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Autofreier Weiltalsonntag: L3025 wird für einen Tag Hessens breitester Fahrradweg

Von Noch steht es nicht ganz fest, aber es könnten gestern an die 20 000 Besucher beim Autofreien Weiltalsonntag gewesen sein. Das wundert fast ein wenig, denn so heiß war es bisher noch nie. Richtig angenehm kühl war es nur am Morgen.
Der Roder Kreisel war für viele Besucher der Beginn einer entspannten Fahrradtour. Für andere, die in Weilburg oder Weilmünster „zugestiegen“ sind, war der Kreisel eher der Wendepunkt. Sogar die Helfer vom DRK (im Hintergrund, links) hatten neben Rettungswagen auch Fahrräder mitgebracht. Bilder > Der Roder Kreisel war für viele Besucher der Beginn einer entspannten Fahrradtour. Für andere, die in Weilburg oder Weilmünster „zugestiegen“ sind, war der Kreisel eher der Wendepunkt. Sogar die Helfer vom DRK (im Hintergrund, links) hatten neben Rettungswagen auch Fahrräder mitgebracht.
Weilrod. 

Glück gehabt, nicht ganz so heiß! Die Wetterbedingungen für den 15. Autofreien Weiltalsonntag waren gar nicht so schlecht. Wer bereits früh am Morgen bei kühlen 20 Grad in die Pedale trat oder es weilabwärts in Gedanken an den Rückholbus „laufen ließ“, hatte weniger Probleme mit der Hitze als die, die sich erst gegen Mittag auf den Weg machten. Ihnen saßen schon wieder Temperaturen von über 30 Grad im Nacken. Stammgäste des Weiltalsonntags fanden, „dass schon mal mehr los war“ und dass mancher wohl nach all den superheißen Tagen den Weg ins Weiltal scheute. Am Mittag war dann aber doch schon von 20 000 Besuchern die Rede, etwa so viele wie 2017. Genaue Zahlen dürften erst heute Vormittag feststehen.

Sieht aus wie ein Trike und ist auch eins: Das „ElFit“, das hier von Heinz Müller ausprobiert wird, ist neu auf dem Markt und fährt rein elektrisch. Mit dem Haupt- und dem Ersatzakku kommt man 40 Kilometer weit. Bild-Zoom
Sieht aus wie ein Trike und ist auch eins: Das „ElFit“, das hier von Heinz Müller ausprobiert wird, ist neu auf dem Markt und fährt rein elektrisch. Mit dem Haupt- und dem Ersatzakku kommt man 40 Kilometer weit.

Wie auch immer – die, die da waren, hatten Spaß, wie Familie Girardi aus Schmitten. Giancarlo, Carolina, Antonella und Marco hatten ihr Auto an der Erbismühle geparkt, um gleich mit Anlauf am Roder Kreisel auf die Strecke zu gehen: „Wir fahren bis Weilburg und nehmen den Bus für die Rückfahrt“, erklärt Vater Giancarlo zur Beruhigung der Kids, für die es der letzte Ferientag war. „Es ist unser dritter Weiltalsonntag, die Atmosphäre ist so toll, hier kann man prima fahren. Bei uns da oben ist es ja doch etwas bergig“, freute sich Mutter Carolina.

Mit 89 Jahren dabei

Viele junge Leute waren gestern im Weiltal unterwegs, aber auch jung gebliebene. Einer der ältesten dürfte Werner Pfeifer gewesen sein. 70 Kilometer im Sattel sind für ihn kein Problem, das macht er zweimal die Woche. Und auch bei der HR4-Radtour 2017 verblüffte er mit seiner Fitness. Da war er aber auch erst 88 . . . Gestern war er in Weilmünster gestartet, hat sich am Roder Kreisel erfrischt und ist wieder heimgefahren. „Mehr muss es bei dere Hitz net sei“, meinte er, fast als wollte er sich entschuldigen.

Der ADFC Usinger Land lud die Besucher zur Fahrradkodierung an seinen Stand ein. Bild-Zoom
Der ADFC Usinger Land lud die Besucher zur Fahrradkodierung an seinen Stand ein.

Mit seinen 79 Jahren war Heinz Müller, ebenfalls aus Weilmünster, gegen Werner Pfeifer fast „en junge Hüpper“. 3000 Kilometer radelt er im Jahr und 60 bis 80 Kilometer am Tag sind für ihn kein Auftrag. Er fährt gerne mit Sandalen: „Wenn’s regnet läuft die Brühe besser ab, auch wenn man schwitzt“, lacht er und nimmt, nur fürs TZ-Foto, mal auf dem neuartigen Elektrodreirad namens „ELFIT“ Platz. So etwas kommt ihm aber nicht in die Garage. Er fährt, solange der Herrgott ihn lässt und dann hört er eben auf. Der Mann ist konsequent. Am Morgen war er daheim um 7.30 Uhr gestartet, hat einen kleinen Abstecher nach Seelenberg gemacht, um dann entspannt am Kreisel einzurollen. Kaum nötig, zu erwähnen, dass er Weilmünster auch wieder aus eigener Kraft erreichen wollte.

Auch die Helfer strampeln

Bea Heinz vom DRK Weilrod blickte mit Sorge auf die teils erkennbar betagten Radler, aber auch viele weitaus jüngere, die hochroten Kopfes der Hitze trotzten: „Ich bin fast von Anfang an dabei, so heiß war es bei einem Weiltalsonntag aber noch nicht. Hoffentlich trinken sie genug und überfordern sich nicht, vor allem wenn sie nicht trainiert sind . . . Mit zwölf Helfern stand das DRK am Kreisel parat, weitere sechs passten in Emmershausen auf.

Etwas leid taten Bea Heinz die Kameraden, die sich für die Fahrradstreife gemeldet hatten: „Bei der Hitze und mit Einsatzkleidung, da muss man schon viel Spaß verstehen.“

Mit 89 Jahren dürfte der Weilmünsterer Werner Pfeifer einer der ältesten Teilnehmer gewesen sein. Bild-Zoom
Mit 89 Jahren dürfte der Weilmünsterer Werner Pfeifer einer der ältesten Teilnehmer gewesen sein.

Auch die Polizei fuhr Streife, mit dem Fahrrad, aber auch, wie Siegfried Schlott, „Schutzmann von Ort“, mit dem Segway, oder mit dem Motorrad.

Das waren aber die einzigen, die gestern mit Auspuff durchs Weiltal cruisen durften. Manch anderer hätte das sicher auch getan, wäre er von der Feuerwehr nicht aufgehalten worden. „Man muss sich wundern, dass Autofahrer, die mindestens ein Verbotsschild missachtet haben, fragen, warum es nicht weitergeht“, wunderte sich Stefan Jochetz, stellvertretender Gemeindebrandinspektor und auch sein Roder Wehrführerkollege Martin Pitton hatte Mühe, einen SUV-Fahrer am Kreisel zur Umkehr Richtung Hasselbach zu bewegen.

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