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Hessenpark: Unternehmensgruppe übernimmt die Gastronomie im Freilichtmuseum

Von 22 Jahre hatte die Familie Roth das Landhotel, das Gasthaus zum Adler und die Martinsklause im Hessenpark gepachtet. An der Neuausschreibung der Pachtverträge hat sie sich nicht mehr beteiligt, und so gibt es jetzt einen Nachfolger.
Stephan Thomas Krause, Julia Hoffart und Mario-Sebastian Fertig (von links) kümmern sich ab Januar um die gastronomische Versorgung der Hessenpark-Besucher. Stephan Thomas Krause, Julia Hoffart und Mario-Sebastian Fertig (von links) kümmern sich ab Januar um die gastronomische Versorgung der Hessenpark-Besucher.
Neu-Anspach. 

„Herzlich willkommen“ steht auf einem Schild vor dem Gasthaus zum Adler im Hessenpark. An dieser Stelle könnte das Foto für die Zeitung gemacht werden, schlagen Mario-Sebastian Fertig und Stephan Thomas Krause vor und stellen sich am Eingang auf. Die beiden sind geschäftsführende Gesellschafter der Unternehmensgruppe Howa, die zum 1. Januar kommenden Jahres die Gastronomie in dem Freilichtmuseum übernehmen wird.

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Wenn die Howa Unternehmensgruppe im Januar die Gastronomie im Hessenpark übernimmt, dann werden die Türen im Gasthaus zum Adler zunächst geschlossen bleiben.

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An der Neuausschreibung der zum Jahresende auslaufenden Pachtverträge haben sich zahlreiche Kandidaten beteiligt, allerdings nicht mehr die Familie Roth, die seit nunmehr 22 Jahren im Museum tätig ist. Der Grund: Der 70 Jahre alte Arno Roth will in den Ruhestand gehen, wie sein Sohn Benjamin auf Nachfrage berichtet. Für ihn und seinen Bruder Sebastian sei es nicht in Frage gekommen, die Pacht zu übernehmen.

Die Auswahl war schließlich auf die Unternehmensgruppe von Fertig und Krause gefallen, die derzeit zehn Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe in Unterfranken, in der Rhön, im Vogelsberg und im Main-Kinzig-Kreis betreibt, darunter Berggasthöfe mit Gästezimmern, Restaurants, Cafés und ein Catering-Service mit Sitz in Gersfeld an der Wasserkuppe.

„Ihr Konzept hat auf ganzer Linie überzeugt“, erklärt dazu Hessenpark-Chef Jens Scheller. Das Unternehmen verfüge über einen großen Erfahrungsschatz im Betrieb von freizeitorientierten Objekten und Ausflugslokalen. „Ausschlaggebend war darüber hinaus das klare Bekenntnis zu regionaler hessischer Küche mit frischen Zutaten.“

Gründerpreis gewonnen

Der Name Howa steht übrigens für die „Hausberge“ der Unternehmensentstehung: „Am Ho herodskopf wurden wir gegründet, an der Wa sserkuppe entstand das heutige Mittelstandsunternehmen“, erklären der Restaurant-Fachmann Fertig und der Diplom-Betriebswirt Krause. Die beiden, die sich 2016 ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllt haben, wollen nach eigener Aussage dem Wirtshaus-Sterben auf dem Land begegnen und haben 2017 den Hessischen Gründerpreis in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“ gewonnen.

Nicht, dass die Gastronomie im Hessenpark angesichts jährlich steigender Besucherzahlen (2017: 244 000 Gäste) einen Rettungsversuch nötig hätte. „Hungrige Besucher gibt es genug“, sagt auch Scheller. Das Freilichtmuseum ist für die Unternehmer vielmehr ein Prestige-Objekt. Zum einen sei die „gute Qualität“ in den Restaurants ausschlaggebend für die Bewerbung gewesen, zum anderen das, wofür die Landes-Einrichtung stehe: für Regionalität und Kultur nämlich. „Der Hessenpark passt hervorragend in unser Konzept.“ Bleibt an dieser Stelle nur noch zu erwähnen, dass auch eine Expansion ins Rhein-Main-Gebiet bereits auf der Agenda stand.

Der Taunus ist den beiden Männern noch fremd, den Hessenpark aber kennen sie von privaten Besuchen, und das Konzept für die Gastronomie steht. Im Gasthaus zum Adler, der zum Jahresbeginn allerdings noch geschlossen sein wird (Lesen Sie dazu weiteren Bericht auf dieser Seite), wollen die künftigen Pächter zwei Bereiche einrichten: Der eine widmet sich dem Thema Bier, der andere dem Thema Apfelwein. Fertig und Krause heben hervor, dass bei ihnen frisch und regional gekocht wird. „Das Schnitzel, das wir anbieten, wird am Morgen geklopft“, erklärt Fertig. „Und es stammt traditionell aus der Oberschale.“

Show-Rösterei

Aus dem Bistro im Landhotel wird ein Kaffeehaus mit Show-Rösterei. Hier werden frische Torten, Eis und Blech-Kuchen aus der Hessenpark-Bäckerei angeboten. Der Beherbergungsbetrieb soll künftig an den Wochenenden zu günstigeren Übernachtungspreisen vor allem Familien und Ausflügler ansprechen, unter der Woche soll er Business-Hotel sein. Jüngster Betrieb im Hessenpark ist die Martinsklause aus Remsfeld. In der 50er-Jahre-Schenke wollen Fertig und Krause eine „schnelle, gute und günstige Küche“ anbieten. Die Selbstbedienung wird abgeschafft und der Biergarten erweitert. Denn: „Wir wollen den Platz beleben.“

Doch damit nicht genug der Pläne. Mobile Verkaufsstationen sollen die Gäste an Tagen mit besonders vielen Besuchern auf dem weitläufigen Gelände mit Eis, Brezeln und Getränken versorgen. Die Howa übernimmt zudem die Verwaltung für alle Event-Locations wie die Trendelburg – darin eingeschlossen ist das Catering bei Firmen- und Familienfeiern sowie die Ausrichtung von Sekt-Empfängen.

Jetzt suchen die Unternehmer noch Köche und Service-Mitarbeiter, denn immerhin entstehen 30 neue Arbeitsplätze. Eine Direktorin haben sie bereits: Julia Hoffart wird Gastronomie, Catering und Landhotel leiten. Die 31-Jährige hat eine Ausbildung zur Hotel-Fachfrau gemacht und ein Studium zur Event-Managerin absolviert. Sie wohnt in Friedrichsdorf und wird schon jetzt für das nächste Jahr Veranstaltungen verkaufen sowie Einkauf, Logistik, Personalplanung und Marketing organisieren.

Fertig und Krause haben in Zusammenarbeit mit dem Museum bereits ein Symbol entwickelt: Es zeigt – angelehnt an das Hessenpark-Logo – drei Figuren: einen Koch, eine Servicekraft und einen Pagen. Und natürlich haben sie ihrem neuen Betrieb auch schon einen Namen gegeben: „Die Hessenpark-Gastgeber“ heißen die Besucher ab Januar willkommen.

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