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Frauen: Zwei Frauen, die sich in einem Männerberuf einen Namen gemacht haben

Von Es gibt Berufe, die üben hauptsächlich Frauen aus. Es gibt aber auch Frauen, die arbeiten in einer reinen Männerdomäne. Verena Buhlmann und Anke Dußmann gehören dazu.
Anke Dußmann und Verena Buhlmann (von rechts) verstehen viel von ihrem Fach und machen vor keiner Heizung halt. Anke Dußmann und Verena Buhlmann (von rechts) verstehen viel von ihrem Fach und machen vor keiner Heizung halt.
Usingen. 

Die Firma Reichel & Steinmetz beschäftigt sich mit Sanitär- und Heizungstechnik. Das ist soweit nichts Besonderes. Was aber unüblich ist, sind zwei Frauen, die dort arbeiten und sich in diesem Bereich bestens auskennen.

1986 hat Verena Buhlmann bei der Firma Steinmetz angefangen zu arbeiten. Schon in jungen Jahren habe sie alles auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt, was sie in die Finger bekam, beschreibt sie ihre handwerkliche Begabung. Sie lernte daher den Beruf des Zentral-Heizungs- und Lüftungsbaus und hält seit 1993 ihren Meisterbrief in der Hand.

„Schon mein Vater war Heizungsbauer“, berichtet sie. Eigentlich sei ein Beruf in der Elektrotechnik ihr Traum gewesen. Doch damals habe es keine Ausbildungsplätze für Frauen gegeben.

In der Berufsschule gab es nur noch ein weiteres Mädchen. Und wenn sie dann einen Auftrag übernommen habe, sei oftmals die Frage beim Kunden gewesen: „Wo ist denn ihr Kollege?“ Als Auszubildende habe sie mal ein Kunde abgelehnt. Nur weil sie eine Frau ist und er ihre Qualifikation anzweifelte. Da habe der Chef gesagt, „Gut, dann gehen wir alle“.

Der damals völlig verblüffte Kunde habe später zu ihren Stammkunden gehört, weil sie ihn von ihren Fertigkeiten und ihrem Fachwissen überzeugen konnte.

Männerdomäne gefallen

Frauen in einer reinen Männerdomäne, das war in den Achtzigern schon etwas anderes als heutzutage, sagt Verena Buhlmann. Zum Glück habe sich das geändert. Denn derzeit gebe es solche Äußerungen nicht. Sie habe einen festen Kundenstamm, der sie persönlich anfordere, wenn es Probleme mit der Heizung gebe. Sie werde als Fachfrau angesehen, was sie stolz mache.

Auch Anke Dußmann ist seit 1995 bei der Firma Reichel und Steinmetz angestellt. Die gelernte Gas- und Wasserinstallateurin machte mit 20 Jahren ihr Abitur. „Dieses Handwerk war aber immer schon mein Ziel“, betont sie. Aber ihre Eltern fanden es seltsam, dass sich die Tochter gerade solch einen Beruf ausgesucht hatte und bestanden auf das Abi. Doch die damals 20-Jährige setzte sich durch und erfüllte nach der Prüfung ihren Lebenstraum.

Auch ihr Vater war Heizungsbauer. „Ich bin schon in jungen Jahren immer mit zur Kundschaft gefahren“, erinnert sie sich gerne an die Zeit, als ihr klar wurde, dass dieser Beruf der ihre werden sollte. „Ich wüsste auch heute nicht, was ich anderes lieber machen würde“, sagt sie.

„Herr Anke“

Während der Ausbildung sei auch sie von den mit-lernenden Jungs belächelt worden. Das änderte sich dann aber schnell, als die merkten, was sie draufhat. Und als sie dann auf einer Baustelle arbeitete, da habe sie gemerkt, dass dies tatsächlich kein Zuckerschlecken für eine Frau ist. „Da musste ich schon einiges wegstecken“, erinnert sie sich an den rauen Ton der Kollegen.

Auf ihrem Gesellenbrief habe übrigens „Herr Anke Dußmann“ gestanden. „Das haben die dann aber geändert“, sagt sie und muss darüber heute lächeln.

Verena Buhlmann fällt dabei ein, dass man am ersten Tag in der Meisterschule zu ihr gesagt habe, sie sei wohl falsch. Und das nur, weil sie eine Frau ist. Dabei finden diese beiden Frauen absolut nichts dabei, sich die Finger so richtig schmutzig zu machen.

Gut, man rieche oftmals stark nach Öl, geben beide zu. Doch für die beiden Handwerkerinnen ist das keineswegs ein unangenehmer Geruch. Sie reparieren alles, was mit Heizung zu tun hat. Und da es immer wieder Neuheiten auf diesem Sektor gibt, hört das Lernen für sie nie auf. Ein anderer Beruf? Kommt gar nicht in Frage für Anke Dußmann und Verena Buhlmann.

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