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Neuer Pfarrer: Peter Lehwalder will drei evangelische Gemeinden zusammenführen

Die Protestanten in Weilrod können am kommenden Sonntag ihren neuen Pfarrer begrüßen. Peter Lehwalder wird in sein Amt eingeführt. TZ-Mitarbeiter Alexander Schneider sprach mit dem „Noch-Usinger“, der bald das älteste Pfarrhaus Deutschlands bewohnen wird.
Der 58-jährige Pfarrer Peter Lehwalder wird am kommenden Sonntag mit einem Festgottesdienst in Rod an der Weil in sein neues Amt eingeführt. Leicht wird der Job nicht, denn die Kirche auf dem Land hat „strukturelle Probleme“, wie es Lehwalder ausdrückt. Der 58-jährige Pfarrer Peter Lehwalder wird am kommenden Sonntag mit einem Festgottesdienst in Rod an der Weil in sein neues Amt eingeführt. Leicht wird der Job nicht, denn die Kirche auf dem Land hat „strukturelle Probleme“, wie es Lehwalder ausdrückt.
Weilrod. 

Warum sind Sie Pfarrer geworden?

PETER LEHWALDER: Das dürfen Sie mich nach so vielen Jahren im Dienst nicht mehr fragen. Als Pfarrer ist man dem Geheimnis des Lebens auf der Spur und hofft darauf, dass sich die Dinge zum Guten wenden lassen.

20 Jahre Dienst in Burgholzhausen

Waren Sie als junger Mensch ein eifriger Kirchgänger?

LEHWALDER: Als Kind war ich im Kindergottesdienst und später habe ich auch oft den Gottesdienst besucht. Ich war kein eifriger Kirchgänger, aber auch kein säumiger.

Was macht für Sie überhaupt den Pfarrerberuf aus?

LEHWALDER: Als Pfarrer möchte ich in verschiedenen Situationen das Evangelium zur Sprache bringen, damit es uns inspiriert, herausfordert und tröstet. Es gilt, Worte zu finden, für das was uns bewegt und berührt. Glaube an Gottes Macht und Güte bedeutet für mich, aufbauend auf alten Erfahrungen, Wege in eine Zukunft mit ihren Licht- und Schattenseiten zu suchen und zu finden.

Sie leben in Usingen. Wird das so bleiben oder beziehen Sie bald das „älteste Pfarrhaus Deutschlands“

LEHWALDER: Ich möchte gerne in diesem bezaubernden Pfarrhaus wohnen. Zurzeit wird es renoviert, das kann sich leider noch hinziehen. Vielleicht klappt der Einzug erst im nächsten Jahr.

Ist die ständige Präsenz für Sie eher Last oder Lust?

LEHWALDER: In den letzten Jahren musste ich viel mit dem Auto fahren. Deshalb bin ich froh, wenn ich wieder mittendrin bin. Es kann belastend sein, wenn immer jemand kommt und etwas will, andererseits ist es auch schön, Menschen zu treffen und helfen zu können.

Was verbindet Sie mit Weilrod, kennen Sie Weilrod und Ihre künftigen „Schäfchen“ überhaupt schon?

LEHWALDER: Ich bin dem Taunus schon länger verbunden. Meine Frau stammt aus dem Taunus. Für Weilrod haben wir uns schon immer interessiert. Der Wald und die Berge haben es uns angetan. Auch die Mentalität der Leute ist uns nicht fremd, wir freuen uns, hier heimisch werden zu können.

Wo sehen Sie vorrangige Aufgaben für sich als neuer Gemeindepfarrer?

LEHWALDER: Ich möchte als Pfarrer ein verlässlicher Ansprechpartner sein. Die seelsorgerliche Begleitung in guten wie in schweren Zeiten steht für mich im Vordergrund meines Dienstes. Ich möchte mit allen Menschen, unabhängig ihrer Konfession, ins Gespräch kommen, auch mit Vereinen und Institutionen. Herausfordernd finde ich es, die drei selbständigen Kirchengemeinden Emmershausen, Gemünden, Rod mit Cratzenbach und Hasselbach zueinander zu bringen. Es wäre schön, wenn wir unsere Kräfte bündeln könnten und miteinander Gemeindearbeit gestalteten, zum Nutzen aller.

Gibt es Defizite in der Gemeinde, die Sie abstellen möchten?

LEHWALDER: Ich würde nicht von Defiziten sprechen. Kirche auf dem Land hat strukturelle Probleme. Es gibt wenig Personal, und das ist in der Hauptsache ehrenamtlich beschäftigt. Dazu kommen die Gebäude, die oft in Eigenleistung renoviert werden müssen. Es fehlt am Geld, dafür ist der Einsatz Ehrenamtlicher um so intensiver.

Die Kirchen, auch die in Rod, sind heute nur noch an Weihnachten und Ostern voll. Warum ist das so und wie wollen Sie das zu ändern?

LEHWALDER: Ich erwarte nicht, dass die Leute jeden Sonntag in die Kirche gehen, aber ich freue mich wenn sie regelmäßig vielleicht einmal im Monat kommen. Die Menschen gehen in die Kirche wenn es einen besonderen Anlass gibt und wahrscheinlich gefällt ihnen auch, was sie dort sehen und hören. Ich möchte mit gelegentlichen Familien- oder auch Festgottesdiensten das Interesse der Menschen an der christlichen Tradition fördern.

Nach 20 Jahren in Burgholzhausen haben Sie die Gemeinde nach Differenzen mit dem Kirchenvorstand verlassen. Ihr Vorgänger in Rod und der Kirchenvorstand waren auch „über Kreuz“, weshalb Pfarrer Weick Rod verlassen hat. Was werden Sie anders machen als er? Sicher gab es Gespräche zwischen Ihnen und dem Kirchenvorstand. Wie kompatibel sind Ihre Vorstellungen zur Amtsführung?

LEHWALDER: Ich habe die Kirchengemeinde Burgholzhausen nicht auf Druck des Kirchenvorstandes verlassen. Im Gegenteil, sowohl der Kirchenvorstand, als auch ich haben unsere Ämter für einen Neuanfang zur Verfügung gestellt. Ja, es hat Differenzen gegeben, die sich leider nicht beilegen ließen. Festhalten möchte ich, dass Streit auch in der Kirche immer möglich und wahrscheinlich ist. Damit muss man leben und umgehen. Im Blick auf Rod bin ich also jetzt ein Stück konflikterfahrener. Das hilft mir hoffentlich auch für die Zukunft. Ich bin guten Glaubens, dass wir gut und verlässlich zusammenarbeiten werden. Vertrauen wird aufgebaut werden und sich am Ende auch bewähren, so Gott will.

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