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Saalburgschüler und Lehrer leisten Großartiges: Stella kann wieder laufen

Mit ihrem Engagement haben die Saalburgschüler das Leben einer jungen Frau entscheidend zum Guten verändert. Wie, das zeigte ein Film am Freitagmorgen.
Gemeinsam mit seinem Kollegen erstelle Karsten Schulz (links) eine Gipsform für Stella. 	Repros: Seibt Bilder > Gemeinsam mit seinem Kollegen erstelle Karsten Schulz (links) eine Gipsform für Stella. Repros: Seibt
Usingen. 

Greifen sie zum Taschentuch, denn es ist eine Geschichte die zu Tränen rührt. Denn was die Saalburgschüler und ihre Lehrer geleistet haben, trieb gestern in der Tat vielen die Tränen in die Augen.

Stella Chebet lebt in Uganda. Sie kam als gesundes Kind zur Welt. Bis das kleine Mädchen eines Tages einen Streit zwischen ihren Eltern schlichten wollte und dabei ins Feuer fiel. Ihr rechter Fuß verbrannte bis zur Unkenntlichkeit, die Haut zwischen Ober- und Unterschenkel verschmolz in der Hitze und klebte zusammen.

Nach höllischen Schmerzen bleibt ihr ein entstellter Körper, ein Bein, das sie nicht mehr ausstrecken kann, weil die Haut so sehr miteinander verklebt und verschmolzen war. Ein Leben auf Krücken, nur weil sie schlichten wollte.

Heute ist sie Anfang 20, hat einen fünf Jahre alten Sohn, den sie bis dato nicht auf Händen tragen konnte, schließlich waren da immer die Gehhilfen. Man mag sich kaum vorstellen, wie groß die Schmerzen in ihrem Rücken sein müssen oder in den Händen, da sie nur mit diesen Gehhilfen mobil war.

Auf den Bildern, die Karsten Schulz, Lehrer für Orthopädietechnik an der Saalburgschule zeigt, blickt den Schülern eine traurige und verstörte junge Frau entgegen. Zumindest am Anfang. Denn die Orthopädietechniker der Saalburgschule und die Schüler, selbst Auszubildende im gleichen Alter, habe mit nur einem Charitlauf das ganze Leben von Stella verändert, ihr ein selbstbestimmtes Leben geschenkt.

Den Stein des Anstoßes gab Karsten Schulz, Lehrer für Orthopädietechnik an der Saalburgschule, der den Verein „Pro Uganda“ 2013 mitgründete und sich dort engagiert, zugleich selbst vier Patenkinder in Uganda hat. Bei einer seiner letzten Reisen nach Uganda hörte er von dem Schicksal Stellas, die inzwischen als alleinerziehende Mutter in einer Behausung lebt, „nicht größer als eine Hundehütte“, schildert Schulz, mit dem zerstörten Bein, Gehhilfen unterwegs und am Rande der Gesellschaft.

 

Schnelle Hilfe

 

Gemeinsam mit seinem Kollegen Horst Lohrey als Orthopädie-Mechaniker-Meister wollte Schulz das Schicksal der jungen Frau verändern, ihr helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Der erste Schritt in ihr neues Leben sollte eine Prothese sein. Das Schicksal der jungen Frau bewegte die Saalburgschüler, die sich am 22. Juli aufmachten, für Stella zu laufen.

Ein Charitylauf der seines gleichen sucht. Lehrer und Schüler suchten sich Sponsoren und liefen die 400 Meter-Bahn zu Fuß oder fuhren sie mit dem Rollstuhl. Jeder für ein Stück des neuen Lebensweges, den Stella beschreiten soll.

Und sie haben es geschafft! 2973 Euro kamen so zusammen, vermeldete Karsten Schulz überaus bewegt, der das Ergebnis am Freitagvormittag in einer Präsentation den Saalburgschülern vorstellte.

Unsicher blickt Stella in die Kamera, dann formen die Orthopädietechniker ihr Bein mit Gips ab und machen sich ans Werk. „Wir haben in Kfz-Werkstätten, Schneider- und Töpfereien gearbeitet“, schildert Schulz. Die Schüler staunten, applaudierten. Dann war der große Moment gekommen. „Normalerweise laufen Menschen mit neuen Prothesen nur ein paar Meter und setzten sich wieder hin“, sagte Schulz. Stella aber läuft. Sie läuft mehrere hundert Meter, weint vor Glück. Die Schüler kämpften mit den Tränen, klatschten bewegt der großartigen Leistung ihrer Lehrer Beifall. Dabei haben sie selbst den Applaus verdient, denn erst durch ihr Engagement konnte die Aktion gelingen. Und das erlaufene Geld reichte nicht nur für die Prothese, sondern sie kann auch eine Ausbildung als Friseurin beginnen. Außerdem kann Sohn Joshua in die Schule gehen – und für beide gab es sogar noch eine neue Matratze mit Decke. „Vorher schliefen sie ohne Decke auf einer drei Zentimeter dicken Matratze“, sagte Schulz.

Die Saalburgschüler können stolz auf sich sein, denn durch ihre Ausbildung und ihr Engagement, haben sie das Schicksal von Stella verändert. Und das verdiente ebenso viel Applaus wie die Leistung der Lehrer.

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