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Freibad-Saison: Videoüberwachung und Selfie-Manie: Das müssen Schwimmer im Kreis wissen

Von Weit mehr als 450 000 Besucher tummelten sich im vergangenen Jahr in den neun Freibädern des Hochtaunuskreises. Da ohne Beweisbild für Freunde in den sozialen Medien heutzutage kaum noch etwas geht, gibt es in den ersten hessischen Freibädern bereits Handyverbote. Auch im Taunus?
Fotografieren wird in vielen Freibädern  nicht gerne gesehen. Deshalb gibt es Aufkleber für die Linse. Foto: Salome Roessler Fotografieren wird in vielen Freibädern nicht gerne gesehen. Deshalb gibt es Aufkleber für die Linse.
Hochtaunus. 

Die Stimmung ist gut, das Wetter noch besser und die Clique hat einen Riesenspaß im Freibad. Nach der Erfrischung im Becken räkeln sich die Badegäste auf ihren Handtüchern. Andere chillen im Schatten und greifen zum Smartphone. Egal ob coole Musik, ein Online-Spiel zocken, Nachrichten checken oder schnell ein Selfie mit der besten Freundin gemacht. Schnell sind sie im Internet gepostet. Weil aber auch immer wieder unauffällig, ungefragt und ohne Einwilligung Bilder von Badegästen in Bikini oder Badehosen gemacht werden, haben einige Freibäder in Hessen bereits Konsequenzen gezogen.

Nicht nur in Frankfurt und Offenbach sind erste Handyverbote ausgesprochen worden. Wie sieht es im Taunus aus? „Bisher wurde bei uns noch nicht über ein generelles Handyverbot nachgedacht, da es noch nicht zu nennenswerten Vorfällen kam“, teilt dazu Karin Lotze, Leiterin Schwimmtechnik im Seedammbad in Bad Homburg mit. “ Kleinere Vorfälle konnte unser Personal für alle Beteiligten zufriedenstellend lösen.“

Um aber generell die Sicherheit für die Besucher auch in Punkto Diebstahl und Belästigung zu garantieren, hat das Freibad der Kurstadt mit jährlich rund 200 000 Besuchern eine Videoüberwachung installiert: im Schrankbereich der Umkleide, am Fahrradparkplatz, im Bade-Shop und an der Kasse sowie einigen Becken, die fürs Personal nicht immer einsehbar sind.

Der Problematik bewusst

Entscheidend ist aber der umsichtige und wachsame Blick des 20-köpfigen Personals. Im Bade- und Saunabetrieb einschließlich des Kundenmanagements arbeiten drei Meister für den Bäderbetrieb sowie Schwimmmeister, 13 Fachangestellte für den Bäderbetrieb sowie vier Rettungsschwimmer.

„Ein Handyverbot haben wir in unserem Freibad bisher noch nicht ausgesprochen. Wir sind uns der Problematik aber bewusst und behalten das Thema im Auge“, sagt Bert Jonas, Leiter des Friedrichsdorfer Sport- und Kulturamts. In dem Bad, das im vergangenen Jahr rund 70 000 Badegäste besucht haben, ist auch keine Videoüberwachung installiert.

Die Stadtwerke Oberursel GmbH sieht als Betreiberin des Tauna-Bades Oberursel aktuell keine Notwendigkeit für ein Verbot von mobilen Endgeräten. „Bislang sind uns noch keine Anzeigen wegen der Verletzung des Persönlichkeitsrechtes bekannt“, nennt Betriebsleiter Frank Achtzehn den Grund. Während die 60 500 Badegäste des Freibads im vergangenen Jahr nicht videoüberwacht wurden, ist das Hallenbad in Teilen überwacht.

Auch hat man im Königsteiner Freibad keine Videoüberwachung installiert oder ein Handyverbot ausgesprochen. „Ein Handyverbot betrachten wir als Überregulierung“, erklärt Pressesprecherin Tina Tonsen. „Eine Kontrolle ist nicht möglich. In der Regel werden Handys zum Telefonieren verwendet. Bei Beschwerden über unerlaubtes Fotografieren kann man sich aber an die Aufsicht wenden.“

Zahlen könnten einbrechen

Die Videoüberwachung im Wehrheimer Ludwig-Bender-Bad erfolgt hingegen nur in den Nachtstunden, um unerwünschte Gäste und Partys im Blick zu haben. „Seither ist Vandalismus, wie er zuvor immer wieder mal vorgekommen ist, im Schwimmbad praktisch nicht mehr vorhanden“, so Bürgermeister Gregor Sommer. „Auch wurden von den jährlich rund 30 000 Besuchern noch keine unerlaubten Handyfotos angezeigt.“

Die Deutsche Gesellschaft für Badewesen spricht sich gegen ein generelles Foto- und Handyverbot aus. „Erstens sind sie in einem gut besuchten Freibad vom Personal nicht vollständig durch Taschenkontrollen und Abkleben der Fotolinsen zu kontrollieren“, teilt der Verband mit. „Zweitens kann die bloße Ankündigung eines Verbots zu Einbrüchen der Zahlen führen.“

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