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Neujahrsschwimmen: Respekt!

Von Was soll das neue Jahr noch an Überraschungen bringen, wenn man schon am ersten Tag den inneren Schweinehund bekämpft und in eiskaltes Wasser abtaucht? Die Hochachtung von rund 150 Schaulustigen hatten die Eisschwimmer allemal.
Wie das Foto zeigt, kennt Eisschwimmen keine Altersgrenze. Foto: Gerrit Mai Wie das Foto zeigt, kennt Eisschwimmen keine Altersgrenze.
Wehrheim. 

Es ist wie beim berühmten „Dinner for One“ im Fernsehen: Im Ludwig-Bender-Bad heißt es an Neujahr um Punkt 15 Uhr „The same Procedure as every year“, und Schwimmmeister Ralf Pauly öffnet die schwere Eisentür zum Ludwig-Bender-Bad. Keine halbe Stunde später ist der Spuk jedoch schon wieder vorbei.

Mindestens 150 Besucher sind in diesem Jahr ins Bad gekommen, aber nicht alle möchten schwimmen, die meisten sind Schaulustige, die Hochachtung vor denen haben, die sich eiskalt ins Wasser stürzen. Die Sommer-Dauerschwimmer wünschen sich ein gutes neues Jahr, aber nicht jeder, der bei 15 Grad im Sommer seine Bahnen zieht, möchte auch eisbaden. Richtig eiskalt sind Wasser und Luft mit jeweils vier Grad zwar nicht, aber so manchem Zuschauer läuft beim Zugucken schon eine Gänsehaut über den Rücken. Die couragierten Kälte-Freaks erinnern sich an ganz andere Zeiten, als zwölf Zentimeter Eis erstmal vom Wasser geschnitten werden mussten und dicker Schnee auf den Gehwegen lag, oder an ein Jahr, als ein Regensturm die Schwimmbad-Wellen fast über den Köpfen zusammenschlagen ließ. Damals waren aber auch nur zwei ganz Mutige ins Wasser gestiegen.

Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) ist immer dabei, aber nicht, um zu schwimmen, sondern um eine Neujahrsrede zu halten. Um die Mutigen – und die Schaulustigen – zu begrüßen und allen das Beste zu wünschen. Er badet gerne wärmer, geht bekanntlich bis zum 1. Mai lieber ins Hallenbad, aber: „Versprochen, wenn das Freibad eröffnet wird, bin ich dabei.“

Bei gleicher Temperatur von Luft und Wasser sollte der Einstieg kein Problem sein, aber das ist falsch gedacht, stellt Tanja Trouvain fest. Sie ist zum ersten Mal dabei und hat sich viele Gedanken gemacht, was so alles passieren könnte – blamieren möchte sie sich schließlich nicht. Aber es kommt anders: Kaum ist sie im Wasser, ist die andere Treppe erreicht und alles ratz, fatz vorbei. Die mutige Eis-Schwimmerin weiß aber jetzt, dass die Passagiere der Titanic nicht die geringste Chance hatten, im Eismeer zu überleben: „Das hält niemand lange aus.“ Aber es habe viel Freude gemacht, eine Grenze zu überwinden.

Jugendliche haben wohl mehr Hitze im Körper, denn einige der jungen Gäste aus Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz, die in einer Jugendherberge in Oberursel von dem eiskalten Ereignis gehört haben, legen sogar die 50 Meter der Längsbahn zurück, während sich die meisten mit einer Querbahn begnügen. Einige der in diesem Jahr mehr als 30 Unerschrockenen schwimmen aber noch zurück – damit sich das Umziehen lohnt. Louis aus Holland traut sich mit zwei Freunden aber noch mehr. Zu dritt rutschen sie ins eiskalte Vergnügen und tauchen strahlend wieder auf. Für sie ist es eine tolle Erfahrung, innere Widerstände zu überwinden. „Das fühlt sich richtig stark an.“

Was soll das Jahr schon noch an Widrigkeiten bringen, wenn der innere Schweinehund gleich am ersten Tag so erfolgreich bekämpft wird? Jutta Pfetzing ist das Wasser aber wohl doch nicht kalt genug. Die regelmäßige Eiskalt-Schwimmerin schüttet noch zwei Tüten Eiswürfel in die Fluten . . .

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