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Sporthotel stellt Insolvenzantrag: Vorbei? Erbismühle kämpft

Von Für einen der traditionsreichsten Orte gepflegter Gastlichkeit in Weilrod und im Taunus könnte es eng werden: Der Betreibergesellschaft des Sporthotels Erbismühle droht die Insolvenz.
Über das Sporthotel Erbismühle wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Der Betrieb von Hotel und Restaurant geht zunächst aber wie gewohnt weiter.	Foto: Schneider Über das Sporthotel Erbismühle wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Der Betrieb von Hotel und Restaurant geht zunächst aber wie gewohnt weiter. Foto: Schneider
Weilrod. 

Wie erst gestern bekannt wurde, ist über die Betreibergesellschaft Sporthotel Erbismühle im Weiltal das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das Amtsgericht in Königstein bestätigte der TZ gestern auf Nachfrage: Der Antrag wurde am 29. September vom Geschäftsführer Marc Schneider selbst gestellt. Schneider war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar, wohl aber der vom Amtsgericht eingesetzte vorläufige Insolvenzverwalter, der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Lason Gutsche.

„Es geht zunächst weiter, alle Mitarbeiter sind an Bord, machen ihre Arbeit und können auch bezahlt werden“, sagte Gutsche. Er geht davon aus, dass die vorläufige Insolvenz noch bis Jahresende geht, danach wäre dann das förmliche Insolvenzverfahren zu eröffnen. Gutsche gab sich zuversichtlich, dass es ihm gelingt, bis dahin einen neuen Betreiber für das Hotel zu finden. Einfach sei das sicher nicht, „es ist halt keine Frankfurter Citylage“.

 

Viele Schulden

 

Gleichwohl sei das Hotel bestens im Schuss und so gesehen ein attraktives Objekt. Ein Makler, der auf Gastronomie-Immobilien spezialisiert ist, sei bereits auf das Objekt angesetzt. „Die GmbH hat einfach zu viele Schulden“, sagte Gutsche, der einen Grund für die Schieflage in dem stark zurückgegangen Tagungsgeschäft sieht. Dennoch hoffe man im Interesse aller Beteiligter, eine gute Anschlusslösung zu finden. Im Fall des Bad Homburger Möbelhauses Meiß sei dies schließlich auch gelungen, sogar unter Erhalt der meisten Arbeitsplätze.

In einer ersten Reaktion sagte Bürgermeister Axel Bangert (SPD), der von der Insolvenz auch erst am Montag anlässlich der Bereisung der Industrie- und Handelskammer im Usinger Land erfahren hatte, er sei sehr betroffen. Sollte die Erbismühle, die schließlich der größte gastronomische Betrieb in Weilrod sei, tatsächlich zum Jahresende absperren, gehe ein weiteres tragendes Element des Tourismusstandorts Weilrod verloren. Zuletzt habe das Hotel-Restaurant Sonne in Gemünden aufgeben müssen. Wenn nun auch noch die Erbismühle als Gästequartier und Tagungszentrum der gehobenen Kategorie wegfiele, so sei das für den Wirtschaftsstandort Weilrod sehr bedauerlich und alarmierend.

 

Tragisch

 

Gertrud Stöckl, Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Hochtaunus, kommentierte das drohende Aus für die Erbismühle so: „Tragisch!“ Das Sporthotel sei Teil einer schlüssigen Palette unterschiedlichster Gastronomieangebote, beginnend beim einfachen Imbiss und endend mit einem Betrieb der Vier-Sterne-Kategorie: „Sie haben alle ihre Berechtigung und sind für das unterschiedliche Gäste-Klientel unverzichtbar.“ Stöckl sprach von einem härter werdenden Wettbewerb, der das Tagungsgeschäft, für viele Hoteliers ein Hauptstandbein, inzwischen voll erfasst habe: „Die Firmen geben immer weniger Geld aus, die Folge sind weniger oder deutlich kürzere Tagungen.“ Vor allem Betriebe abseits der Ballungsräume mit schwieriger Infrastruktur hätten darunter zu leiden, ist die Vorsitzende des Hoga-Verbandes Hochtaunus sicher.

Zum Thema: Eine wechselvolle Geschichte

Das Sporthotel Erbismühle verfügt über 70 Gästezimmer mit 130 Betten sowie großzügige Restaurant- und Tagungsbereiche. Erst vor wenigen Jahren hatte Inhaber Marc Schneider mit einem finanziellen

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