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Werner Wambold ist Schausteller mit Leib und Seele

Von Werner Wambold ist Schausteller mit Leib und Seele auf der Laurentiuskerb. Ein unstetes Leben führt er deshalb aber nicht. Im Gegenteil. Er verkauft zwar Mandeln und Zuckerwatte auf einem Rummelplatz, doch sein Alltag ähnelt eher dem eines normalen Bürojobs. Und das ist auch gut so, sagt Wambold.
Werner Wambold ist nicht nur der Chef der süßen Sachen, er ist auch der Organisator sämtlicher Schausteller zur Usinger Kerb. Bilder > Werner Wambold ist nicht nur der Chef der süßen Sachen, er ist auch der Organisator sämtlicher Schausteller zur Usinger Kerb.
Usingen. 

Sein Arbeitsplatz ist ein einziger Abenteuerspielplatz. Und das jeden Tag. Werner Wambold ist mit Leib und Seele Schausteller. Seit über 40 Jahren auch der Cheforganisator, der die verschiedenen Fahrgeschäfte und deren Betreiber zur Usinger Kerb bringt. Denn eines ist klar: Eine Kerb ohne Vergnügungspark „das ist keine Kerb.“

Zwischen Chaos-Schaukel, Riesenrad und Autoscooter stellt er selbst einen mit gebrannten Mandeln, Erdnüssen, Zuckerwatte, Popcorn und Lebkuchenherzen bestückten Wagen. Viele Jahre lebte er im Wohnwagen und zog von Fest zu Fest in der Zeit von März bis November. Immer auf Achse, immer on tour.

Ruhigeres Leben

Doch dieses Leben der fahrenden Leute hat er schon vor rund zwei Jahrzehnten aufgegeben. Inzwischen kehrt Wambold jeden Abend nach Hause zu Frau und Kind zurück. Tagsüber managt er das normale Büro, die Schausteller und alle damit anfallenden Arbeiten, abends steht er auf dem Rummel.

Seit 1961 kommt er schon zur Usinger Kerb. Viele Organisatoren und Bürgermeister hat er kommen und gehen sehen, doch einer war immer da: Werner Wambold. „Das Geschäft unterliegt einem Wandel“, beschreibt Wambold. Sein Opa, ein gelernter Schreinermeister aus Biskirchen (Lahn-Dill-Kreis) begann noch mit einem Karussell aus Holzpferden in das Schaustellergeschäft einzusteigen. Damals war das durchaus etwas Besonderes.

Heute drehen sich High-Tech-Fahrgeschäfte auf den Rummelplätzen. Schneller, bunter, lauter und vor allem immer wieder ein bisschen anders muss es sein. Dazu braucht es Platz und die Bereitschaft der Veranstalter, solche Fahrgeschäfte auch noch zur Kirmes zu holen.

„Viele, vor allem kleinere Kirmes-Veranstaltungen, gibt es schon gar nicht mehr. Die Zukunft sieht da nicht gerade rosig aus“, schildert der Schausteller. Aber Usingen hält Wambold die Treue, denn die Stadt hat er in sein Herz geschlossen. Auch in der Verwaltung kennt man den sympathischen Organisator, der sich als echtes Multitalent erweist.

Freundlich zu jeder Zeit

Büro und Verwaltung beschäftigen ihn tagsüber genauso wie handwerkliche Tätigkeiten und abends ist er dann auch immer noch freundlich zu den Kunden. So muss er sein, so will er sein. Bürokratisch geht es hinter den Kulissen zu, bevor sich auch nur ein Karussell dreht.

Dass man besonders achtsam ist beim Thema Sicherheit, hat Wambold in vielen Jahren immer wieder erlebt. „Die Existenzen der Betreiber hängen an ihren Fahrgeschäften. Da geht es um alles.“ Einen schwereren Unfall gab es in seiner Zeit noch nicht. Darauf ist er stolz. Ebenso auf den Umstand, dass er schon so lange nach Usingen kommen darf, wo er fast so etwas wie eine Heimat gefunden hat. „Auf jeden Fall viele nette Menschen.“

Und während sich die Besucher schon langsam auf das Fest der Feste in Usingen einstimmen, werden Wambolds Nerven mal wieder auf die Probe gestellt. Er ist zwar sehr gut organisiert, aber „irgendwo ist dann doch ein Stau auf der Autobahn und die Schausteller kommen später als angekündigt“, sagt Wambold.

Die letzten Tests

So lange sie noch rechtzeitig genug da seien, um bis zum Freitagabend in Betrieb gehen zu können, hat Werner Wambold damit kein Problem. Er bleibt stets gelassen, denn ändern kann er an der Situation auch nichts. Vielmehr versucht der Schausteller-Chef in das Anliefer-Chaos Ordnung zu bringen, so dass alle schnell zu ihrem Platz gelangen können.

Was für Wambold am Ende zählt, ist, dass heute um 20 Uhr alle Geschäfte, die zum Fahren und die zum Essen, startklar sind. Denn dann kann der ganz große Rummel in Usingen fröhlich beginnen.

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