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Der Schandfleck von Friedrichsdorf: Philipp-Reis-Schulgelände wird zur Ökosiedlung

Mit dem Ortsvorsteher Hartmann Ulmschneider blicken wir auf Friedrichsdorf. Heute geht es um zwei neue Wohnsiedlungen, die bald entstehen sollen.
Die Tage der alten Philipp-Reis-Schule sind gezählt. Sobald der Bebauungsplan verabschiedet ist, rollen die Bagger an. Foto: Jens Priedemuth Foto: Jens Priedemuth Die Tage der alten Philipp-Reis-Schule sind gezählt. Sobald der Bebauungsplan verabschiedet ist, rollen die Bagger an. Foto: Jens Priedemuth
Friedrichsdorf. 

Die Tage eines echten Schandflecks sind gezählt: Das Gelände der alten Philipp-Reis-Schule mit den inzwischen maroden Schulgebäuden am Hohen Weg. „Wir möchten, dass sich dort vor allem junge Familien ansiedeln“, so Ortsvorsteher Hartmann Ulmschneider (SPD).

Das Gelände gehöre zwar dem Hochtaunuskreis und sei auch schon an einen Investor verkauft, der Bebauungsplan sei aber Sache der Stadt. Und solange der nicht gültig sei, trete der Kaufvertrag für das Gelände noch nicht in Kraft. Das heißt: Der Investor wird erst abreißen, wenn der Bebauungsplan unter Dach und Fach ist.

Noch besteht die Ökosiedlung nur auf dem Papier. Hier sollen bald Menschen aller Altersgruppen leben. Bild-Zoom
Noch besteht die Ökosiedlung nur auf dem Papier. Hier sollen bald Menschen aller Altersgruppen leben.

Der Plan stand zwar schon zu Jahresbeginn im Parlament zur Abstimmung an, aber er beinhaltete ein Problem: die Schwimmbadmauer. Um die künftigen Wohnhäuser vor Lärm, vor allem aus dem Spaßbecken, zu schützen, sollte eine 50 Meter lange und acht Meter hohe Mauer quer durch das Freibad gezogen werden. Die Aufregung war groß, aber dann rettete der Bundestag die Friedrichsdorfer mit einer Änderung des Lärmschutzgesetzes. „Das hat uns aus der Patsche geholfen“, sagt Ulmschneider. „Wir sind so stolz auf unser schönes Schwimmbad. Hätten wir die Mauer gebaut, hätte die ganze Republik über uns gelacht.“ Und: „Ich kenne im Stadtparlament keinen, der für so eine riesige Mauer die Hand gehoben hätte.“

Jetzt wird alles gut: Der B-Plan für das Gelände „Hoher Weg Süd“ (das ehemalige Schulgelände samt Gebäuden und Schulgarten) soll demnächst verabschiedet werden. „Dann kann dieser scheußliche Klotz, in dem ich jahrelang gewirkt habe, endlich verschwinden“, so der pensionierte Studiendirektor. „Jetzt ist bei den Häusern, die nahe am Schwimmbad stehen werden, Lärmschutz an Fenstern und Balkonen geplant“, berichtet Ulmschneider weiter. Das genüge der geänderten Gesetzeslage. Vorgesehen seien in diesem Bereich dreigeschossige Häuser.

Dauern werde es dagegen noch eine Weile, bis auch der obere Teil des Gebietes Hoher Weg bebaut werden könne. „Dort sind viele Grundstücke in Privatbesitz“, so Ulmschneider. Daher müsse zuvor ein Umlegungsverfahren stattfinden. Trotzdem solle dieser Bereich möglichst im Anschluss an das südliche Gebiet bebaut werden. „Der Hohe Weg Nord könnte im oberen Bereich ein Villen-Gebiet werden“, sagt der Ortsvorsteher. „Dort, am Dillinger Südhang, sind relativ große Grundstücke vorgesehen und man hat einen schönen Blick.“ Zwischen dem Streifen mit den Villen und den mehrgeschossigen Wohnhäusern sollen Reihen- und Doppelhäuser entstehen.

Zweites Neubaugebiet

Eine Erfolgsgeschichte sei das zweite künftige Neubaugebiet in der Stadt: Die Ökosiedlung an Plantation und Petterweiler Holzweg – trotz der Verzögerung wegen der Dioxin-Belastung auf dem früheren Sportplatz. Im Frühjahr war auf der ehemaligen Laufbahn und dem früheren Hartplatz sogenanntes Kieselrot gefunden worden. Das ist Kupferschlacke, die bis in die 1960er Jahre als Belag für Sport- und Spielplätze verwendet wurde. Rund 2000 Kubikmeter belastetes Material müssen für rund 16 000 Euro entsorgt werden. „Jetzt geht es darum, wer für die Entsorgung bezahlt“, so Ulmschneider. Ein Sprecher der Frank-Gruppe, die die Öko-Siedlung baut, habe aber bereits gesagt, dass es beim Vertriebsstart im Herbst bleiben werde.

Ein Vorzeigeprojekt

„Das wird ein Vorzeigeprojekt“, so Ulmschneider. 140 Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Garten-Stadthäuser sowie 210 Eigentums- und Mietwohnungen sollen dort bis 2021 entstehen. Markantestes Gebäude wird ein siebenstöckiger Wohnturm aus Holz mit 15 Wohnungen sein. Insgesamt sind auf dem sieben Hektar großen Gelände 150 Gebäude mit 350 Wohneinheiten für rund 800 Menschen aller Generationen vorgesehen. Wärme für Heizung und Wasser bekommen die künftigen Ökosiedlung-Bewohner aus einem sogenannten Eisspeicher mit Blockheizkraftwerk. Die Kriterien für die Ökosiedlung waren mit breiter Bürgerbeteiligung erarbeitet worden. Im Projektvertrag steht unter anderem, dass der Investor bis zu 25 Sozialwohnungen bauen muss, unter der Bedingung, dass die Stadt sich an der Finanzierung beteiligt. Der Investor verwaltet die Wohnungen dann auch. Die Stadt behält sich aber vor, für jede Wohnung drei mögliche Mieter vorzuschlagen.

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