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Erneuerbare Energien: Wie viel Geld gibt es für die Windräder?

Von Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat sich verändert. Die Neuerungen haben Auswirkungen auf die Windräder, die im kommenden Jahr im Bereich Siegfriedseiche in Betrieb genommen werden sollen. Und zwar auf die Einnahmen, die sich die Gemeinde erhofft.
So wie die Weilroder Windräder aus dem Wald herausragen, werden im kommenden Jahr auch einige über dem Grävenwiesbacher Wald ihre Kreise ziehen. So wie die Weilroder Windräder aus dem Wald herausragen, werden im kommenden Jahr auch einige über dem Grävenwiesbacher Wald ihre Kreise ziehen.
Grävenwiesbach. 

Windkraft hat in der nördlichsten Hochtaunusgemeinde noch für keinen großen Ärger gesorgt – im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen. In Neu-Anspach zum Beispiel gab es einen Bürgerentscheid, bei dem es am Ende „Nein“ zur Windkraft hieß. Kritiker gibt es in Grävenwiesbach dennoch. Auch die Mitglieder der Unabhängigen Bürger (UB) können sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass sich bald schon große Windräder über Grävenwiesbach drehen.

Rein wirtschaftliche Interessen hätten zum Vertrag mit der Firma Windwärts Energie geführt, sagte UB-Fraktionsvorsitzende Karin Klimt. Die Gemeinde verspreche sich zusätzliche Einnahmen, die laut Gestattungsvertrag als Pacht in den ersten zehn Jahren auf acht Prozent der jährlichen Nettoerträge, mindestens aber 47 000 Euro, jährlich festgesetzt wurden.

Bürgermeister antwortet

„Bleibt es dabei?“, will die UB-Front-Frau wissen. Sie erinnerte an eine Änderungsklausel im Vertrag, die besage, dass eine angemessene Anpassung der Mindestentgelte neu verhandelt werden müsse, wenn sich die Energieerlöse wegen der Änderungen im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG vom 1. Januar 2017) wesentlich ändern.

Bürgermeister Roland Seel (CDU) holte etwas aus, um die Frage zu beantworten. „Bisher hing die Höhe der Anfangsvergütung nicht vom jeweiligen Windenergieanlagen-Standort ab, sondern vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme“, teilte Seel mit. Allerdings habe die Dauer dieser erhöhten Anfangsvergütung mit der Höhe der Windräder zu tun gehabt. An sehr guten Standorten sinke die Vergütung bereits nach fünf Jahren, an weniger guten etwas später.

Für den Standort Siegfriedseiche in Grävenwiesbach seien 20 Jahre anzunehmen und somit die Vergütung über die gesamte Laufzeit gesichert.

Ob denn auch die jährlich mindestens 47 000 Euro ab Inbetriebnahme im Jahr 2018 laut Gestattungsvertrag gesichert seien, beantwortete Seel so: Die Inbetriebnahme im Jahr 2018 sei nach wie vor vorgesehen. Das habe Windwärts zugesichert. Das vereinbarte Mindestnutzungsentgelt gelte vorbehaltlich. Denn die zukünftige Vergütung für die Windkraftanlage Siegfriedseiche sei noch nicht bekannt, teilte Seel mit.

Das hat einen Grund. Erst durch die erfolgreiche Teilnahme am Ausschreibungsverfahren des EEG 2017 wird die Vergütung festgelegt, erläuterte Seel.

Komplizierte Rechnung

Ein kompliziertes Verfahren errechnet die Vergütung. Dabei erfolgt zu mehreren Zeitpunkten eine Ausschreibung. Das Ausschreibungsgebot bezieht sich auf einen definierten Referenzstandort.

Um die tatsächliche Höhe der Vergütung zu errechnen, wird je Kilowattstunde (kWh) mit einem individuellen Korrekturfaktor multipliziert. Dieser hat einen Wert von 0,79 an Standorten mit einem Ertrag von 150 Prozent und mehr.

Standorte mit einem Ertrag von 70 Prozent und weniger werden mit dem Multiplikator 1,29 berechnet. Bei Standorten zwischen 70 und 150 Prozent gleite der Korrekturfaktor fließend von 1,29 bis 0,79. Für Grävenwiesbach wurde bisher der Multiplikator 1,29 zugrunde gelegt.

„Für Windparks, die von einer Bürgerenergiegesellschaft geplant und betrieben werden, gibt es abweichende Regelungen“, sagte Seel. Die erste Ausschreibungsrunde sei bereits im Mai erfolgt. Bezogen auf den Korrekturfaktor 1,29 hätten sich Vergütungspreise von 6,77 und 7,46 Cent für die Kilowattstunde (ct/kWh) ergeben. Im August, nach der zweiten Ausschreibungsrunde, habe der Vergütungspreis nur noch 5,53 ct/kWh betragen.

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