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Bezahlbarer Wohnraum: Usinger Land: Grüne wollen erst bessere ÖPNV-Anbindung und dann Neubaugebiete

Von Die Grünen haben das Thema bezahlbaren Wohnraum zum Wahlkampfthema gemacht und wollen es entschieden angehen. Dazu waren hochkarätige grüne Politiker eingeladen, die mit Bürgern diskutieren sollten. Es blieb aber weitgehend bei Statements allgemeiner Art.
Die Usinger Grünen hatten zur Podiumsdiksussion zum Thema bezahlbarer Wohnraum eingeladen. Von links: Daniela Wagner, Olaf Cunitz, Ellen Enslin und Wolfgang Schmitt. Foto: Schwarz-Cromm Foto: Schwarz-Cromm Die Usinger Grünen hatten zur Podiumsdiksussion zum Thema bezahlbarer Wohnraum eingeladen. Von links: Daniela Wagner, Olaf Cunitz, Ellen Enslin und Wolfgang Schmitt. Foto: Schwarz-Cromm
Usinger Land. 

Wer von der Debatte um bezahlbaren Wohnraum Lösungen erwartet hatte, blieb bei der entsprechenden Podiumsdebatte der Grünen in Usingen mit vielen Fragen zurück. Einzig der ehemalige Frankfurter Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz, inzwischen Mitarbeiter der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, ging konkret auf die Problematik ein.

Mit diskutiert haben auch Daniela Wagner, Vorsitzende der Hessischen Grünen und Spitzenkandidatin im Bundestagswahlkampf und Wolfgang Schmitt, Direktkandidat der Grünen für den Wahlkreis 176.

Das Thema von Cunitz war die Urbanisierung und Landflucht. Denn Frankfurt stoße mit seiner Infrastruktur jetzt schon an seine Grenzen: „Das lässt sich also auch in Frankfurt nicht mehr lösen“, erklärte er und nannte die Landflucht als einer der Gründe.

Junge Leute halten

Die müsse gestoppt werden, weil ansonsten weiterhin junge, qualifizierte und aktive Menschen in die Städte zögen. Zurück bleibe eine ungenutzte Infrastruktur, die von den wenigen Bürgern immer teurer bezahlt werden müsse. Also riet er den ländlichen Kommunen, die Ursachen zu finden. Denn Menschen würden unter besseren Bedingungen im ländlichen Raum bleiben. Er hob dabei die wesentliche Frage der Verkehrsanbindung hervor. Wichtig sei zudem, nicht die Ausweisung von Bauland als Allheilmittel anzusehen. Immer öfter würden Häuser in den Kerngemeinden leer stehen und ringsherum Neubauten wachsen. „Das ist nicht sinnvoll“, betonte er. Bauland solle nur an den richtigen Stellen entstehen. „Genau analysieren, wo die Stärken und die Schwächen stecken und dementsprechend Lösungen finden.“ Es gebe jede Menge Förderungen für solche Projekte.

Cunitz forderte, den Entwicklungsplan für ländlichen Raum zum Masterplan weiter zu entwickeln. Sei der ländliche Raum attraktiv gestaltet, dann entlaste das letztlich auch als Folgeeffekt die Region.

Das Thema griffen Besucher auf: Bevor man über neue Wohngebiete rede, meinte eine der Besucherinnen, müsse der Nahverkehr ausgebaut sein – was die Drei auf dem Podium bestätigten. „Aber wie genau die Leerstände in den alten Ortskernen beseitigen?“, wollte ein anderer Gast wissen. Dafür war Olaf Cunitz der richtige Gesprächspartner, der an die Potenziale eines jeden Dorfes appellierte und darauf verwies, daraus etwas zu machen.

Angebote für Ältere

„Oftmals sind es gerade die Angebote für ältere Menschen, wie kleinere Wohnungen oder gar Wohngruppen anzubieten und dabei im Bestand zu arbeiten, die helfen“, sagte er. Und damit beantwortete er auch die Frage einer Neu-Anspacherin, die darauf verwies, dass die Menschen, die dort für die gesamte Familie einst gebaut hatten, inzwischen zu alt seien, um alleine im Haus zu leben. Die Jungen aber habe es in die Stadt gezogen.

„Da muss man tatsächlich an vielen Schrauben drehen“, antwortete Cunitz. Auch an denen der Mobilität. Denn wenn es bessere Anbindungen gebe, würden sicherlich auch viele junge Menschen in ihren Heimatorten bleiben, meinte er.

Ein junger Mann, der ein Eigenheim als Ziel hat, fragte nach, ob dieses Modell denn überhaupt zu den Grünen passe. „Hauseigentum sei nicht altmodisch“, hörte er vom Podium. Und günstiger Wohnungs- und Hauskauf gehöre ebenso zum erschwinglichen Wohnraum. Besonders, da im Alter bei immer geringeren Renten das Eigentum das Alter sichere.

Die Usinger Grünen blickten ebenfalls über den Taunus-Tellerrand. Eine Steilvorlage bot ihnen dazu das aktuelle Thema des im Nordwesten von Frankfurt geplanten neuen Stadtteils. Und auch der durch den Brexit vorhergesagte Zuzug vieler Menschen samt ihren Familien werde nicht nur Frankfurt, sondern auch dem Umland einen großen Zuzug bescheren, mutmaßte Ellen Enslin, die Fraktionsvorsitzende der Usinger Grünen, die die Podiumsdiskussion moderierte.

Enslin legte den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in die eine Waagschale, erinnerte aber auch an die andere Seite, nämlich die durch die Wohnraumschaffung zerstörte Natur.

Daniela Wagner betonte: „Bezahlbarer Wohnraum und ökologisches Wohnen in Umsetzung mit der Energiewende dürfen keine Gegensätze sein“, und forderte den Staat auf, Wohnraum ausreichend zu fördern. Aber sie warnte auch davor, alles zuzubauen, nur weil der Trend es gerade vorgebe. „Gerade beim Geschossbau braucht man kleine Grünflächen dazwischen“, sagte sie. Genau da komme der ländliche Raum ins Spiel. Der sei aber nur attraktiv, wenn es dort gute Verkehrsanbindungen gebe.

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