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Großer Feldberg: Neuer Anlauf für Sommerrodelbahn

Von Seit 2005 gibt es eine Berg- und Talfahrt um eine mögliche Sommerrodelbahn am Großen Feldberg. Jetzt sieht es so aus, als ob die Schmittener Kommunalpolitiker einen neuen Versuch unternehmen, um das vom ehemals interessierten Investor auf Eis gelegte Projekt wieder anzuschieben. Von den Gegnern könnte ihnen ein eisiger Wind entgegenschlagen.
Die Wiegand Erlebnisberge GmbH, Herstellerin von Sommerrodelbahnen, ist weiterhin interessiert am Rodel-Projekt in Schmitten.Symbolfoto: Privat Die Wiegand Erlebnisberge GmbH, Herstellerin von Sommerrodelbahnen, ist weiterhin interessiert am Rodel-Projekt in Schmitten.Symbolfoto: Privat
Hochtaunus. 

Am „Siegfriedschuss“ auf der ehemaligen Nordbahnpiste sind früher die Skifahrer Richtung Tal gejagt. Dieses Areal könnten sich zwei Interessenten für eine Ganzjahresrodelbahn vorstellen. Seit Mai 2005 wird in den Schmittener Gremien und inzwischen auch von Bürgerinitiativen dafür und dagegen über ein solches Projekt diskutiert. Die einen wollen der Gemeinde touristische Einnahmen bescheren, die anderen die Umwelt schützen, wieder andere einfach nur Ruhe vor ihrer Haustür haben.

„Eine Sommerrodelbahn würde Schmitten und der Feldbergregion herausragende Möglichkeiten eröffnen“, stellte Gerhard Heere als Geschäftsführer des Tourismus- und Kulturvereins Schmitten im Jahr 2005 in Aussicht. Feldbergwirt Peter Stürtz war total begeistert, konnte sich 2006 sogar vorstellen, geschätzte Investitionskosten in Höhe von zwei Millionen Euro komplett zu übernehmen.

Skepsis überwiegt

Schon immer skeptisch war Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG), der 2007 genau wie Landrat Ulrich Krebs (CDU) erst eine Machbarkeitsstudie durchführen lassen wollte. Bei einer Besucherumfrage im Mai 2009 vom Taunus-Touristik-Service am Feldberg gehörte eine Sommerrodelbahn zu den Favoriten. Doch es wurden auch Bedenken geäußert. Manche befürchteten, mit einer Rodelbahn könnte es am Feldberg zu voll werden. Die Machbarkeitsstudie zeigte im November, dass am Feldberg eine Art alpiner Freizeitpark umsetzbar wäre. Und es gab Prognosen, dass vor allem der Kurzzeittourismus davon profitieren werde. Was fehlte, war angesichts der bereits schon vorher hohen Besucherzahl eine Verkehrsstudie.

Schon damals war Josef Wiegand als Investor im Gespräch. Im Parlament wurde 2011 das Projekt aus der Schublade geholt und nahm schneller, als manchen lieb war, Fahrt auf. Früh war klar, dass eine Sommerrodelbahn an der Nordbahn problematisch werden könne, weil dort der Limes verläuft. Dennoch gaben die Gemeindevertreter im November 2011 mehrheitlich den Weg frei für den Bau einer Sommerrodelbahn, mit der Maßgabe, dass der Gemeinde keine Kosten entstünden. Schnell formierte sich unter dem Namen „Feldberg-21“ die erste Bürgerinitiative mit Bürgern aus Schmitten und Nachbarkommunen gegen ein solches Projekt. Ihr Hauptargumente waren nicht akzeptable Eingriffe in Natur und Umwelt sowie die Befürchtung, dass die Steuerzahler doch noch an den Kosten beteiligt werden könnten. In einer Bürgerversammlung im März 2012 schienen die Befürworter dennoch in der Überzahl. Sowohl Mitglieder des Schmittener Tourismus- und Gewerbeausschusses wie Gegner der Sommerrodelbahn besichtigten in Wald-Michelbach eine solche Anlage. An den Einstellungen änderte das nichts. Dennoch wagte die Kommunalpolitik nicht, Nägel mit Köpfen zu machen und das Projekt voranzutreiben, sondern hielt sich mit einer Absichtserklärung im Februar 2013 den Rückzug offen. Wie lange das der potenzielle Investor mitmachen würde, war nur eine Frage der Zeit.

Inzwischen meldete sich auch eine Bürgergruppe für den Bau der Sommerrodelbahn zu Wort. Außerdem kam von Wiegand ein alternativer Streckenverlauf ins Gespräch, mit dem auch Bürgermeister Marcus Kinkel hätte leben können: vom Startpunkt nahe der Bergwachtstation unterhalb des Feldbergplateaus hinunter zum Parkplatz Windeck.

Die Diskussionen begannen von vorne. Hinzu kamen Probleme mit dem erforderlichen Flächentausch mit der Nachbarkommune Königstein. Die Bemühungen der Befürworter wurden im Herbst 2014 im Keim erstickt. Nach dem Tod des Seniorchefs legte die Wiegand Erlebnisberge GmbH die Sommerrodelbahn am Feldberg auf Eis.

Weiter gesprächsbereit

Nach jahrelangem Hin und Her hatte der Investor kein Vertrauen mehr in die Schmittener Politik. Seitens der Wiegand GmbH wurde jedoch weiterhin Gesprächsbereitschaft signalisiert. Drei Fraktionen haben Ende des Jahres preisgegeben, dass sie den Bau einer Sommerrodelbahn am Feldberg noch nicht aufgegeben haben. Der UBB zog seinen Antrag zwar zurück, will aber dranbleiben. Auch die CDU denkt über einen neuen Anlauf nach. Und für die FDP ist seit langem alles, was den Tourismus voranbringen könnte, eine Herzensangelegenheit.

Eine solche ist für die Feldberginitiative der Schutz der Umwelt. Sie hält die Nordbahn weiterhin für ungeeignet, sieht allenfalls Möglichkeiten für eine kurze Variante vom Parkplatz bis unterhalb des Limes. Die Initiative kündigt an, bei einer Wiederbelebung des Ganzjahresrodelbahnprojekts ihre Klagerechte voll ausschöpfen zu wollen.

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