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Tolle Eindrücke auf der Isle of Man gesammelt

Vor kurzem ist eine Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde in Rod an der Weil von einer Besuchswoche auf der Isle of Man zurückgekehrt – mit ganz vielen Eindrücken im Gepäck.
Bei einer Küstenwanderung genießen die Weilroder die abwechslungsreiche Landschaft der Insel. Bei einer Küstenwanderung genießen die Weilroder die abwechslungsreiche Landschaft der Insel.
Rod an der Weil. 

Alle zwei Jahre gibt es einen Austausch zwischen der evangelischen Kirchengemeinde in Rod an der Weil und den Freunden der verschiedenen Kirchengemeinden auf der Isle of Man. Seit 1985 geht das schon so. 30 Weilroder kehrten nach einer unvergesslichen Woche auf der grünen Insel in der Irischen See in den heimischen Taunus zurück – nach einer Woche der Begegnungen mit teils schon langjährigen Freunden, gemeinsamen Gottesdiensten und eindrucksvollen Naturerlebnissen bei Wanderungen an der abwechslungsreichen Küste.

Hinzu kam diesmal das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren, dem die Briten noch größere Aufmerksamkeit zu schenken scheinen, als wir es in Deutschland tun, berichtet Paul-Achim Uhrig. Besonders bewegend sei die Teilnahme an einem Erinnerungsgottesdienst gewesen. Unter dem Motto „In Europa gehen die Lichter aus“ wurde ein Gedenkgottesdienst mit Lesungen, Lyrik, Originalbriefen, aber auch mit Berichten über einige der zahlreichen derzeitigen Kriegsgebiete gehalten.

Aussöhnung

Auf dieses Gedenken ging Pfarrer Christoph Weick, mit seiner Familie zum ersten Mal dabei, auch im gemeinsamen Gottesdienst in der Inselkirche St. Mark’s ein, indem er den Weltkriegsausbruch mit der biblischen Geschichte der Verklärung Jesu verknüpfte und vom Öffnen der Büchse der Pandora 1914 sprach. So habe in Deutschland 1913 kaum einer die kommende Kriegsgefahr gesehen. Interessanterweise in Großbritannien auch nicht. Der Sommer 1914 war zunächst auch auf der Isle of Man ein ganz normaler mit den üblichen Sommerfrischlern vom britischen Festland. Die Urkatastophe des Jahrhunderts brach dann für alle Beteiligten ganz plötzlich herein.

Seit fast 30 Jahren arbeiten die beiden Austauschgruppen durch ihre regelmäßigen gegenseitigen Besuche aktiv an der britisch-deutschen Aussöhnung und damit an der Basis auch an der Erhaltung des Friedens mit. Diese Friedensarbeit gelinge nur in der Begegnung und dem gegenseitigen persönlichen Kennenlernen und Verstehen des anderen. „Frieden gibt es eben nicht zum Nulltarif“, stellt Uhrig fest.

Ein weiterer Höhepunkt war die Fahrt über die Inselberge mit dem offenen Doppeldeckerbus auf dem weltberühmten Motorradrennkurs der Tourist Trophy. Jedes Jahr fesselt dieses Rennereignis Tausende von Motorradbegeisterten in der ganzen Welt. Leider müssen aber auch immer wieder Opfer sowohl bei Zuschauern als auch bei Rennfahrern beklagt werden. Bei einem typisch britischen Fish-und-Chips-Essen in einem Cricketklub wärmte sich die Gruppe anschließend wieder auf. „Mittlerweile wird die Köstlichkeit nicht mehr aus Zeitungspapier gegessen, sondern nur noch aus Packpapier – wegen der Schadstoffe in der Druckerschwärze, sagt man“, berichtet Uhrig.

Der kulturelle Höhepunkt war der Besuch von Andrew-Lloyd-Webber-Musicals „Sunset Boulevard“, das im Gaiety Theatre in der Inselhauptstadt Douglas dargeboten wurde. Im letzten im Original erhaltenen viktorianischen Theater Großbritanniens genossen die Teilnehmer eine künstlerisch gelungene Darbietung, wobei in der Pause wie zu Zeiten Queen Victorias der Becher Eiscreme nicht fehlen durfte. Ebenfalls „very british“ ging es auf der Royal Manx Agricultural Show zu, einer Art Landwirtschaftsschau vergleichbar vielleicht mit der Tierschau auf der Laurentiuskerb in Usingen, nur mit einem noch wesentlich abwechslungsreicheren Programmablauf.

Eine gemeinsame Fairwell-Party zum Abschied beendete diese Woche der Begegnung. Die Weilroder bedankten sich bei ihren Gastgebern für diese unvergessliche Woche bei sonnigem Wetter, nicht ohne die Freunde von der keltischen Insel für 2016 wieder nach Weilrod einzuladen.

(tz)
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