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Henry Behn überzeugte vor Jahren im zweiten Anlauf: Pläne zur Nord-Ost-Umgehung: Bis ins kleinste Detail

Von Entweder pro oder contra – so sind meist die Positionen, wenn es um geplante Umgehungsstraßen von Kommunen geht. Das war’s dann meist aber auch schon. Selten, wenn ein Gegner sich die Mühe macht und eine Alternative erarbeitet. Wie der Usinger Henry Behn, der vor fünf Jahren der Usinger Nord-Ost-Umgehung den richtigen Schubs gab. Und dies mit einem enormen persönlichen Aufwand.
Henry Behn hat die Nord-Ost-Umgehung in einem vier Quadratmeter großen Modell zusammengebaut. Henry Behn hat die Nord-Ost-Umgehung in einem vier Quadratmeter großen Modell zusammengebaut.
Usingen. 

Setzen sich Bürger für oder gegen eine Planung ein, fehlt es oft genug an einer daraus folgenden Alternative. In der Taunusstadt Usingen, die bereits kurz nach dem Krieg die ersten Planungen für eine Umgehungsstraße austüftelte, aber erst im neuen Jahrtausend dann richtig konkret plante, hat sich ein Mann so sehr für eine bessere, platzsparende und naturschonende Variante eingesetzt, dass er mehr als eine Erwähnung wert ist.

Denn vor fünf Jahren legte Henry Behn, der am 27. Februar 2015 mit 77 Jahren verstorben ist, eine ganze eigene Variante der Nord-Ost-Umgehung vor. Er hatte sie bis ins letzte Detail durchgeplant. Keine theoretischen Forderungen, sondern eine Planung, die man sofort übernehmen konnte, was auch geschah.

Bereits 2010 legte er sich mit dem damaligen Amt für Straßen- und Verkehrswesen an. Denn dessen Planung sah entlang der Trasse eine ganze Reihe von Über- und Unterführungen an den Kreuzungen vor sowie platzraubende Einmündungen. Behn wollte dies nicht so stehen lassen. Doch mit seinem Modell „Alternative Behn“ stieß er zunächst auf taube Ohren.

Erschreckend unwissend

Nach einer mündlichen Anhörung beim Regierungspräsidium Darmstadt wird Behn recht deutlich: „Die Teilnehmer des Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV Frankfurt) – einschließlich Projektleiterin und Fachleuten – zeigten sich erschreckend unwissend, unvorbereitet und herabwürdigend nicht nur hinsichtlich der Alternative. Einigkeit herrschte unter den Amtsteilnehmern darin, unbedingt ihre Planung auf eine inakzeptable Weise durchsetzen zu wollen – gleichgültig, ob ihre Argumente stimmen oder nicht. Sie glichen den bisherigen Antworten auf unsere Einwendungen: arrogante Basta-Politik.“

Hessen Mobil gefällt es

Bis dahin hatte der Usinger aber bereits sehr viel Herzblut und vor allem auch Geld investiert, denn er plante nicht ins Blaue, sondern fügte machbare Details ein – etwa die Kreisel-Anschlüsse. Doch am 1. Januar 2012 strukturierte Hessen die Verkehrsverwaltung um, das ASV Frankfurt löste sich auf, das Projekt Usingen kam zur Außenstelle Wiesbaden von Hessen Mobil. Und siehe da: Behns Planung fand plötzlich Gefallen.

Rundfahrt entlang der geplanten Trasse

IZEDUL lädt zu einer öffentlichen Begehung der Trasse der Nord-Ost-Umgehung ein. Gestartet wird am Freitag um 13.30 Uhr. Die Veranstaltung beginnt auf dem Hattsteiner Hof der Familie Werth in Usingen (Hattsteiner Allee 1).

clearing

Nun mussten die Anpassungen in den Planfeststellungsentwurf eingearbeitet werden. Der Gebietsbeauftragte für Hessen, Thüringen und Sachsen im Bundesverkehrsministerium erteilte ebenfalls seinen Segen. Henry Behn musste dennoch auch innerhalb von Usingen mit deutlichen Anfeindungen leben, denn er hatte eine Korrektur der Fachleute-Planung gewagt.

Maßstab 1 zu 2000

Er hatte sogar ein Modell der gesamten Umgebung im Maßstab 1 zu 2000 aus Styropor gefertigt. Schon damals wurde deutlich, wie viel sinnvoller die Kreisellösungen sind, im Gegensatz zu den großen Schleifen der „Anschlussohren“. Die Tieferlegung der Trasse und der Lärmschutz gehen ebenfalls auf ihn zurück – alles ist in privater Kleinarbeit, Rechnerei und Planerei entstanden. Im Juli 2012 stellte Behn seine Planung dem Magistrat und Hessen Mobil persönlich vor. Erfolgreich, denn Politik und Verwaltung erkannten seinen Einsatz an und übernahmen seine Optimierung der Trasse.

Inzwischen aber gibt’s in Usingen eine weitere Bürgerinitiative, die selbst diese Planung ablehnt. Sie heißt „Interessengemeinschaft zum Erhalt der Usinger Landschaft“ (IZEDUL).

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