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IT-Spezialist klärt ARS-Schüler auf: Im Netz lauern viele Fallen

Von Richtige neue Freunde findet man nicht im Internet. Über falsche Identitäten im Chat und Gefahren der neuen Medien bekamen Schüler der Adolf-Reichwein-Schule eine Sonderlektion.
Viele Finger gingen nach oben, als Jörg Kabierske nach  Erfahrungen fragte.	Foto: fms Viele Finger gingen nach oben, als Jörg Kabierske nach Erfahrungen fragte. Foto: fms
Neu-Anspach. 

„Wer von Euch ist bei Facebook?“ Einige Finger gingen nach oben. „Wer ist bei WhatsApp?“ Fast alle Finger gingen jetzt hoch, und das waren in der Aula fast alle eines gesamten Schülerjahrgangs. „Wer hat ein iPhone und wer Samsung?“ Mehr noch als die Marken-Abfragen zeigten die Finger an, dass das Smartphone und mindestens ein soziales Netzwerk zum Alltag der Zwölfjährigen gehören.

Das ist Fakt. Und Fakt ist auch, dass im Internet wie in den sozialen Netzwerken Gefahren lauern, über die die jungen Nutzer unbedingt aufgeklärt werden müssen.

Dies hat sich unter anderem Jörg Kabierske aus Regensburg zur Aufgabe gemacht, und er besucht dazu Schulen. „Klicksalat“ heißt sein Menü-Angebot, mit dem er den jungen Nutzern den Geschmack an den Medien nicht vermiesen will. Stattdessen will der IT-Spezialist aufklären und das Bewusstsein für die Fallen schärfen, die im Netz und in den Foren lauern. So biete das Netz die Möglichkeit, die wahre Identität zu verschleiern. „Woher weiß ich denn, ob das stimmt, wenn der andere sich als Polizist ausgibt?“, sagte er und machte damit auf das Problem aufmerksam und die Schüler nachdenklich.

Während des Sonderunterrichts mit medialer Unterstützung seines auf eine Leinwand gebeamten Handydisplays gingen viele Finger nach oben. Die Schüler berichteten von eigenen Erfahrungen, und viele reagierten oft richtig: „Ich habe gesagt, ich geb’ sie dir nicht, als einer mal meine Handynummer haben wollte“, sagte beispielsweise eine Schülerin.

Der Medientrainer legte seinen Finger auch in eine besonders an Schulen klaffende Wunde: „Die Freunde, die in den Medien als solche bezeichnet werden, sind gar keine richtigen Freunde.“ Richtige Freunde seien nur solche, die man persönlich kenne, mit denen man sich verstehe und denen man auch Dinge anvertraue. Die Freunde in den sozialen Netzwerken seien dagegen Fremde! Nicht jeder Mitschüler sei auch ein Freund. Das zeigten auch das Mobbing und dessen Folgen, die zu einem großen Problem geworden seien.

 

Verheerende Folgen

 

„Die Mobber sind aber keine Fremden, die kommen aus Eurem Umkreis“, machte Kabierske auf eine weitere Falle aufmerksam: das Verschicken von persönlichen Fotos. Schon viele für bestimmte Menschen gedachte Fotos seien öffentlich im Netz gelandet mit verheerenden Folgen für den Betroffenen. Welchen Schaden Mobbing anrichten kann, zeigte der Medientrainer auch anhand von eingespielten Videos.

Auch auf die Themen Urheberrechte, Jugendschutz und Pornografie ging Kabierske ein und stellte eines unmissverständlich dar: WhatsApp darf man mit zwölf Jahren noch gar nicht nutzen. Das wussten die meisten offensichtlich auch noch nicht. „Wenn Ihr Probleme bekommt, geht zu einem Erwachsenen eures Vertrauens, euren Eltern oder einem Lehrer“, legte er den Schülern noch ans Herz.

Die ARS-Schüler machten bei der Schulung engagiert mit, aber Kabierske verstand es auch, sie einerseits zu motivieren und andererseits mit direkter Ansprache, zum Beispiel „Störenfriede“, sofort zu bändigen.

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