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Katerstimmung nach dem Neujahrsrausch

Von
Neu-Anspach. 

Es gibt schon gravierende Unterschiede wie manche Menschen in das neue Jahr starten. Der eine zündet Schlag Mitternacht Böller und Raketen, der andere schießt sich lieber ab. Das hatte sich offensichtlich auch ein 18-jähriger Anspacher für den Start in das Jahr 2018 vorgenommen.

Zu diesem Vorhaben mag man grundsätzlich stehen wie man will. Der junge Mann sollte schließlich alt genug sein, um zu wissen, was er sich antut. Der Umstand allerdings, dass er sich verbotene Betäubungsmittel einverleibte, um in Stimmung zu kommen, brachte ihm jetzt einen Termin am Amtsgericht ein. Der Grund: Der Neu-Anspacher war in der Silvesternacht um 3.25 Uhr in eine Polizeikontrolle geraten. Ob es in jener Nacht einen besonderen Anlass für die Kontrolle gab, ist nicht bekannt. Vielleicht hatten die Beamten halt das „berühmte Näschen“. Bei dem jungen Mann wurden sie fündig. Er führte knapp 5 Gramm Marihuana und etwas Amphetamin mit, womit er sich strafbar machte. Aber es sollte noch unangenehmer für den jungen Mann werden. Die Polizei durchsuchte nämlich auch noch sein Zimmer in der elterlichen Wohnung. Wenig überraschend wurden die Beamten auch hier fündig. Acht Gramm Marihuana und etwas Amphetamin sowie eine Feinwaage sprachen für sich und gegen den 18-Jährigen. Dazu noch ein Schlagring, dessen unrechtmäßiger Besitz ebenfalls eine Straftat darstellt – das machte den Prozess perfekt.

Nun musste sich der 18-Jährige wegen „verbotenen Erwerbs und Besitzes von Betäubungsmittel“ sowie des „Besitzes eines verbotenen Gegenstands“ vor der Bad Homburger Jugendrichterin verantworten. In Anwesenheit eines Anwalts sowie seiner Eltern gab der Angeklagte die Verfehlungen zu. Nach dem Silvestervorfall habe es ziemlichen Wirbel zu Hause gegeben, trug sein Verteidiger vor. Offenbar hatte der „Wirbel“ Erfolg. Der junge Mann wurde einsichtig. In jener Zeit habe er durch falsche Freunde Rauschgift konsumiert, sagte er vor Gericht. Doch den damaligen Bekanntenkreis habe er inzwischen gewechselt, fügte er hinzu. Zwischenzeitlich habe er sich schon vier Beratungsterminen unterzogen, in denen er einiges über die Problematik des Betäubungsmittelkonsums erfuhr.

Die Staatsanwältin nannte es eine „unglückliche Verbindung“, wenn Betäubungsmittel und Waffen zusammen kämen. In solchen Fällen – Handel unter Mitführung verbotener Gegenstände – liege der Strafrahmen bei Erwachsenen bei etwa fünf Jahren Haft, belehrte sie den Angeklagten. Da es die erste registrierte Straftat des in Berufsausbildung befindlichen Neu-Anspachers war, erfuhr er gerichtliches Entgegenkommen. Er wurde verwarnt.

Dazu gab es die Auflage, in sechs aufeinanderfolgenden Monaten Beratungstermine wahrzunehmen und sich Urinkontrollen zu unterziehen. Das Prüfergebnis zeige dann an, ob der junge Mann „clean“ sei, das heißt, ob er keine Betäubungsmittel mehr konsumiert. Sollte er sich der gerichtlichen Auflage entziehen, droht ihm Jugendarrest. Das Urteil wurde akzeptiert, womit es rechtskräftig ist.

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