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Einkaufen mit gutem Gewissen: Seit 25 Jahren gibt es den Eine-Welt-Laden in Pfaffenwiesbach

Von Auch wenn der Einzelhandel heute fair gehandelte Produkte verkauft, sind die Weltläden noch lange nicht überflüssig. Der Eine-Welt-Kreis Pfaffenwiesbach setzt sich seit 25 Jahren dafür ein, dass Produzenten in benachteiligten Ländern mit ihrem Einkommen auskommen können.
Für Vera Messerschmidt-Heins (links) und Maria Schmitt ist das Engagement für die Ärmsten der Armen gelebter christlicher Glaube. Foto: Gerrit Mai Für Vera Messerschmidt-Heins (links) und Maria Schmitt ist das Engagement für die Ärmsten der Armen gelebter christlicher Glaube.
Pfaffenwiesbach. 

Der Eine-Welt-Kreis (EWK) hilft zweifach – und das seit 25 Jahren. Die zurzeit acht Frauen verkaufen ehrenamtlich fair gehandelte Produkte und sichern damit den Produzenten in Asien, Lateinamerika oder Afrika ein Einkommen von dem sie leben können.

Von der geringen Marge sowie von Spenden haben die engagierten Frauen bis heute 25 000 Euro an die unterschiedlichsten Projekte in Peru, Chile, Tansania und Indien überwiesen. Das hat Maria Schmitt, der Motor des Kreises, anlässlich des Jubiläums ermittelt. Pastoralassistentin Ute Ramb hatte seinerzeit die Idee dazu, Maria Schmitt, Marie Luise Lauth, Trudi Golombek und Eva Nau waren sofort dabei.

Das Team des Eine-Welt-Kreises im Jahr 2009. „Fair geben, fair sorgen und fair teilen“ war damals das Motto auf den T-Shirts. Bild-Zoom Foto: Gerrit Mai
Das Team des Eine-Welt-Kreises im Jahr 2009. „Fair geben, fair sorgen und fair teilen“ war damals das Motto auf den T-Shirts.

1995 kam Pastoralmitarbeiterin Michaele Kilian dazu und die erste Unterstützung bekam ein Straßenkinderprojekt in Brasilien. Peter Witt, der Leiter der Pfaffenwiesbacher Kolpingfamilie, hatte Kontakte nach Peru, und so half das Team auch dort.

Vor rund zehn Jahren

Vor knapp zehn Jahren trat Pfarrer Emilian Senguo ins Leben des EKW, und der stellte sich für den afrikanischen Abend ein Mal im Jahr selbst in die Küche und leitete die Mitarbeiterinnen an. 10 000 Euro spendeten sie insgesamt für seine Projekte, und beim Afrika-Abend gab es immer die neuesten Informationen von deren Fortschritt. Das sei wichtig gewesen. Es war für viele Beteiligten ein Schock, als Pater Senguo vor zwei Jahren die Pfarrei verließ, aber die Frauen haben sich arrangiert, kochen heute mit Pater John Paul indisch, und der Erlös kommt seinem Projekt zugute.

Die Frauen der ersten Stunde: Maria Schmitt, Eva Nau, Ute Ramb, Trudi Golombek und Marie Luise Lauth (von links). Bild-Zoom Foto: Gerrit Mai
Die Frauen der ersten Stunde: Maria Schmitt, Eva Nau, Ute Ramb, Trudi Golombek und Marie Luise Lauth (von links).



Damit Geld in die Kasse kommt, um ihre Arbeit vorzustellen und die Spender zu informieren, beteiligen sich die Frauen am Adventsbasar, organisieren Informationsnachmittage, Morgengebete, Dämmerschoppen, Sommerfeste, Fastenessen und Eine-Welt-Feste. Eine Zeitlang gab es auch einen Strickkreis. Der Renner sei heute noch der „Fair-Schenken-Sonntag“ Ende November, bei dem die Gäste bei Kaffee und Kuchen Kunsthandwerk für Weihnachten einkaufen können, so Maria Schmitt. Sie ist sicher, dass die persönlichen Kontakte zu den Empfängern ein wichtiger, und auch für das Team selbst bereichernder Teil der Arbeit ist. Sei es durch Mitarbeiterin Vera Messerschmidt-Heins, Pater Emilian Senguo oder Pater John Paul. Sie alle waren und sind Garanten, dass das Geld Eins zu Eins da ankommt, wo es gebraucht wird.

Zu Besuch in Peru

„Das ist unseren Spendern wichtig.“ Vera Messerschmidt-Heins, die seit 1996 zum Team gehört und zusammen mit Trudi Golombek die „Schwestern der Göttlichen Vorsehung“ in Abancay, Peru, besucht hat, hat danach einen neuen Blick auf deren Probleme bekommen. Die Frauen dort hatten gestrickt und gebastelt, und eine der Schwestern habe die Alpaka-Pullover oder Karten auch nach Pfaffenwiesbach gebracht – auch so entstanden direkte Verbindungen. „Wenn man die Situation der Menschen persönlich kennt, kann man viel besser davon erzählen.“ Und das machen die Mitarbeiterinnen oft und gerne. Sie sind nicht müde geworden zu berichten, was der faire Handel für Produzenten von Tee, Kaffee, Kakao Kunsthandwerk in benachteiligten Ländern bedeutet.

Breites Sortiment

Der Eine-Welt-Laden arbeitet mit langfristigen Abnahmeverträgen und schafft Perspektiven für die Zukunft. Im Handel achtet man auf Zahlung höherer Preise an die Produzenten, gesündere Lebens- und Arbeitsbedingungen, keine gentechnisch veränderte Rohwaren, umweltfreundliche Verpackungen, ein breites Sortiment an Bio-Lebensmitteln und hohe Qualität. Dass es „faire Produkte“ auch in anderen Märkten gebe, mache die Weltläden noch lange nicht überflüssig, sind sich die beiden Frauen einig. „Die großen Märkte erfüllen nur die Mindestanforderungen.“ Die Weltladen-Handelspartner setzen sich zudem für medizinische Betreuung und Alphabetisierung ein. Auch politische Informationsarbeit leisten die Märkte nicht. Der Eine-Welt-Kreis hat das von Anfang an gemacht, ob alle vier Wochen nach dem Gottesdienst oder später noch mittwochs im Gemeindehaus. Zudem waren es auch Helferinnen aus ihren Reihen, die sich in Pfaffenwiesbach als Erste um Asylbewerber kümmerten.

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