Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen

Seit 65 Jahren im Radfahrverein

Von Bei der Weihnachtsfeier ließen die Radsportler nicht nur die Radtouristikfahrten Revue passieren. Auch die glorreichen Zeiten des Kunstradfahrens und des Radballs lebten wieder auf. Aus gutem Grund.
65 Jahre Vereinstreue: Bernhard Keller (2. von links) und Helmut Braun (2. von rechts) wurden von den beiden Vereinsvorsitzenden Armin Uhrig (links) und Joachim Henzel für ihre Verdienste und ihre Vereinstreue geehrt. 	Foto: Pieren 65 Jahre Vereinstreue: Bernhard Keller (2. von links) und Helmut Braun (2. von rechts) wurden von den beiden Vereinsvorsitzenden Armin Uhrig (links) und Joachim Henzel für ihre Verdienste und ihre Vereinstreue geehrt. Foto: Pieren
Neu-Anspach. 

Wenn Weihnachten naht, motten die Aktiven der Radfahrvereinigung Vorwärts Anspach (RVA) ihre Rennräder ein und machen gleichzeitig die Mountainbikes für Allwetter-Fahrten flott. Echte Radsport-Enthusiasten sind eben zu jeder Jahreszeit auf zwei Rädern unterwegs.

Als Helmut Baum und Bernhard Keller bei der RVA aktiv waren, hatten sie noch auf ganz anderen Fahrradmodellen für Furore gesorgt. Die beiden Urgesteine haben in der Nachkriegszeit und in den Jahren des deutschen Wirtschaftswunders beim Radball und im Kunstradfahren richtig abgeräumt.

Nachdem die Vereinsvorsitzenden Armin Uhrig und Joachim Henzel die erfolgreichsten RTF-Fahrer des zu Ende gehenden Jahres sowie zahlreiche Mitglieder für langjährige Vereinstreue geehrt hatten, gehörte die ganze Aufmerksamkeit den beiden 78-Jährigen.

„Wir sind stolz, dass wir Euch beide heute außerhalb unserer Satzung für 65 Jahre Vereinsmitgliedschaft ehren können. Das gibt es kaum in einem anderen Verein“, würdigte Armin Uhrig bei der Ehrungs- und Feierstunde die Leistungen der beiden Jubilare. „Ihr wart am Wechsel unseres Vereins von der RKB Solidarität zum Bund Deutscher Radfahrer im Jahr 1982 maßgeblich beteiligt. Ohne diesen Wechsel gäbe es heute bei der RV keine Radtouristikfahrten.“

Siege bei den Hessenmeisterschaften und auch Meistertitel sowie andere Erfolge bei deutschen Meisterschaften im Einrad- und auch im Kunstradfahren in den Jahren 1952 bis 1972 reihten sich bei der Laudatio wie Perlen einer Kette aneinander. Doch noch bevor die Jubilare im Einzel und auch mit der Mannschaft die Ästhetik dieses mittlerweile in Vergessenheit geratenen Sports in das Usinger Land trugen, schlug ihr Herz für eine andere Disziplin auf zwei Rädern: Radball.

Gemeinsam waren sie 1949 als 13-jährige Jungs dem Verein beigetreten. „Das war das Jahr, als unsere Väter aus der Kriegsgefangenschaft heimkamen“, sagte Bernhard Keller. „Radball war damals absolut attraktiv. Das war ein Kampfsport auf zwei Rädern. Zwei Mann bildeten ein Team. Erst später kam das Radkunstfahren dazu.“

Mit dem Zug und vor allem mit dem VW-Bus vom damaligen Vereins-Hauptsponsor Heinrich Riegel, einem Lebensmittelhändler aus Anspach, fuhren die jungen Männer mit anderen Sportkameraden nach Berlin, Essen, Hannover und in andere deutsche Großstädte zu den Wettkämpfen. In der Nachkriegszeit war das etwas ganz Besonderes.

„Als wir in einem Jahr mit dem Zug als Deutscher Meister zurückkamen, war in Anspach Schützenfest. Der damalige Spielmannszug der SG Anspach empfing uns am Bahnhof und begleitete uns mit Pfeifen und Trommeln zum Festzelt. Dort gab’s für uns dann einen riesengroßen Empfang, und wir bekamen den Ehrentanz“, erzählte Helmut Baum.

Die beiden erfolgreichen Radsportler erinnerten sich auch noch sehr lebhaft an ihre Teilnahme am Bundesradfahrtag in Frankfurt. „Damals sind wir auf Einrädern vom Zoo über die Zeil, die Kaiserstraße, den Bahnhof und die Friedensbrücke ins Waldstadion gefahren.“

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse