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Prozess: Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung: Zeugen belasten Angeklagten

Von Der Prozess gegen einen Neu-Anspacher wegen Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung und Tierquälerei neigt sich dem Ende zu. Jetzt gab es weitere belastende Zeugenaussagen.
Symbolbild Foto: Britta Pedersen Symbolbild
Neu-Anspach. 

Die 26. große Strafkammer des Frankfurter Landgerichts hat im Prozess gegen einen der Vergewaltigung, Körperverletzung, Bedrohung und Tierquälerei angeklagten 31-jährigen Neu-Anspacher noch zwei Verhandlungstage, 10. und 15. Oktober, terminiert, muss möglicherweise aber noch in die Verlängerung gehen.

Der Verteidiger des zu den Vorwürfen schweigenden Angeklagten hat Beweisanträge gestellt, mit dem Ziel, zum einen weitere Entlastungszeugen zu laden, zum anderen aber auch die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers zu erschüttern. Geplant war zunächst, am 10. Oktober den psychiatrischen Gutachter zu hören. Danach sollten Staatsanwalt und Verteidigung plädieren.

Am fünften Verhandlungstag wurden zwei Polizeibeamte gehört, die im zweiten Anklagekomplex, bei dem es um Körperverletzung und Bedrohung einer Ex-Freundin des Angeklagten sowie um Tierquälerei ging, die Vernehmung der Frau sowie gegenüber dem Angeklagten eine sogenannte Gefährderansprache durchgeführt haben. Diese war nötig geworden, nachdem die verängstigte Frau beim Homburger Amtsgericht eine Wegweisungsverfügung gegen den Angeklagten erwirkt hatte, an die der sich laut Anklage nicht gehalten haben soll. So soll er die Frau nach der Trennung im Streit in einer Nacht neunmal telefonisch terrorisiert haben.

Der Polizist, der die Gefährderansprache durchgeführt hat, schilderte den Mann als aggressiv und stimmungsschwankend. Als er den Mann mit der Handynummer konfrontiert habe, habe der erklärt, er kenne die Nummer nicht. „Ich habe daraufhin die Nummer gewählt, und in seiner Hose klingelte es“, so der Polizist.

Die Kriminalbeamtin, die die Frau, nachdem diese Anzeige erstattet hatte, vernommen hat, stützte mit ihrer Aussage die Anklage, indem sie sich sehr genau an Details des Gesprächs erinnern konnte. So gab sie unter anderem Schilderungen der emotional aufgewühlten Geschädigten wieder, wonach sich die Zahl ihrer geliebten Meerschweinchen während der Dauer der Beziehung von sechs auf drei verringert habe. Alle drei Tiere seien gestorben, als sie nicht daheim war. Schon häufiger habe der Mann die Tiere gequält, indem er ihnen mit Daumen und Zeigefinger den Hals zugedrückt habe. Er soll sie auch aufgefordert haben, sich zwischen ihm und den Tieren zu entscheiden.

Die Beamtin bestätigte auch die Aussage der Frau, wonach der Mann sie beim Sex gefilmt und ihr gedroht habe, das kompromittierende Video an ihren Chef zu schickten, sollte sie seinen Forderungen, ihm Geld zu leihen, Essen zu kochen oder Bier zu holen, nicht nachkommen. Die Frau habe ihr berichtet, dass sie ihm sogar ihr Erspartes überlassen, ihren Dispokredit bei der Bank überzogen und ihre Eltern angepumpt habe. Der Mann habe alles „verzockt“, zitierte die Polizeibeamtin aus der Vernehmung. Die Beamtin sagte, bei der Gefährderansprache sei der Angeklagte „unangenehm, frech, respektlos, aggressiv, distanzlos und ausfallend“ gewesen.

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