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Hessenpark feiert 40-jähriges Bestehen: Retortenbaby im besten Alter

Von Dass der Hessenpark ein Erfolg werden würde, hatten die Gründungsväter 1974 gehofft. Dass das Freilichtmuseum so groß und so belebt sein würde, konnten sie jedoch nicht vorhersehen, als vor 40 Jahren der Grundstein gelegt wurde.
. . .gestern schauten sich die Kinder der Waldgruppe der Neu-Anspacher Kita „Villa Kunterbunt“ die Kirche an. Auch die Kita feiert dieses Jahr ihr 40-Jähriges. . . .gestern schauten sich die Kinder der Waldgruppe der Neu-Anspacher Kita „Villa Kunterbunt“ die Kirche an. Auch die Kita feiert dieses Jahr ihr 40-Jähriges.
Neu-Anspach. 

Dunkle Rauchschwaden steigen aus dem Schornstein der Schmiede aus Weinbach auf, während nebenan im Haus von Hecksam eine Schulklasse den Hessenpark gleich doppelt erklärt bekommt – einmal auf Deutsch und einmal auf Spanisch. Derweil marschiert eine Kindergartengruppe zielstrebig an der Schmiede vorbei zur Kirche aus Niederhörlen. Ein paar Meter weiter müssen die Handwerker in der Seilerei die Stimme erheben, weil ein Traktor vorbeifährt. Von weit her hört man einen Hammer Stein behauen.

Es ist ein ganz normaler Dienstagmorgen im Hessenpark, der dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Mit dem zentralen Platz der Baugruppe Mittelhessen hatte damals alles angefangen. Mittlerweile hat das Projekt die kühnsten Erwartungen übertroffen. Schaut man sich um, wirkt das Museum belebter als manche Orte, aus denen die Häuser einst als „Bausätze“ gerettet wurden.

Mehrlings-Treffen

Am Wochenende ist der Hessenpark auch Ort des „Drillingstreffens“ des Landes Hessen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der bei Mehrlingsgeburten ab drei Kindern die Patenschaft bis zur

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Viele von ihnen sind so alt, dass eine Zeitspanne von 40 Jahren nicht wirklich ins Gewicht fällt. Und doch hat sich in diesen vier Jahrzehnten viel verändert. Als Ende der 1960er Jahre viele Dorfkerne und Innenstädte „modernisiert“ wurden, wurden viele Gebäude, die heute als Kulturdenkmal unter Schutz stünden, einfach abgerissen. Der Hessenpark übernahm die Funktion einer Arche. Irgendwann, wenn das Projekt einmal in Fahrt käme, würden die historischen Häuser wiederauferstehen. Noch immer lagern heute die Einzelteile unzähliger Häuser fein säuberlich gestapelt im Hessenpark. 104 Gebäude wurden mittlerweile auf dem Gelände errichtet.

Für die Region ist der Hessenpark ein Gewinn. Für die Kultur ein unschätzbarer Wert. Dabei hat sich die Aufgabe der Rettung beinahe erledigt: Heute käme niemand mehr ernsthaft auf die Idee, Denkmäler von ähnlicher Bedeutung von den angestammten Plätzen zu entfernen. So kann sich der Hessenpark auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren: Das Wissen um die ländliche Lebensweise vergangener Jahrhunderte zu bewahren – und mit neuem Leben zu füllen. Eben Geschichte erfahrbar zu machen. Dementsprechend groß sind die Feierlichkeiten, die am kommenden Wochenende anstehen. Wer daheim noch D-Mark hütet, darf sich darauf freuen, besonders preiswert in den Park zu kommen. Besucher zahlen für den Eintritt am 19., 20. und 21. September „Preise wie vor 40 Jahren“. Will heißen: Eine Mark Eintritt pro Person.

Am Freitag und Samstag zeigt das Museumstheater zum letzten Mal in dieser Spielzeit das im Mai uraufgeführte Stück „Schwarze Füße, weißes Herz – Mietshausgeschichten 1957“ (jeweils um 13 und 16 Uhr, die Aufführung ist im Museumseintritt inklusive). Am Samstag widmet sich Gründungsdirektor Professor Eugen Ernst im Rahmen der Jubiläumsführung um 15 Uhr dem Thema „Sakrale Elemente im Freilichtmuseum“. Am Sonntag lädt Kräutermarie Ursula Buddeus um 11 und um 13 Uhr zur öffentlichen Kostümführung ein. An beiden Wochenendtagen können Fotofreunde um 11 Uhr an einer Führung durchs Haus der Foto- und Filmgeschichte teilnehmen.

 

Handwerker im Dauereinsatz

 

Auch die Handwerker bieten einiges: Die Drechslerwerkstatt ist geöffnet, die Taunuskutsche fährt durchs Museum, der Kohlenmeiler wird aufgebaut, die Hessische Uhrmacherschule öffnet am Samstag von 12 bis 17 Uhr ihre Türen. Darüber hinaus sind viele Gebäude und Ausstellungen von der Turmuhrenausstellung über das Fotohaus bis hin zur Ausstellung „Kommunikation im Wandel der Zeit“ betreut. Geöffnet hat auch die Schreinerei. Das Gebäude hat übrigens an diesem Wochenende ebenfalls Grund zum Feiern: Es wurde am 19. September 2004 feierlich eröffnet.

Auf dem Marktplatz feiert das Freilichtmuseum am Sonntag zusammen mit dem Käsehaus im Hessenpark und den Fuchshöfen das große Käsefest. Gelebtes traditionelles Käsereihandwerk lädt die Besucher zum Zuschauen und Mitmachen ein und erlesene Köstlichkeiten und Spezialitäten verführen zum Probieren und Kaufen. Außerdem erfahren die Gäste etwas über die Herstellung und Besonderheiten von Bio-Käse und lernen hessische Hofkäsereien und überregionale Partnervertriebe von Käsehaus und Fuchshöfen kennen.

Abgerundet wird das Programm durch Kleinkunst, Livemusik und ein großes kulinarisches Angebot. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.hessenpark.de

Einen weiteren Artikel zum Hessenpark lesen Sie auf Seite 21.

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