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Kandidat im Interview: Peter Schüppenhauer (FW) will sich für „würdige Arbeit“ einsetzen

Die Freien Wähler treten auch im Hochtaunuskreis im Wahlkreis 176 an. Allerdings nicht mit der großen Unterstützung der hiesigen FWG, die sich der Bundespartei nicht angeschlossen hat. Für die FW kandidiert hier Peter Schüppenhauer, der sich den Fragen von Andreas Burger stellte.
Peter Schüppenhauer ist Direktkandidat der Freien Wähler für den Wahlkreis 176 Hochtaunus. Peter Schüppenhauer ist Direktkandidat der Freien Wähler für den Wahlkreis 176 Hochtaunus.
Hochtaunus. 

Welche Pläne und Ziele haben die FW und Sie persönlich im Bereich Asy l?

PETER SCHÜPPENHAUER: In den letzten Monaten haben wir eine große Hilfsbereitschaft unserer Bürger erlebt, um Flüchtlingen aus Kriegsgebieten einen sicheren Zufluchtsort zu geben. Man kann diesen Menschen nicht genug danken. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Menschen, die etwa aus Syrien, Irak, Afghanistan zu uns kommen, hier zu Ruhe kommen und sich erholen können. Dazu können diese immer einen Asylantrag stellen. Deutschland ist ein offenes Land und heißt alle willkommen. Dies allerdings nicht uneingeschränkt. Wir wollen, dass diejenigen, die keine Aussicht auf ein Bleiberecht oder dieses verwirkt haben, entsprechend zurückgeführt werden, sofern es dort sichere Gebiete gibt. Hier muss die Weltgemeinschaft helfen, dass in Krisengebieten solche Zonen eingerichtet werden. Zonen, in denen Flüchtlinge human und menschenwürdig aufgefangen werden können. All diejenigen, die hier erfolgreich angekommen sind, müssen durch die Gesellschaft aufgenommen und integriert werden. Dazu zählt unter anderem auch eine schnelle Eingliederung in das Arbeitsleben in Deutschland. Ich hatte die Gelegenheit, mich mit einigen Flüchtlingen zu unterhalten. Viele wollen, wenn der Krieg wieder vorüber ist, zurück in ihre Heimat und das Land aufbauen. Dazu wollen Sie hier eine gute Ausbildung sei es in Betrieben oder an Universitäten absolvieren und bald wieder nach Hause gehen.

Zur Person: Engagiert für Europa

Peter Schüppenhauer ist am 28. März 1983 in Wertheim am Main geboren und lebt seit über 30 Jahren in Wiesbaden. Nach dem Abitur hat er seinen Zivildienst und ein Freiwilliges Soziale Jahr geleistet.

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Welche vordringlichen Maßnahmen möchten Sie für Ihren Wahlkreis umsetzen?

SCHÜPPENHAUER: Es gibt viele Punkte, die man aufgreifen muss. Dabei handelt es sich nicht immer um wenige große Maßnahmen, sondern oft um viele kleine. So sterben immer mehr kleine Ortschaften aus. Immer mehr kleine Geschäfte schließen, Schulen oder Kindergärten machen keine neue Gruppen auf und Ärzte finden keine Nachfolge mehr. Dies muss unbedingt verhindert werden. Hinzu kommt, dass der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Raum nicht flächendeckend in einem ausreichenden Takt vorhanden ist. Ein Mittel dem entgegenzuwirken ist unter anderem eine Aufstockung der Regionalisierungsmittel. Gleichzeitig muss der Nahverkehr auf Straße und Schiene aber auch das Internet und behördliche Strukturen ausgebaut werden. In Städten sind ganz andere Problem auf dem Tableau. Hier dürfen die Innenstädte nicht aussterben und Geschäfte in großen „Zentren“ außerhalb der Stadt verbannt werden. Darüber hinaus wird der Wohnraum in Ballungsgebieten immer häufiger unbezahlbar.

Welche Maßnahmen würden Sie umsetzen, um den Kommunen aus ihrer finanziellen Lage zu helfen?

SCHÜPPENHAUER: Der Hochtaunuskreis ist zum Glück nicht der ärmste Landkreis in Deutschland. Dennoch sind die Finanzen angespannt. Wir alle wissen, dass man hier die Kosten senken und die Einnahmen erhöhen muss, damit der Haushalt ausgeglichen sein muss und gleichzeitig größer wird. Mein Anliegen ist, den Bürger nicht weiter zu schröpfen. Dieser leistet schon genug. Ich bin der Meinung, dass man zuerst vor der eigenen Haustür kehren muss, bevor man an den Bürger geht. Soll heißen, man müsste sich erst einmal intern die Verwaltung anschauen, wie man diese effektiver arbeiten lassen kann, um somit Gelder zu sparen. Hier gibt es immer Potenzial. Gleichzeitig müsste an anderer Stelle mehr Personal eingestellt werden, um die Einnahmen zu erhöhen. Hier sind zum Beispiel Finanzbeamte, Richter und Polizisten/Ordnungsamt zu nennen. Des weiteren müssen europäische Gelder leichter und schneller bereitgestellt werden können, um Projekte zu verwirklichen.

Wie beurteilen Sie die Lage des Arbeitsmarktes, wo sehen sie Probleme, welche Lösungen bieten Sie?

SCHÜPPENHAUER: Ich gebe Ihnen Recht. Zurzeit ist der Arbeitsmarkt auf einem guten Weg. Selten hatten wir im Bundesschnitt zu wenige Arbeitslose wie in diesen Monaten. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Trend anhält und die weltwirtschaftliche Lage sich nicht dramatisch ändert. Dennoch gibt es immer noch Menschen, die keine Arbeit finden und sich über die zustände auf den Ämtern beschweren. Dies wird sich wohl nie ändern. Ich hoffe, dass man bei Anträgen für ALG I und ALG II die Bürokratie reduzieren kann und auch hier effizienter arbeiten wird. Doch sind wir einmal ehrlich. Die Statistiken sind stark schöngerechnet. Leiharbeit und Minijobs schaden unserer Gesellschaft, viele Selbstständige arbeiten häufig nur für wenige Anbieter, etliche junge Menschen sind in unbezahlten Praktika gefangen. Hier muss dringend ein Weg gefunden werden, diesen Menschen eine würdige Arbeit zu ermöglichen. Der Hochtaunuskreis und Teile des Kreises Limburg-Weilburg haben viel Potenzial in puncto Tourismus. Auch hier müssen entsprechende Jobs geschaffen werden.

Wie beurteilen Sie die Sicherheitslage im Wahlkreis?

SCHÜPPENHAUER: Sind wir auch hier einmal ehrlich. Wer Angst hat, sollte zu Hause bleiben, und selbst da ist er nicht sicher. Meiner Meinung nach ist Deutschland ein sehr sicheres Land. Dies trifft auch auf den Hochtaunuskreis zu. Leider kommt es immer häufiger zu Gewalttaten und Kleindelikten. Dies fängt beim einfachen Handtaschenraub und Enkeltrick an und geht über Gewalttaten an Polizisten bis bin zur Wirtschaftskriminalität und Mord. Zum Glück sind wir im Hochtaunuskreis von Anschlägen durch Terroristen verschont geblieben und werden dies auch hoffentlich in Zukunft bleiben. Wir müssen durch Aufstockung der Polizei und Schaffung von neuen Einheiten zum Cyberterrorismus und -verbrechen neue Wege gehen. Die Gefahrenlage hat sich verschoben. Wir müssen die Ängste der Bürger wahrnehmen und diese nicht vernachlässigen. Dazu zählt unter anderem ein hartes Vorgehen gegen alle Art des Extremismus sei es von rechts, links oder religiös. Wir müssen alle als Gesellschaft ein Vorbild sein und solche Störer durch die Polizei und Gerichtsbarkeit entsprechend verurteilen lassen.

Wo sehen Sie die größten Probleme in der EU? Gibt es in zehn Jahren den Euro noch? Was würden Sie ändern?

SCHÜPPENHAUER: Ich bin froh, dass es Europa gibt und wir hier friedlich in einer kulturellen Einheit leben dürfen. Natürlich ist nicht alles gut, was aus Europa kommt. Da sind wir aber auch selbst schuld daran, weil wir es nie verstanden haben, unsere besten Politiker nach Europa zu schicken, um die deutschen Interessen dort durchzusetzen. Leider ist der europäische Apparat sehr undurchsichtig. Hier muss sich, genauso wie auf nationaler und regionaler Ebene viel tun. Dies zeigt sich durch die Einstellung unserer Bürger zu Europa. Eventuell kann man unseren Mitbürgern durch eine direkte Wahl der europäischen Vertreter mehr Legitimation und ein größeres Bewusstsein schaffen. Andere Projekte haben Regionen enger zusammengebracht und gefördert, wie zum Beispiel den Alpenraum oder das Baltikum/Ostsee. Hier konnte mit Fördermitteln und Strategien eine Region geschaffen werden, die wirtschaftlich wie auch kulturell aufgeblüht ist. Solche Projekte wünsche ich mir von der EU und noch viele andere, damit wir auch in Zukunft gemeinsam in Frieden leben können. Und der Euro – ja, es wird ihn in Zukunft auch noch weiter geben.

Welche konkreten Maßnahmen sehen Sie, Arbeitnehmer und Arbeitgeber von Steuern zu entlasten, wenn überhaupt?

SCHÜPPENHAUER: Ich habe es bereits auf kommunaler Ebene schon angesprochen. Wir müssen sehen, wie man die Kosten reduziert, die unser Staat hat. Wo kann man Gelder in der Verwaltung und im Staatsapparat einsparen? Hier sollte man sich erlauben, bestehende Strukturen zu hinterfragen und radikal vorzugehen. So glaube ich, dass man durch Zusammenlegung von Ministerien Gelder einsparen kann. Doch sollte hier nicht Schluss sein. Unsere Steuern gehören allgemein auf den Prüfstand. Deutschland hat zu viele Steuern, die man nicht alle benötigt und mit sofortiger Wirkung aussetzen oder abschaffen kann. Wenn man dann Steuern umstrukturiert, könnte man die Lohnsteuer reduzieren. Ähnliches gilt für die Gewerbesteuern. Dazu müssten dann aber die Zuweisungen durch die Steuern neu geregelt werden.

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