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Auflagen: So gehen die Kommunen und Städte mit Listentieren um

Von Sie sorgen immer wieder für Ärger: Erst kürzlich hat ein gefährlicher Hund im Odenwald ein Kind getötet. Vorfälle mit Hunden gibt es aber auch im Usinger Land. Die Kommunen haben inzwischen reagiert und für die sogenannten Kampfhunde ganz eigene Regeln erlassen – und vor allem bei der Steuer hingelangt. Wir haben die Daten und den Umgang mit den Haltern mal abgefragt.
Symbolbild Foto: imago stock&people (imago stock&people) Symbolbild
Hochtaunus. 

In Oberursel sind 32 sogenannte Listenhunde gemeldet, bei denen nach der Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden aufgrund ihrer Rasse eine Gefährlichkeit vermutet wird, und 17 „verhaltensauffällige Hunde“, die gefährlich sind, weil sie entweder einen Menschen gebissen oder gefährlich angegangen haben. Dazu zählt grundloses Beißen, Hetzen und unkontrolliertes Verhalten. Aber: Eine besondere Steuer für gefährliche Hunde gibt es dort nicht. Die Steuer beträgt jährlich für den ersten Hund 72 Euro, für den zweiten Hund 108, für den dritten und jeden weiteren Hund 144 Euro.

2018 wurden bereits sieben Beißvorfälle angezeigt. In vier Fällen wurden Menschen gebissen, in drei Fällen andere Hunde. Vier Hunde wurden hier als gefährlich eingestuft. Zwei der Beißvorfälle werden von der Stadt verfolgt. Bei einem Vorfall musste der Hund kurz nach der Tat von der Landespolizei erschossen werden.

Kommunen können selbst entscheiden, welche Steuer sie auf Listenhunde anwenden. Vermeintlich gefährliche können teuer sein.  Karikatur: schwarze-Blanke Bild-Zoom
Kommunen können selbst entscheiden, welche Steuer sie auf Listenhunde anwenden. Vermeintlich gefährliche können teuer sein. Karikatur: schwarze-Blanke

Die Stadt hält sich an die Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO). Betroffene Tiere müssen außerhalb des Grundstücks an der Leine laufen, nur einzeln geführt werden und dies nur von Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und körperlich und geistig in der Lage sind, den Hund sicher zu führen. Das Grundstück muss gesichert sein.

Maulkorb kann Pflicht sein

Der verantwortliche Halter muss ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und beweisen, dass der Hund keine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren aufweist (Wesensprüfung). Eine Sachkundebescheinigung ist Vorschrift, ebenso die Vorlage eines Farbfotos des Tiers und der Nachweis, dass der Hund einen Chip hat. Die Behörde kann, auch trotz positiver Wesensprüfung, für jeden Hund das Führen an der Leine und das Tragen einer Vorrichtung, die das Beißen zuverlässig verhindert, anordnen.

In der Kurstadt Bad Homburg wurden 42 Listenhunde gezählt. Für den ersten Hund nimmt die Stadt 57 Euro, für jeden weiteren Hund 65. Eine besondere Besteuerung für gefährliche Hunde sieht die Satzung nicht vor.

Info: Diese Vierbeiner gelten als Listenhunde

In der Hundeverordnung werden als „Listenhunde“ Tiere bezeichnet, die als „gefährlich gelten“. Allerdings gibt es in den Bundesländern derzeit zehn verschiedene Definitionen dafür, welche

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In Königstein sind derzeit sieben solcher Hunde gemeldet, die Steuer beträgt für den Ersthund 72 Euro im Jahr und den Zweithund 144 Euro. Es gab in der Stadt noch keine Beißvorfälle, in die Listenhunde involviert waren. Auch Königstein hält sich an die Gefahrenabwehrverordnung.

In Neu-Anspach sind derzeit 16 Listenhunde gemeldet. Und hier kostet die Steuer 600 Euro, die um 50 Prozent reduziert ist, wenn eine erfolgreich bestandene Begleithundeprüfung oder ein ähnlicher Nachweis vorliegt. Die normale Steuer liegt beim Ersthund bei 60, beim Zweithund bei 122 und für jeden weiteren Hund bei 184 Euro. Aus dem Rathaus hieß es auch, dass es zwar Vorfälle mit Hunden gab, darin seien aber keine Listenhunde verwickelt gewesen.

In Kronberg waren zum 31. Dezember 2017 vier sogenannte Listenhunde und fünf verhaltensauffällige bekannt. Abweichend zur normalen Steuer von 72 Euro, beträgt die Steuer für einen „gefährlichen Hund“ jährlich 720 Euro, für den zweiten Hund 144 für jeden weiteren 216 Euro. Vorfälle gab es mit den sogenannten verhaltensauffälligen Hunden nicht. Und auch Kronberg hat die Hundeverordnung als Grundlage. „Kurzgefasst und grob vereinfacht ausgedrückt muss die Haltung von gefährlichen Hunden durch die Stadt jeweils zeitlich begrenzt genehmigt werden. Die gefährlichen Hunde sind dafür regelmäßig einem Wesenstest zu unterziehen“, sagt Sprecher Andreas Bloching.

Keine größeren Verletzungen

Acht gefährliche Hunde sind in Grävenwiesbach bekannt. Sie kosten jährlich 300 Euro – die Gemeinde hält sich auch an die Hundeverordnung.

Bürgermeister Gregor Sommer aus Wehrheim hat in der Gemeinde 14 Hunde gezählt, die gemäß der Hundeverordnung als gefährlich gelten, sowie vier Listenhunde-Mischlinge. Die Steuer liegt für jeden Ersthund bei 60 Euro, für jeden weiteren Hund bei 120 Euro jährlich. Zwar sind Vorfälle mit Hunden bekannt geworden, größere Verletzungen gab es nicht.

Usingen zählt zehn Tiere, die unter dem Namen „Listenhund“ geführt werden. Und im Gegensatz zur normalen Hundesteuer von 60 Euro zahlen deren Besitzer gleich satte 600 Euro. Der normale Zweithund kostet in der ehemaligen Kreisstadt 120, jeder weitere Vierbeiner 180 Euro.

Weilrod nennt sechs gefährliche Hunde im Gemeindegebiet, es handelt sich überwiegend um Listenhunde aus drei Rassen. Die Hundesteuer für diese Hunde beträgt 150 Euro und ist damit doppelt so hoch wie die normale Hundesteuer.

Spezielle Vorfälle mit den Tieren sind im Rathaus bei Bürgermeister Götz Esser nicht bekannt. Hier gelten ansonsten die Bestimmungen der Hundeverordnung des Landes Hessen.

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