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Campingplatz-Besucher greift Mann an: „Stinkefinger“ war der Auslöser

Von Im „Affenzahn“ über den Campingplatz heizen geht gar nicht, befand ein Frankfurter und stellte den Autofahrer zur Rede. Der beantwortete die Rüge mit einer nicht jugendfreien Geste. Das wiederum stank dem Frankfurter. Vor Gericht musste er sich nun wegen des darauf folgenden angeblichen Gerangels verantworten.
Foto: Frank Rumpenhorst/Symbol
Usingen. 

Weil er einen anderen Mann verletzt und massiv bedroht hat, muss ein 49-Jähriger aus Frankfurt 2400 Euro Strafe zahlen. Der Vorfall, der jetzt vor dem Bad Homburger Amtsgericht aufgearbeitet wurde, ereignete sich am 8. März dieses Jahres auf dem Campingplatz in Usingen-Eschbach. Dort soll der Angeklagte sein Opfer im Streit geschlagen und zu Boden geworfen haben. Es ging nach den Angaben des Frankfurters wohl um die Fahrgewohnheiten des Opfers. Der fahre „mit einem Affenzahn“ durch den Campingplatz und gefährde dadurch andere Camper, vor allem aber herumtollende Kinder. Trotz vielfacher Ansprache halte der Mann aber an seiner Fahrweise fest. Am fraglichen Tag soll er wieder einmal über den Platz geheizt sein. Der Angeklagte berichtete, dass er ihn zur Rede stellen wollte, von ihm aber den „Stinkefinger“ gezeigt bekommen habe. Daraufhin sei es zu einem kleinen Gerangel gekommen. Mehr sei nicht gewesen.

 

Mehr als Gerangel

 

Dass doch etwas mehr gewesen sein muss, belegt das Attest des Opfers. Danach hat sich der dem Angeklagten körperlich weit unterlegene Mann bei der Auseinandersetzung Schürfwunden an Hand, Arm und Knie zugezogen. Außerdem hatte er zu Protokoll gegeben, dass ihm der Angeklagte gedroht habe, ihn am nächsten Baum aufzuhängen, bis er tot sei. Der Angeklagte hatte gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt und bestritt die Vorwürfe auch in der Verhandlung. Er räumte aber ein, dass es am späteren Vormittag des 8. März zu einer anderen tätlichen Auseinandersetzung mit dem Mann gekommen ist. Dabei sei dieser aber nicht verletzt worden. Er könne sich überhaupt nicht vorstellen, wie die angebliche Körperverletzung abends den Weg in die Akte gefunden hat, was letzten Endes zu der Anklage geführt hat. Zum angeblichen Tatzeitpunkt will der 49-Jährige den Campingplatz längst verlassen haben und daheim in Frankfurt gewesen sein. Bezeugen könne das allerdings nur seine Lebensgefährtin

Nicht weniger als 14 Zeugen waren für das Verfahren geladen worden. Vernommen wurde jedoch nur die 45-jährige Freundin des Opfers. Nach deren – dem Gericht äußerst glaubhaft erscheinenden – Aussage zog der Angeklagte seinen Einspruch zurück. „Eine weise Entscheidung“, meinte dazu Strafrichter Martin Gierke.

Die Frau hatte berichtet, dass der Angeklagte, den sie zuvor nie auf dem Campingplatz gesehen habe, ihn im Gerichtssaal aber wegen seiner kräftigen Statur mit großer Sicherheit wiedererkannt haben will, ihr und ihrem Freund abends auf der „Glühwürmchenallee“ aufgelauert habe.

Der Mann habe ihren Freund nach drohender Ansprache („Komm mal her, mein Kleiner“) mit fachmännischem Griff gepackt, hochgehoben und zu Boden geworfen. Die Zeugin repetierte auch die Bedrohung. „Wenn du nochmal so schnell fährst, hänge ich dich am nächsten Baum auf, egal ob deine Frau oder dein Hund dabei ist“, soll er gesagt haben.

Nach dieser Aussage zog der Verteidiger die Notbremse und ging mit seinem Mandanten zur Beratung auf den Flur. Danach wurde der Einspruch gegen den Strafbefehl zurückgezogen.

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