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Weinfest fällt aus, weil Helfer fehlen

Von Die Gruppe „Unser Dorf“ ist sehr aktiv. Sie organisiert unter anderem Kunst im Hof, den Suppensonntag und den Weihnachtsmarkt. Jetzt allerdings müssen die Westerfelder einen Termin absagen.
Dunja Fritz, Tanja Kandler und Nadja Holz (von links) setzen sich für die Dorfgemeinschaft ein. Dunja Fritz, Tanja Kandler und Nadja Holz (von links) setzen sich für die Dorfgemeinschaft ein.
Westerfeld. 

Es hätte so schön sein können. Ein lauschiger Sommerabend, ein paar Tische und Bänke im idyllischen Hof von Sieglinde Ruß in der Schäfergasse, etwas Gutes zu essen und zu trinken. Doch die Gruppe „Unser Dorf“ (UDo) muss das für Samstag, 18. August, geplante Weinfest leider absagen. Der Grund: Es haben sich nicht genügend Helfer gefunden.

Vorsitzende Tanja Kandler, Schriftführerin Dunja Fritz, Beisitzerin Nadja Holz und der Rest des Vorstandes haben es sich wirklich nicht leicht gemacht, diese Entscheidung zu treffen. „Das Fest kam schließlich immer super an“, erzählen sie. „Auch aus den anderen Stadtteilen waren viele dabei.“ Doch nachdem sie vor den Ferien noch einmal um Helfer gebeten haben, sich aber niemand gemeldet hat und auch keiner der anderen örtlichen Vereine aushelfen konnte, sei ihnen nichts anderes übrig geblieben, sagt Fritz.

Mit sieben Leuten sei das Fest, das alle zwei Jahre im Wechsel mit „Kunst im Hof“ stattfindet, nicht zu stemmen. „Wir brauchen bei geplanten zwei Schichten von 18 bis 22 Uhr insgesamt zwölf Leute“, rechnen die Frauen vor. Sie hatten die Schichten schon von einer Stunde auf zwei verlängert, um weniger Helfern zu benötigen – gereicht hat es trotzdem nicht.

Und mit dem Thekendienst alleine ist es ohnehin nicht getan. Die Organisatoren müssen einen Winzer suchen, weitere Getränke bestellen, auf- und abbauen und anschließend noch alle Gläser spülen. Auch das Essen muss gerichtet werden. So gab es in der Vergangenheit häufig Zwiebelkuchen von Heike Kremer, Wein-Tapas und Spundekäs.

„Früher war alles viel einfacher, da hat jeder mitgeholfen“, stellt Kandler fest. „Heute hingegen wollen alle feiern, aber nichts machen, und es sind immer die gleichen, die aktiv sind.“ Auch wenn sie durchaus Verständnis dafür hat, dass die meisten Leute mit Arbeit und Familienleben ausgelastet sind, bezeichnet sie das Desinteresse als „erschreckend“. In diesem Zusammenhang kommt sie auch auf das Dorffest und die Straßenkegel-Meisterschaften zu sprechen, die schon ein paar Jahre Geschichte sind. „Da war immer so viel los auf dem Dalles“, erinnert sie sich und bedauert, dass es das nicht mehr gibt. Klar, dass das Dorfleben in dem 1300-Einwohner-Stadtteil leidet, wenn keine Feiern mehr stattfinden. Dienen sie doch dazu, dass man sich nicht aus den Augen verliert. Oder sich überhaupt erst einmal kennenlernt, sind doch durch das Baugebiet Westerfeld West viele neue Bürger dazugekommen.

Wenigstens die nächsten Feste sind nicht gefährdet: Das Kartoffelfeuer am 19. Oktober, der Suppensonntag am 28. Oktober und der Weihnachtsmarkt am 15. Dezember, der nach dem Wegzug von Gudula Bohusch nun von einem Organisationsteam unter der Leitung von Fritz und dem Sportverein gestemmt werden soll, finden auf jeden Fall statt, versichern die Vorstandsfrauen.

Milchhalle gefährdet

Sie warnen aber eindringlich davor, dass sogar die Gruppe, die es schon mehr als 30 Jahre gibt und die für Geselligkeit und das Miteinander steht, sterben könnte – wenn sich nichts ändert. Auch der Fortbestand der Milchhalle, in der sich unter anderem die Landfrauen und der Mini-Club treffen, sei gefährdet, sollten sich die UDos auflösen. Sie haben vor einigen Jahren für den Dorfmittelpunkt die Verantwortung übernommen, kümmern sich um die Belegung und um Renovierungsarbeiten.

Deshalb wollen sie gegensteuern: Sie haben einen Flyer entworfen, den sie – genau wie sie es mit ihrem Jahresprogramm machen – an alle Haushalte verteilen wollen. „Das sind wir . . .“, steht darauf, und zu sehen sind die „UDos“. Weiter heißt es: „. . . und wir suchen Dich!“ Denn: „Wenn der Sinn des Vereins zwecklos wird, stirbt er“, sagt Kandler und setzt noch hinzu: „Und Westerfeld mit ihm.“

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