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Apfelmost: Rudi und Heinz Maas haben die ersten Früchte gekeltert und sind begeistert von der Qualität

Von Rudi Maas hat Mitte September zum ersten Mal in diesem Jahr Äpfel gekeltert. Die Qualität des Mostes hat ihn erstaunt.
Rudi Maas (links) und sein Bruder Heinz sind zufrieden: Die Oechsle-Waage zeigt in diesem Jahr Spitzenwerte an. Bilder > Rudi Maas (links) und sein Bruder Heinz sind zufrieden: Die Oechsle-Waage zeigt in diesem Jahr Spitzenwerte an.
Hausen-Arnsbach. 

Rudi Maas hält den Messzylinder mit dem frisch gepressten Apfelmost ans Licht und zieht die Spindel heraus. „65 Grad Oechsle“, stellt er beim Blick auf die Skala fest und blickt zufrieden drein.

In diesem Herbst misst der Hausen-Arnsbacher den Zuckergehalt seines Mostes besonders gern. Mitte September keltert er meistens zum ersten Mal, damit es beim Kelterfest in dem Neu-Anspacher Stadtteil Rauscher gibt. Das hat er auch in diesem Jahr gemacht und war anschließend regelrecht „von den Socken“, zeigte die Oechsle-Waage doch mehr als 60 Grad an. „Das ist wirklich sensationell.“ Woran das liegt, ist nach diesem Sommer natürlich klar: „Die Sonne hat für die hohe Dichte gesorgt.“

Geschmacksträger

Hohe Oechslegrade lassen einen hohen Alkoholgehalt erwarten, erklärt der 68-Jährige, der zuletzt sogar einen Spitzenwert von 72 Grad gemessen hat. „Davon mach ich Apfelwein“, hat er entschieden und rechnet bei diesem Äppler nun mit einem Alkoholgehalt von neun Prozent. Das ist angesichts der fünf bis sechs Prozent, die ein Apfelwein normalerweise hat, natürlich beachtlich: „Alkohol ist ein Geschmacksträger“, sagt Maas und ist deshalb optimistisch, was die Qualität des nächsten Jahrgangs angeht.

Auf dem großen Grundstück hinter Haus und Scheune stehen 60 Hochstamm-Apfelbäume, die Maas und seinem Bruder Heinz gehören. Kaiser Wilhelm, Goldparmäne, Gelber Richard, Rheinischer Bohnapfel, Boskop, Golden Delicious, Trierer Weinapfel und Brettacher heißen die Sorten, die dort wachsen. Die einen sind auch zum Essen, wie der Prinzenapfel, den Maas besonders gerne mag, andere eignen sich nur zum Keltern, wie der Rote Eiserapfel. Der Baum mit den roten Früchten ist in diesen Tagen vor einem strahlend blauen Himmel besonders toll anzusehen.

Tiefe Wurzeln

In diesem Jahr lagen die ersten Äpfel schon früh auf dem Boden. „Die Bäume haben viel abgeworfen, weil es in diesem Jahr so trocken war“, berichtet Maas. Doch während es dem Getreide beispielsweise geschadet hat, dass es so wenig regnete, und die Landwirte über Ernteausfälle klagen, konnte die fehlende Feuchtigkeit den Apfelbäumen in seinem Garten nichts anhaben. Ganz im Gegenteil sogar: Die Bäume hängen voll, müssen teilweise sogar mit Pfählen gestützt werden. Das zeigt, dass in diesem Jahr nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität stimmt. Maas erklärt dazu, dass der Lehmboden in seinem Garten viel Wasser speichert. „Außerdem wurzeln Apfelbäume tief.“

Die Maas-Brüder haben derzeit viel zu tun. Das Fallobst muss, damit es nicht fault, aufgesammelt und dann gekeltert werden. Zwei bis drei Mal in der Woche ist das der Fall. Zudem werden im Moment im ganzen Ortsteil Äpfel geerntet, und ständig fährt jemand auf dem Hof in der Hauptstraße 91 vor, um Säcke oder Körbe auszuladen. Klar ist jetzt die Zeit dafür, aber Rudi Maas appelliert trotzdem an alle, die keltern wollen, möglichst lange zu warten. Denn: Je länger die Äpfel an den Bäumen hängen, um so süßer werden sie und um so höher ist dann auch der Oechsle-Grad. „Man sollte immer warten, bis die Äpfel locker vom Zweig gehen.“

Anspruch gestiegen

Die Männer, die vor neun Jahren eine gebrauchte Kelter gekauft haben, sind gerne behilflich und keltern beispielsweise auch für die Vogelschützer, die vor 13 Jahren einen Apfelwein-Wettbewerb ins Leben gerufen haben. „Seitdem ist der Anspruch im ganzen Ort gestiegen“, sagt Rudi Maas und berichtet von einer durchgängig guten Qualität.

Und der pensionierte Maschinenbau-Ingenieur weiß, wovon er spricht. Hat er doch schon viele Wettbewerbe und im vergangenen Jahr auch die Hessische Apfelweinmeisterschaft in Oberursel gewonnen. Die ersten 100 Liter hat Maas, der in diesem Jahr 250 Liter Apfelwein, 60 Liter Apfelsaft und 1000 Liter Apfel-Secco produzieren möchte, übrigens bereits angesetzt. Anfang Dezember wird er ihn zum ersten Mal probieren und ist schon jetzt gespannt, wie er schmeckt. Aber könnten neun Prozent bei einem Apfelwein nicht doch zu viel sein? „Nein“, sagt Maas, „zur Not wird er eben mit Wasser gespritzt.“

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