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Januar ist Zeit für Erholung: Wo Pfarrer Kraft tanken

Von Jetzt haben endlich auch die Pfarrer Zeit für Erholung, Ruhe und Muße. Doch wo und wie finden sie nach den arbeitsintensiven Wochen an den Weihnachtsfeiertagen, zwischen den Jahren und zum Jahreswechsel die Balance und Regeneration?
Diakon Joachim Pauli Foto: Pieren Diakon Joachim Pauli
Usinger Land. 

Zum Glück gibt’s in Hessen so lange Schulferien. Alleine oder mit ihren Familien machen viele Pfarrer und pastorale Mitarbeiter derzeit, in der letzten Ferienwoche, den wohl verdienten Urlaub – auf Sylt, Norderney, in Indien oder beim Skifahren in den Bergen. Zur Besinnung kamen die Pfarrer, Priester und pastoralen Mitarbeiter des Usinger Landes in den zurückliegenden beiden Wochen kaum. Wie in keiner Jahreszeit ballten sich zuletzt die Gottesdienste – an die auch die Gläubigen besonders hohe Erwartungen stellen.

„Ich habe versucht, mir immer auch Freiräume zu schaffen, in denen Zeit zum Meditieren und Gebet ist. Das ist vor allem abends möglich, wenn alle Gottesdienste gefeiert sind und Ruhe eingekehrt ist“, sagt Pater Chethipuzha Joseph Roy aus dem katholischen Kirchort Schmitten.

Erholung unter Freunden

Die Planung der vielen Gottesdienste, die Vorbereitung der Predigten und natürlich der eigene Anspruch daran waren für ihn anspruchsvoll und arbeitsreich. „Das alles kann sehr stressig sein. Doch auch ein Geistlicher ist nur ein Mensch mit begrenzter Arbeitskraft“, sagt das Mitglied der apostolischen Lebensgemeinschaft der Priester im Opus Spiritus Sancti.

Erholung hat er im Kreis von Mitbrüdern, aber auch bei Besuchen von Freunden und Bekannten gefunden. Da gehe es nicht immer ernsthaft zu, es werde viel erzählt und manchmal auch gelacht. „Auch ein Priester kann ja nicht immer nur geben, er braucht auch Zeit, um innerlich aufzutanken. Denn nur wer etwas hat, kann auch verschenken“, so Pater Roy.

Das kennt seine evangelische Kollegin Iris Berg-Ebert natürlich auch zu gut. Auch für sie ist die Vorbereitung der Festgottesdienste eine Herausforderung – zugleich auch Besinnung. „Mein Anliegen, für die jahrtausendealte Botschaft neue Worte vor neuem Erfahrungshintergrund zu suchen, das ist für mich Besinnung“, so die Gemeindepfarrerin aus Grävenwiesbach. Die Gottesdienste sind für die evangelische Theologin nichts Fertiges, das zu einer festgelegten Zeit abgeliefert wird. Sie sieht das als Teil eines lebendigen Prozesses, an dem auch die Menschen in der Kirche Anteil haben. „Erholen kann ich mich dann am besten daheim mit meiner Familie und den Hunden“, berichtet Berg-Ebert. „Ich habe jetzt Urlaub und wir haben mehr Zeit füreinander und spielen gerne Gesellschaftsspiele.“ Und manchmal geht sie an ihren nun endlich leergeräumten Schreibtisch und taucht ein in die Texte der meditativen Adventskalender, die sie zu Beginn der Adventszeit von lieben Menschen geschenkt bekommen hat – für die sie im Dezember aber keine Muße gefunden hatte.

Gespräch mit Gott

„Meine Kraftquelle beziehe ich aus dem, was ich den Menschen selber verkündige: aus den verschiedenen Gottesdienste der letzten Tage, die ich gemeinsam mit den Menschen feiern durfte“, sagt die katholische Gemeindereferentin Ruth Reusch. „Ich lebe aber auch von den geistlichen Auszeiten, die ich mir täglich nehme; vor allem morgens und abends im privaten Rahmen, in der Suche nach der Stille, im persönlichen Gespräch mit Gott.“

Auch für den katholischen Diakon Joachim Pauli sind die zahlreichen Gottesdienste stärkend. „Es sind die Momente, in denen ich noch einmal ganz stark und nachdrücklich die Botschaft geradezu erlebe: Gott wird für uns Mensch, damit wir immer mehr zu Menschen und ihm ähnlich werden können!“, sagt der in Grävenwiesbach lebende pastorale Mitarbeiter. Nach der intensiven Arbeit verbringt und genießt er nun mit Freunden und Familie ein paar Tage auf Sylt. „Neue Orte erkunden, Begegnungen, Ausschlafen, Wanderungen, Besichtigungen. . . All das bedeutet für mich Erholung“, sagt Pauli.

Andere, wie Pfarrerin Kerstin Steinmetz aus Eschbach oder ihre Neu-Anspacher Kollegin Claudia Winkler, können beim Spazierengehen zur Ruhe kommen. „Ich freue mich darauf, in meinem Urlaub ganz gewöhnliche Dinge zu tun, zu denen ich sonst einfach nicht komme: einen Film am Abend anschauen, Kontakte zu Freunden pflegen und ein gutes Buch lesen“, sagt Kerstin Steinmetz.

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