch bis zu fünf oder sechs Stunden sein. Hinzu kommt auch noch die Nachkontrolle.

„Die Mannschaft ist durch die Häufigkeit der Einsätze an den Wochenenden wegen Waldbränden ziemlich verärgert“, sagt Müller. „In diesem Jahr ist alleine unsere Wehr bereits drei Mal alarmiert worden.“

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