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Sozialarbeit: So arbeitet die Jugendhilfe Usinger Land

Von Der Name täuscht, denn der Verein „Jugendhilfe Usinger Land“ beschränkt sich mitnichten auf den Altkreis – aus ganz Hessen stammen die Kinder und Jugendlichen, die in den Wohnheimen aufgenommen werden oder die ambulante Hilfe nutzen. Und wer statt der modernen Wohngruppen noch das Bild alter Kinderheime vor Augen hat, muss umdenken.
Wolfgang Dippel Bilder > Foto: Frank Saltenberger Wolfgang Dippel
Neu-Anspach. 

Nächtelang saß der neunjährige Patrick vor seinem PC, spielte, chattete und surfte durchs Netz. Auf Bitten der Eltern hin zeigte er Aggressionen, die Schule blieb links liegen. Die Eltern haben den richtigen Schritt gewagt und das Jugendamt um Hilfe gebeten.

Hilfe für die Eltern

Die Jugendhilfe bietet an ihrem Standort Neu-Anspach die ambulante Hilfe bei Familienproblemen an. Daneben unterhält sie aber auch viele Wohngruppen.

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Kein Einzelfall, wenngleich es nicht die neuen Medien sein müssen, die Kinder jeden Alters in Notlagen bringen – Eltern erkranken körperlich oder seelisch, sind beruflich eingespannt, die finanzielle Lage ist aus dem Ruder gelaufen; das Ergebnis bleibt meist gleich: Kinder verlieren den Halt und ihre seelische Stabilität. Das Jugendamt selbst greift allerdings nur vermittelnd ein. Die wahren Helfer kommen dann aus der „Jugendhilfe Usinger Land“ mit Sitz in Neu-Anspach.

Eltern rufen an

Chef des Ganzen ist Wolfgang Dippel, der mit seinem Team auf die Anfragen reagiert. Und diese kommen mitnichten hauptsächlich von den Ämtern, sondern Eltern selbst greifen zum Hörer und schildern ihre Notlage. „Wir haben nur einen sehr, sehr geringen Teil Jugendlicher, die vom Jugendamt in Obhut genommen wurden, weil sie im Elternhaus gefährdet sind“, betont er. Und für die Eltern sei es ein enorm schwieriger Schritt, zuzugeben, dass mit den eigenen Vorstellungen von Erziehung kein Weiterkommen ist.

Was bietet nun die Jugendhilfe? Zum einen die ambulante Hilfe, also die Unterstützung der Kinder nach der Schule oder dem Kindergarten. Oft sind es zeitlich begrenzte Fälle, weil die Schieflage im Elternhaus mit Hilfe von außen zu lösen ist.

Funktioniert dies nicht oder haben die Eltern völlig den Zugriff auf die Kinder verloren, bietet die Jugendhilfe mehrere Wohngruppen, die nicht nur im Hochtaunus zu finden sind. Hier sind erfahrene Pädagogen mit Therapeutenausbildung am Werk, denen kaum ein seelischer Abgrund fremd ist. „Die Aufnahme in eine Wohngruppe erfolgt aber immer in enger Absprache mit den Eltern und dem Jugendamt – und natürlich den Kindern. Sie haben keine abschließende Entscheidung, aber sie gegen ihren Willen in eine bestimmte Einrichtung aufzunehmen, funktioniert nicht“, sagt Dippel. Aber oft müsse den Kindern klargemacht werden, dass sie auf jeden Fall in eine Wohngruppe kämen – und am Ende eben keine Wahl mehr hätten.

Es ist ein vorsichtiges Herantasten an die Probleme der Betroffenen. Wie weckt man Lust an der Schule? Wie kann die Sucht „Neue Medien“ auf ein erträgliches Maß herabgestuft werden? „Natürlich ist das Gespräch immer die erste Wahl, das Aufzeigen von Lösungen und Kompromissen. Manchmal muss das Telefon oder der PC über Nacht eingeschlossen werden. Bisher haben wir immer einen Weg zu den Jugendlichen gefunden“, betont Dippel. Zudem biete die Einrichtung ein Schmiede-Projekt, da ein Mitarbeiter auch gelernter Schmied ist. „Hier lernen die Jugendlichen, eine Sache fertig zu machen, an einer Arbeit zu bleiben – und der anschließende Erfolg ist immer ein guter Schritt voran. So haben wir viele wieder dazu gebracht, die Schule zu besuchen.“

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